Mittwoch, 28. Dezember 2011

Nach dem Putsch in Honduras - Vortrag am 26.1. in Nürnberg

Nach dem Putsch in Honduras: Resistencia, Repression und die Rettung des Neoliberalismus

Veranstaltung im Rahmen der Nürnberger Lateinamerika Woche
am 26.01.2012, 18:00 Uhr

Großer Saal des Bürgerzentrums Villa Leon
Schlachthofstraße / Philipp-Koerber-Weg 1
(U2/U3 – Rothenburger Straße)
Nürnberg

Seit dem Putsch im Juni 2009 gibt es in dem mittelamerikanischen Land Honduras eine sehr breite und vielfältige Demokratiebewegung. Viele verschiedene Interessensgruppen bündeln ihre Kräfte in der Frente Nacional de Resistencia Popular (FNRP). Das aktuelle Regime hat mit dem Versprechen einer "nationalen Versöhnung" nach dem Putsch die Unterstützung der Regierungen der EU und Nordamerikas gewonnen. In Honduras steht die Regierung aber nach wie vor für die Straflosigkeit politischer Morde, die Interessen der reichsten Familien und die Wiedereinführung des neoliberalen Wirtschaftsmodells. Der Referent berichtet in einem Bildvortrag von mehreren Besuchen bei der Demokratiebewegung in Honduras.

Referent: Andrés Schmidt, war zuletzt im September 2011 in Honduras und arbeitet im Ökumenischen Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. in München.

Fotoausstellung in Nürnberg

Gegen die Unsichtbarkeit - Fotoausstellung zum Widerstand in Honduras
Im Rahmen der Nürnberger Lateinamerika Woche

10.01.2012 - 05.02.2012
Öffnungszeiten, Di bis Fr: 10 bis 22 Uhr; Sa, So: 17 bis 22 Uhr.

Bürgerzentrum Villa Leon
Schlachthofstraße / Philipp-Koerber-Weg 1
U2/U3 – Rothenburger Straße
Nürnberg

Die Fotoausstellung „Gegen die Unsichtbarkeit" zeigt die Gesichter der Widerstandsbewegung in Honduras. Sie zeigt, dass obwohl die internationale Gemeinschaft den Putsch in Honduras schon vergessen hat und die neue Regierung als demokratisch gewählte anerkennt, das Land nicht zur Ruhe gekommen ist. Menschenrechtsverletzungen und Repression gegen politische AktivistInnen sind immer noch an der Tagesordnung. Die Ausstellung thematisiert auch die Rolle der Europäischen Union und deutscher Institutionen bei der Normalisierung der Post-Putsch-Situation in Honduras. Die Ausstellung ist ein Projekt einer Gruppe von AktivistInnen und freien JournalistInnen, die im Dezember 2010 im Rahmen einer Delegationsreise in Honduras waren. Etwa die Hälfte der Fotos stammt von honduranischen KünstlerInnen im Widerstand.

http://www.lateinamerikawoche.de/2012/anfang.php
http://www.lateinamerikawoche.de/2012/LAWO2012%20Web.pdf

weitere Informationen zur Fotoausstellung unter:
http://hondurasdelegation.blogspot.com/search/label/Ausstellung

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Präsidentschaftskandidat stirbt bei Attentat

Ex-Drogenbehördenchef Alfredo Landaverde wollte in Honduras 2013 antreten. Kritiker: Polizei und Justiz von Drogenmafia unterwandert  

Von Benjamin Beutler, amerika21.de

 

Teguciagalpa. Honduras wird derzeit von in einer Welle der Gewalt überschwemmt. Am Donnerstag Morgen erschossen Unbekannte den Ex-Drogenfahnder und Regierungsberater des gestürzten Ex-Präsidenten Manuel Zelaya, Alfredo Landaverde. Der 76-jährige Gründer der christdemokratischen Partei (PDCH) befand sich mit seiner Ehefrau Hilda Caldera in seinem Auto, als Maskierte von einem Motorrad herab das Feuer auf den PKW eröffneten. Landaverde, der zum Zeitpunkt des Angriffs auf der Fahrerseite saß, wurde tödlich getroffen. Seine Frau, eine Soziologin und Nichte von Venezuelas Ex-Präsident Rafael Caldera, überlebte das Attentat mit einem Schuss in den Rücken. Gegenüber amerika21.de erklärten informierte Kreise, dass Landaverde fest entschlossen war, bei den Präsidentschaftswahlen 2013 als PDCH-Kandidat ins Rennen zu gehen.
Manuel Zelaya reagierte mit schweren Anschuldigungen auf das Attentat. "Der Arm des Verbrechens ist in die Schichten des Staates eingedrungen, in alle operativen Mechanismen der Justiz", so der Ex-Präsident. Julieta Castellanos, Direktorin der Autonomen Universität von Honduras (UNAH), wertete die Ermordung von Landaverde als eine "Zuschaustellung des Staates". Noch wehre sie sich, Honduras als "gescheiterten Staat" zu bezeichnen, "obwohl nur noch sehr wenige Eigenschaften" dafür fehlen würden, so die enge Freundin der Familie Landaverde. Die Personalunion von Polizei, Militär und Politik ist auch für sie klar: "Wenn Uniformierte Verbrechen begehen und vom Staat gedeckt werden, dann ist das mehr als überfordert oder zusammengebrochen sein. Dann ist der Staat Komplize des Verbrechens."
Vermutlich wurde Landaverde Opfer seines unermüdlichen Kampfes für Menschenrechte und gegen Korruption. Von 1994 bis 1998 war er Mitglied zweiter Untersuchungskommissionen zur Kontrolle der Polizei. Als Ergebnis wurde die Nationale Ermittlungsdirektion (DIN) aufgelöst, eine wegen Geheimdienstaktivitäten, Entführungen, Folter und Verschwindenlassens von Menschenrechtsaktivisten gefürchtete Polizeieinheit. Einen Monat vor seiner Hinrichtung auf offener Straße hatte der 1940 geborene Polit-Analyst vom Ex-Minister für Sicherheit, Oscar Álvarez, in der Sendung "Von Angesicht zu Angesicht" die Herausgabe einer Liste von 25 hochrangigen Polizeibeamten gefordert. Sie unterhielten nach seinen Aussagen direkte Verbindungen zur Drogenmafia. Dieselbe Bitte richtete er an den damaligen Chef der Nationalpolizei, General José Luis Muñoz Licona, doch seine Petition verlief im Sande.
Der Tod des beliebten PDCH-Politikers ist der vorläufige Höhepunkt der seit dem Putsch 2009 entfachten Gewalt und der Ausbreitung der Drogenmafia in dem zentralamerikanischen Transitland für Kokain in Richtung USA. "Wenn wir ehrlich sind, müssen wir akzeptieren, dass die politischen Parteien im Kongress infiltriert sind", hatte Landaverde vor seinem Tod nachdrücklich vor dem Einfluss der Kokainmafias gewarnt. Neben den Parteien habe sich die organisierte Kriminalität im Parlament, der Privatwirtschaft, der Polizei, Ministerien und Behörden eingenistet, erinnert die Tageszeitung La Tribuna. Landaverde sei ein "mutiger Mann, der ohne Haare auf den Zähnen die Korruptheit in den Justiz-Institutionen angezeigt hat". Auch die jüngst von der Regierung beschlossene Zusammenlegung von Polizei und Armee hatte Landaverde massiv angegriffen.
Wer kritischen Stimmen wie Landaverde Gehör verschafft, steht in Honduras unter Lebensgefahr. Erst am Dienstag war die Journalistin Luz María Paz Villalobos und ihr Begleiter Delmer Canales von Unbekannten erschossen worden. Paz arbeitete für das Nachrichtenmagazin "Tres de Noticia" des Senders Radio Globo. Zu Putschzeiten war die Ermordete durch ihre "starke und unerschütterliche Kritik" bekannt geworden. Einen Tag vor ihrer Ermordung feuerten Männer ihre Schusswaffen auf das Redaktionsgebäude von La Tribuna ab, wohl ein letzter Warnschuss gegen die aufmüpfige Tageszeitung. Seit 2010 ist die Zahl getöteter Journalisten in Honduras nun auf 17 gestiegen.
Angesichts der desaströsen Lage in Honduras bleibt abzuwarten, wie sich Deutschland gegenüber den eklatanten Menschenrechtsverletzungen positioniert. Am Mittwoch endete eine Honduras-Reise des Entwicklungsausschusses des Bundestages. Man wolle "ein Bild von der aktuellen Lage" gewinnen, um "effektive Kontrolle und Beurteilung der Entwicklungspolitik der Bundesregierung zu gewährleisten".

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Honduras militarisiert öffentliche Sicherheit

Nationalkongress stimmt mit breiter Mehrheit für Notstandsdekret. Weitreichende Polizeibefugnisse an Militär übergeben 

Von Johannes Schwäbl, amerika21.de 



Tegucigalpa. Die honduranische Regierung hat den Notstand der öffentlichen Sicherheit erklärt und damit dem Militär weitreichende Polizeiaufgaben übertragen. Das Notstandsdekret vom vergangenen Montag erlaubt dem Militär unter anderem Verhaftungen, Hausdurchsuchungen, Patrouillen in den Straßen und bewaffnete Aktionen gegen Bürger welche gegen Gesetze verstoßen. Bevor das Dekret in Kraft trat, war es dem Ministerrat von Verteidigungsminister Marlon Pascua vorgelegt worden. Die Maßnahme, welche vorerst für einen Zeitraum von 90 Tagen gilt, soll laut Regierungsvertretern die Polizei unterstützen und die Korruption und die Verbindungen zum organisierten Verbrechen innerhalb dieser bekämpfen. Aus den Reihen der Regierung äußerte einzige die Ministerin für Menschenrechte, Ana Pineda, Bedenken. Sie bezweifelt, dass die bewaffneten Streitkräfte auf die Übernahme von polizeilichen Aufgaben ausreichend vorbereitet sind.

Dienstag, 22. November 2011

Diskussionsveranstaltung in Hamburg

Menschenrechte, Widerstand und wirtschaftliche Alternativen nach dem Putsch

Diskussionveranstaltung & Musik
Freitag 25.11.2011   20 Uhr | Eintritt: 3,-
Ort: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik, Nernstweg 32-34

Musik: María Yebra und Eugenio Cornejo
Mit Gerrit Höllmann (Honduras Koordination, 2005-2010 in Honduras)

Erneut Drohungen gegen Journalisten in Honduras

Morddrohungen gegen Mitarbeiter von Radio Uno und Radio Globo. Reporter ohne Grenzen kritisieren honduranische Regierung

Von Johannes Schwäbl, amerika21.de
Tegucigalpa. Laut Reporter ohne Grenzen ist es Anfang November wieder zu massiven Morddrohungen und Aggressionen gegen kritische Journalisten in Honduras gekommen. In San Pedro Sula erhielt der Reporter und Direktor des Senders Radio Uno, Arnulfo Aguilar, erneute Morddrohungen. Sie richten sich gegen ihn und seine Familie. In der Hauptstadt Tegucigalpa wurde der Radioreporter Luis Galdamez von Radio Globo während der Ausstrahlung seines Live-Programmes von einem anonymen Anrufer bedroht. Am 9. November verübten Unbekannte einen Mordversuch auf den Sohn des Journalisten Renato Álvarez. Vor kurzem erst forderte Álvarez Konsequenzen für durch die honduranische Polizei begangene Menschenrechtsverletzungen, unter anderem die Bestrafung von acht Polizisten, die für die Ermordung zweier Studenten verantwortlich gemacht werden.

Dienstag, 8. November 2011

Paramilitärs in Honduras morden weiter

Konflikt in Bajo Aguán beschäftigt Interamerikanische Menschenrechtskommission. Neue Mutmaßungen über die Beteiligung von Kolumbianern

Bajo Aguán, Honduras. In der Krisenregion Bajo Aguán im Norden von Honduras gehen die Menschenrechtsverletzungen durch staatliche und private Sicherheitskräfte ungehindert weiter. Eine Woche nach einem Treffen zwischen verschiedenen Organisationen und der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) aufgrund der katastrophalen Lage in der Region wurde vergangene Woche der 50-jährige Kleinbauer Catalino López getötet und zwei weitere Personen verletzt.

Freitag, 4. November 2011

Gender-Filmabend zu Honduras in Berlin

Dienstag, 8. November/Martes 8 de noviembre  2011
Latino-Kino im New Yorck/Bethanien in Kreuzberg
(Mariannenplatz 2a, www.newyorck.net).


19:30 Soli-Bar + Vokü

20:15 Adelante muchachas! (2004, 70 Min., OmU/D)
Doku der Journalistin Erika Harzer über Frauenfußball in Honduras. Die einfühlsame Dokumentation zeigt die so unterschiedlichen jungen Frauen nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch zu Hause, in der Schule, in der Familie ,nutzt den Sport als Aufhänger für die Ansichten, Nöte und Sorgen der vier Protagonistinnen.

Donnerstag, 3. November 2011

SEMINAR: HONDURAS NACH DEM PUTSCH UND DIE ROLLE DER EUROPÄISCHEN ENTWICKLUNGSPOLITIK

18. - 20.11.2011, Haus der Jugend, Potsdam

Honduras ist auch zwei Jahre nach dem Putsch geprägt von gravierenden Menschenrechtsverletzungen: Staatliche Institutionen sind verantwortlich für ungelöste Landkonflikte und Straflosigkeit für mittlerweile über 200 politische Morde. Opfer der Gewalt sind die Angehörigen der mit dem Putsch entstandenen Demokratiebewegung Frente Nacional de Resistencia Popular(FNRP), in der sich Organisationen aus allen Teilen der Gesellschaft zusammen geschlossen haben, um für eine neue Verfassung und die Wiederkehr des geputschten Präsidenten Zelaya zu kämpfen.

Samstag, 22. Oktober 2011

Veranstaltung Wien: Auf meinen Stöckelschuhen - Queerer Widerstand in Honduras


Freitag, 4. November, 19:00: Informeller Austausch in der Rosa-Lila-Villa
Kontakt und Erfahrungsaustausch zwischen dem honduranischem LGBT-Aktivisten Fernando Reyes und Wiener LGBT Aktivist*innen
o   Sprache: Englisch / Spanisch / Deutsch
o   Ort: Rosa-Lila-Villa, Clubräume – Linke Wienzeile 102, 1060 Wien

Samstag, 5. November, 19:00: Film und Diskussion im TOP-Kino
Filmvorführung und Diskussion mit LGBT-Aktivist Fernando Reyes
o   Kurz-Spielfilm „Esperándola – Awaiting her“ von James Joint über die transsexuelle Lebensrealität in Honduras; 15 min; Spanisch mit engl. Untertiteln
o   Dokumentarfilm „En mis tacones - Auf meinen Stöckelschuhen“ von Fernando Reyes über die Diskriminierung von Trans-Menschen seit dem Militärputsch; 30 min; Spanisch mit dt. Untertiteln
o   Anschließende Diskussion mit Fernando Reyes
o   Sprache: Spanisch / Deutsch
o   Eintritt: Freie Spende geht an LGBT-Projekte in Honduras
o   Ort:  TOP-Kino; Rahlgasse 1, 1060 Wien

Donnerstag, 20. Oktober 2011

'En mis Tacones' - 'Auf meinen Highheels'

Von 27.10. bis 10.11.2011 ist der honduranische LGBT-Aktivist Fernando Reyes auf Rundreise in Deutschland und Österreich. In sieben Städten finden Veranstaltungen statt, in denen der von ihm gedrehte Dokumentarfilm "En mis tacones - Auf meinen Stöckelschuhen" gezeigt wird. Fernando erzählt über die transsexuellen Lebensrealtiäten in Honduras, die Diskriminierung von Lesbinnen, Schwulen, Bi- und Trans-Personen und deren Aktivitäten in der Widerstandsbewegung gegen den Militärputsch in Honduras.


Termine:
27.10.2011, 18:00 - 20:00 Uhr Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin

30.10.2011, 19:00 Uhr Lateinamerikatage Hamburg, Werkstatt 3, Nernstweg 32-34    http://www.zapapres.de/Veranstaltungen.html

31.10.2011, Bochum, Soziales Zentrum

01.11.2011, 19:30 Uhr, Düsseldorf, Linkes Zentrum 'Hinterhof'
http://beta.linkes-zentrum.de/termine/2011-11-auf-meinen-highheels-diversitaet-im-widerstand

02.11.2011, 19:30 Uhr Bonn, Kult 41, http://www.kult41.net/index.php?id=69

04.11.2011, 19:00 Uhr Wien, Rosa-Lila-Villa
05.11.2011, 19:00 Uhr Wien, TOP-Kino
http://hondurasdelegation.blogspot.com/search/label/Veranstaltung

07.11.2011, 20:00 Uhr, München, Ligsalz8
http://www.oeku-buero.de/terminleser/events/En_mis_Tacones.html

JournalistInnen in Honduras



Projektbeschreibung deutsch

Nach dem Putsch in Honduras 2009 hat sich die Situation für honduranische JournalistInnen und Medienschaffende im Land gravierend verschlechtert. Presse- und Meinungsfreiheit werden unterdrückt, Radiostationen werden angegriffen, Morddrohungen ausgesprochen.
Seit 2010 wurden in Honduras mind. dreizehn JournalistInnen ermordet. Reporter ohne Grenzen halten das Land für eines der gefährlichsten Länder für Journalisten weltweit. Der Weltverband der Community Radios – Sektion Lateinamerika und Karibik (AMARC-ALC) äußerte Besorgnis angesichts de massiven Aufgebots von Sicherheitskräften. „Es werde versucht, über indirekte Maßnahmen wie Strafprozesse, Basismedien wie den Sender La Voz de Zacate Grande (die Stimme von Zacate Grande), die für lokale Gemeinden arbeiten, zum Schweigen zu bringen“. Ende Januar 2011 kritisierte der UN-Sonderbotschafter für Meinungsfreiheit, Frank de La Rue, die anhaltende Gewalt gegenüber Basisradios in Honduras und mahnte den honduranischen Staat an, die internationalen Konventionen bezüglich des Rechts auf Meinungsfreiheit einzuhalten.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Online Eilaktion von FIAN zu Bajo Aguan

Honduras: Extreme Gewalt gegen Bauerngemeinschaften in Bajo Aguán

Eilaktion auf der Seite von FIAN Deutschland

Die Gewalt und Repression gegen die Bauerngemeinschaften im Bajo Aguán-Tal nimmt immer besorgniserregendere Ausmaße an. Zwischen Januar 2010 und Anfang Oktober 2011 wurden 40 Personen ermordet, die den lokalen Bauernorganisationen angehörten oder nahe standen. Die ca. 3.500 betroffenen Bauernfamilien haben seit vielen Jahren ihr Recht auf Nahrung durch Zugang zu landwirtschaftlich nutzbarem Land eingefordert. Nun ist es zu einer Eskalation der Landkonflikte mit den wichtigsten Palmölproduzenten der Region gekommen.

Nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen haben bei ihren Untersuchungen festgestellt, dass die Bauerngemeinschaften in der Region völlig wehr- und schutzlos sind angesichts der Repression und der unterlassenen Schutzmaßnahmen der Behörden. Nach Aussagen von Opfern, Familienangehörigen und Zeugen sind staatliche und private Sicherheitskräfte verantwortlich für die Totschläge, Folter, Drohungen und Einschüchterungsversuche gegen die Bauerngemeinschaften.

Hintergrundinformationen
Seit dem Putsch vom 28. Juni 2009 und dem Zusammenbruch der verfassungsmäßigen Ordnung nehmen die Achtung und der Schutz der Menschenrechte in Honduras kontinuierlich ab. Dies ist in den Berichten der interamerikanischen Menschenrechtskommission, von UN-Organisationen und nationalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen aus dem nichtstaatlichen Bereich dokumentiert.

Bajo Aguán ist eine der Regionen, die von den Spannungen und der Repression am stärksten betroffen ist. Nach Aussagen der Bauerngemeinschaften herrscht ein von Angst und Terror geprägtes Klima, das hervorgerufen wird durch die ständigen Bedrohungen, Einschüchterungsversuche, Entführungen und Folter durch Militär, Polizei sowie private Sicherheitskräfte von örtlich ansässigen Unternehmern. Während der 90er Jahre eigneten sich Unternehmer der Region einen Großteil des fruchtbaren Landes an und nutzen es vor allem für den Anbau von Ölpalmen.

Seit dem Jahr 2000 verfolgt FIAN Landkonflikte in Bajo Aguán und begleitet vor allem den Fall, bei dem es um die Übergabe der Ländereien des ehemaligen regionalen Militärübungszentrums CREM (Centro Regional de Entrenamiento Militar) an landlose Familien geht. Dank des bäuerlichen Engagements, der Unterstützung durch nationale Organisationen und die internationale Aufmerk-samkeit konnte erreicht werden, dass ihnen der Großteil der 5.700 Hektar inzwischen zugewiesen wurde. Die Übertragung des verbleibenden Landes steht allerdings noch aus, da die Behörden nicht willens oder in der Lage waren, dieses staatliche Land den Händen einflussreicher Unternehmer zu entreißen.

Im März 2011 haben sechs Netzwerke und Organisationen, darunter FIAN, eine Untersuchungsmission in Bajo Aguán durchgeführt, um die Menschenrechtsverletzungen zu analysieren. Im Bericht dieser Untersuchungsreise (in englischer Sprache auf www.fian.org abrufbar) wird die von extremer Gewalt und Straffreiheit geprägte Situation detailliert dargestellt, der die Bauernbewegungen ausgesetzt sind: Sie sind Opfer ständiger Angriffe und Verletzungen des Rechts auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf Nahrung, Gesundheit, Wohnung und Bildung, ohne dass dies von den Behörden entsprechend untersucht und geahndet wird.

Aus dem Untersuchungsbericht, der der interamerikanischen Menschenrechtskommission und der Unterkommission für Menschenrechte des Europäischen Parlaments vorgelegt wurde, geht hervor, dass durch die Anordnung und Durchführung der gewaltsamen Vertreibungen der Bauerngemeinschaften internationale Menschenrechtsstandards verletzt wurden. Offiziell sollen in Bajo Aguán nicht nur die Ländereien des ehemaligen regionalen Militärübungszentrums übergeben und rechtlich übereignet werden, sondern zusätzlich insgesamt 11.000 Hektar Land. Dies wurde am 13. April 2011 in einem Abkommen festgelegt, das vom Staatspräsidenten und VertreterInnen der Bauerngemeinschaften unterzeichnet wurde. Trotz einiger Fortschritte und Übertragungen einzelner Landstücke ist der Landkonflikt weit von einer Lösung entfernt.

Zudem ist eine klare Politik des honduranischen Staates erkennbar, den Kampf der Bauerngemeinschaften zu kriminalisieren und das Gebiet zu militarisieren. Bis zum Monat Juli des Jahres 2011 wurden Anklagen gegen mindestens 162 Bäuerinnen und Bauern erhoben, die Mitglieder von Bauernorganisationen in Bajo Aguán sind. Mitte August 2011 genehmigte die Regierung eine neue militärische Daueroperation in der Region (Xatruch II), mit Einsatz von tausend Polizei- und Militärkräften, was das Risiko verstärkter Gewalt gegen die Bauerngemeinschaften mit sich bringt. In den nachfolgenden sechs Wochen wurden vier Bauern und eine Bäuerin ermordet, darunter zwei der wichtigsten Führungspersonen der Bauernbewegungen in Bajo Aguán.
Honduras ist Unterzeichnerstaat des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte. Daher sind die honduranischen Behörden verpflichtet, die Menschenrechte zu achten, zu schützen und zu gewährleisten, insbesondere das Recht auf Leben, das Recht auf Nahrung, Wohnung, Gesundheit und Bildung sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Aktion
Unterstützen Sie diese Eilaktion, indem Sie Briefe an die honduranische Sonderstaatsanwältin für Menschenrechte, Sandra Ponce, schicken. Fordern Sie darin die Untersuchung der Morde, das Ende der Repression und die endgültige Lösung des Landkonflikts in Übereinstimmung mit den Pflichten des honduranischen Staates in Bezug auf das Recht auf Nahrung.

Bitte schicken Sie eine Kopie des Schreibens an FIAN International; diese Kopien werden gesammelt an die interamerikanische Menschenrechtskommission, die Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, die Europäische Union und andere zwischenstaatliche Institutionen übergeben, die in diesen Fall involviert sind.
Bitte versenden Sie Ihre Schreiben so schnell wie möglich und informieren Sie FIAN über Reaktionen auf Ihre Briefe.

zur Eilaktion von Fian Honduras

Dienstag, 27. September 2011

Erneuter Terror gegen Kleinbauern in Bajo Aguán

Bajo Aguán, Honduras. In der Krisenregion Bajo Aguán im Norden von Honduras ist es erneut zu schweren Menschenrechtsverletzungen durch Polizei und Militäreinheiten gekommen. Am Nachmittag des 19. Septembers drangen circa 200 Sicherheitskräfte in das Dorf Rigores ein und nahmen dabei gewaltsam mehrere Personen fest, darunter auch zwei 15- und 16-jährige Jugendliche. Zudem zerstörten die bewaffneten Kräfte erneut einige Häuser der Kleinbauern. Der 16-jährige Santos Bernabé Cruz Aldana berichtete nach seiner Freilassung von massiven Drohungen und Folter.

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Mittwoch, 21. September 2011

Neue Morde an Oppositionellen in Honduras

15 tote Journalisten alleine in den vergangenen 18 Monaten. Demokratiebewegung spricht von gezielten Terror gegen Aktivisten

Tegucigalpa. In Honduras nehmen die Drohungen und Morde an kritischen Journalisten sowie Aktivisten der Demokratiebewegung erheblich zu. So wurde am 8. September Medardo Flores, Mitarbeiter des Radiosenders UNO in San Pedro Sula und Aktivist der neu gegründeten Partei FARP, ermordet. Der 61-jährige wurde von Unbekannten erschossen als er sich mit dem Auto auf dem Heimweg befand.

Nur wenige Stunden zuvor hatten ebenfalls Unbekannte in der Hauptstadt Tegucigalpa den Aktivisten Mahadeo Roopchano Sadloo Sadloo, eine der Symbolfiguren der Demokratiebewegung und ebenfalls bekannter Unterstützer der FARP, ermordet. Sadloo war in Honduras unter dem Spitznamen Emo als einer der Köpfe der Demokratiebewegung bekannt.

In einem Fernsehinterview sprach Ex-Präsident Manuel Zelaya, dem beide Opfer nahestanden, von geplanten Morden an Oppositionellen. Ziel sei es, den Widerstand gegen das amtierende De-facto-Regime unter Führung des Unternehmers Porfirio Lobo zum Schweigen zu bringen.

Besonders der Mord an Sadloo, der bei den Anhängern der Demokratiebewegung sehr beliebt war, löste eine Welle der Entrüstung in Honduras aus und könnte nach Ansicht von Beobachtern zu einer neuen Radikalisierung der Proteste beitragen.

Aufgrund der hohen Straflosigkeit in Honduras bleibt die Mehrheit der bisherigen Morde weiterhin unaufgeklärt und die Täter unbekannt. Vor allem kritische Journalisten sind ständigen Drohungen ausgesetzt. So forderte die Organisation School of Americas Watch am 16. September in einem offenen Brief an den Vorsitzenden des obersten Gerichtshofes und an die Generalstaatsanwaltschaft Schutzmaßnahmen für den Journalisten Mario Castro, da dieser massive Todesdrohungen erhalten hat. Bereits vor drei Wochen wurde die Journalistin Vanesa Maradiaga überfallen und bedroht, als sie die Sendestation von Radio Globo verließ. Maradiaga arbeitet für das Programm der Demokratiebewegung, welches der Sender ausstrahlt und ist zugleich als Aktivistin der Organisation Los Necios bekannt. In den letzten zwei Monaten wurden vier Aktivisten der Organisation Opfer von Überfällen und Drohungen.

Bereits im Dezember 2010 zählte die Menschenrechtsorganisation COFADEH über 100 politische Morde seit dem zivil-militärischen Putsch im Juni 2009. Und auch unter der sogenannten Regierung der Versöhnung des De-facto-Präsidenten Porfirio Lobo steigt die Zahl der ermordeten Demokratieaktivisten stetig an. So forderte alleine der ungelöste Landkonflikt in der Region Bajo Aguán bereits über 50 Todesopfer. Mit dem Mord an Flores steigt die Zahl der ermordeten Journalisten seit dem Amtsantritt Lobos im Januar 2010 auf 15 an. Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen ist Honduras damit zu einem der gefährlichsten Länder Lateinamerikas für Journalisten geworden.

 

Putsch-Verteidiger soll Entwicklungshilfe leiten

Kritik an Berufung von Vertreter der Naumann-Stiftung in Ministerium. Mitarbeiter hatte Umsturz in Honduras 2009 befürwortet 

Von Harald Neuber, erschienen auf amerika21.de

 

Sitz der Naumann-Stiftung in Honduras
Berlin/Tegucigalpa. Während die FDP im Superwahljahr 2011 beinahe von der politischen Bildfläche verschwunden ist, sorgt die parteinahe Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt) weiter für Konflikte im politischen Berlin. So haben mehrere Vertreter der Opposition im Bundestag die Versetzung des umstrittenen bisherigen Stiftungsvertreters in Honduras, Christian Lüth, in das Entwicklungsministerium (BMZ) kritisiert. Lüth war zum Zeitpunkt des Putsches gegen die letzte demokratisch gewählte Regierung des mittelamerikanischen Landes Ende Juni 2009 Leiter des FNSt-Büros in Honduras. Vertreter deutscher Parteien, von Nichtregierungsorganisationen und der honduranischen Demokratiebewegung warfen Lüth vor, den Sturz des damaligen Präsidenten Manuel Zelaya befürwortet zu haben.

Sonntag, 18. September 2011

Honduras: Demonstrationen am Unabhängigkeitstag

Tegucigalpa/Tocoa. Am 15. September, dem 190. Jahrestag der honduranischen Unabhängigkeit, mobilisierte die Demokratiebewegung zu großen Demonstrationen im ganzen Land. In der Hauptstadt Tegucigalpa folgten mindestens 100.000 Demonstranten dem Aufruf der FNRP und protestierten gegen den im Juni 2009 stattgefundenen Militärputsch und gegen den Ausverkauf des Landes unter der neoliberalen Politik des De-facto-Präsidenten Porfirio Lobo. Dem offiziellen Festakt der Regierung hingegen folgten laut Angaben von unabhängigen Journalisten nur einige hundert Zivilisten.

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Samstag, 10. September 2011

Bekannter Aktivist der Demokratiebewegung ermordet

Tegucigalpa. Am vergangenen Mittwoch wurde Mahadeo Roopchano Sadloo Sadloo auf seinem Grundstück in Tegucigalpa von Unbekannten durch mehrere Schüsse getötet. Der 55 jährige Surinamer mit dem Spitznamen Emo galt als eine Symbolfigur des Widerstandes und lebte seit mehr als 35 Jahren in Honduras.

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Donnerstag, 8. September 2011

Schüler und Studenten in Honduras verhaftet

Tegucigalpa. Im Zuge der Repression gegen die landesweit stattfindenden Studentenproteste wurden am 1. September 26 Studenten in San Pedro Sula und La Esperanza von der Polizei festgenommen. In San Pedro Sula im Norden des Landes setzten Sicherheitskräfte nach Beendigung einer friedlichen Demonstration Tränengas gegen die Protestierenden ein und verhafteten 15 Personen, darunter 12 Minderjährige. Anwälte der Betroffenen berichten von Drohungen und Beleidigungen des zuständigen Richters gegen die Festgenommenen.

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Sonntag, 4. September 2011

Honduras: Erneuter Mord in Region Bajo Aguán

Bajo Aguán, Honduras. In Honduras dauern die Morde an Kleinbauern an, die sich in Konflikten mit lokalen Großgrundbesitzern befinden. Am Morgen des 2. Septembers wurde der Kleinbauer Olvin David González Godoy in der Region Bajo Aguán ermordet. Die Leiche des 24-Jährigen wurde am frühen Morgen auf dem Weg zu der Kooperative Marañones gefunden. González selbst gehörte der Bauern-Kooperative "21 de Julio" an, die ihrerseits Teil der Bauernvereinigung MUCA ist. Nach Aussage eines Aktivisten der Organisation wollte der Getötete seine Mutter in der Stadt San Pedro Sula besuchen.

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Mittwoch, 31. August 2011

Studentenproteste in Honduras fordern erstes Todesopfer

Tegucigalpa. In der Nacht vom 22. August wurde der 17jährige Student Nahúm Alexander Guerra in Macuelizo, im Osten von Honduras von Unbekannten ermordet. Die Tat ereignete sich als Guerra zusammen mit anderen Studenten den Eingang einer Schule bewachte, welche von den Studierenden besetzt wurde. Ein Unbekannter beschimpfte die Jugendlichen aus einem Auto heraus als Streikende und eröffneten das Feuer gegen die Gruppe, dabei wurde Guerra in die Brust und in den Arm getroffen.

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Montag, 29. August 2011

Erneute Eskalation im Landkonflikt von Bajo Aguán

So wurden nur wenige Tage darauf, am 20. August, Pedro Salgado, Vizepräsident der Bauernorganisation MUCA, und seine Ehefrau Reina Mejía von Maskierten in ihrem Hause durch mehrere Schüsse und Machetenhiebe getötet. Nur einen Tag zuvor, wurden die Aktivisten der Bauernorganisation MARCA, Secundino Ruíz und Eliseo Pavón von Unbekannten beschossen. Bei der Attacke verlor Ruiz, zu dessen Schutz die Interamerikanische Menschenrechtskommission vorbeugende Maßnahme angeordnet hatte, sein Leben.
Grund für die weitere Stationierung von bis zu 1.000 Soldaten war eine Besetzung der Finca Panamá durch Aktivisten der Bauernorganisation Movimiento Campesino Colonia Nueva Vida de Rigores (MCCNVR), bei welcher der 17jährige Kleinbauer Javier Melgar und fünf Mitarbeiter des Privaten Sicherheitsdienstes der Finca ums Leben kamen. Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens Corporación Dinant, welche auf der Finca Ölpalmen anbaut, griffen die Besetzer den privaten Sicherheitsdienst des Unternehmens an. Zeugen sprechen jedoch davon, dass die Aktivisten direkt nach der Besetzung von Soldaten und privaten Sicherheitskräften umstellt wurden, welche das Feuer eröffneten und dabei zivil gekleidete Mitarbeiter der Sicherheitsfirma mit Besetzern verwechselten.
Zudem wurden am 15. August fünf Mitarbeiter eines lokalen Vertriebspartners der Firma Pepsi von Unbekannten ermordet. Diese waren mit einem ungekennzeichneten Lastwagen in der nähe der Finca San Isidro, welche ebenfalls dem Unternehmen Corporación Dinant gehört, unterwegs. Kurz zuvor befanden sich die Insassen des Lastwagen auf dem Gelände des nationalen Agrarinstituts (INA) in Sinaloa um dort Werbematerial zu verteilen. Das nationale Agrarinstitut unterstützt die verschiedenen Bauernorganisationen in der Region und dient regelmäßig als Veranstaltungsort für Treffen. Zudem grenzt ein Flüchtlingscamp vertriebener Kleinbauern an das Gelände des INA an.
Bauern- und Menschenrechtsorganisationen fordern seit langem eine politische Lösung des Landkonfliktes und machen auf die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen und politischen Morde an Aktivisten der Bauernbewegung in der Region aufmerksam. So unterhält der Eigentümer des Unternehmens Corporación Dinant, der Agrarunternehmer Miguel Facussé, eine 200 Mann starke Privatarmee, welche laut Augenzeugen mit den staatlichen Sicherheitskräften zusammenarbeitet und laut lokalen Kleinbauern für zahlreiche Vertreibungen und Morde verantwortlich ist.


Freitag, 26. August 2011

Honduras-Fotoausstellung in München

Von 1. bis 31. Oktober wird die Fotoausstellung „Gegen die Unsichtbarkeit“ in München im Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstr. 80 RGB (<http://www.einewelthaus.de/>gezeigt.

Im Rahmen der Ausstellung wird es auch zwei Veranstaltungen geben. Termin und Ankündigungstexte folgen noch. 



Samstag, 13. August 2011

HONDURAS-FOTOAUSSTELLUNG BEIM EUROPÄISCHEN FORUM FÜR ERNÄHRUNGSSOUVERÄNITÄT IN KREMS/ÖSTERREICH


Von 15. bis 21. August wird die Fotoausstellung „Gegen die Unsichtbarkeit“ zum Widerstand in Honduras in Krems, Österreich im Magistrat gezeigt.

Von 16. -21. August 2011 findet in Krems das erste europäische Forum für Ernährungssouveränität „Nyeleni Europe“ statt! Die europäische Ernährungs- und Agrarpolitik benötigt dringend neue Ansätze.

Sonntag, 7. August 2011

Bauernmorde in Honduras gehen weiter

Erneute Drohungen gegen organisierte Kleinbauern. Mehrere Aktivisten getötet. Internationale Kritik an Straflosigkeit in der Region

Von Johannes Schwäbl, amerika21.de

Freitag, 5. August 2011

Fotovortrag in Eichstätt am 16. August


Nach dem Putsch in Honduras:
Resistencia, Repression und die "Rettung des Neoliberalismus"

Fotovortrag zur aktuellen Menschenrechtslage und zur Demokratiebewegung in Honduras.
Am Dienstag, 16.8.2011 um 20 Uhr in der P20 (Pedettistr. 20) in Eichstätt

Samstag, 23. Juli 2011

Schluss mit Verfolgung und Straffreiheit im unteren Aguán-Tal!

Organisationen legen Abschlussbericht der Internationalen Mission vor  

Die internationalen Organisationen, die vom 26. Februar bis zum 4. März 2011 die Menschenrechtslage im unteren Aguán-Tal untersuchten, haben dem Europäischen Parlament und der honduranischen Gesellschaft ihren Abschlussbericht vorgelegt, in dem sie die Fortsetzung von gezielten Tötungen, Verfolgung und Straffreiheit anprangern und Empfehlungen an die honduranischen Behörden und die internationale Gemeinschaft aussprechen.  

Artikel auf http://www.rel-uita.org 

Donnerstag, 21. Juli 2011

Sie können alle Blumen abschneiden

Zwei Jahre nach dem Putsch gegen Präsident Zelaya sind die Bot- schafter von EU und Deutschland längst nach Honduras zurückgekehrt. Geblieben sind der Terror gegen Minderheiten und Oppositionelle, sowie die ungleiche Verteilung von Land. Entstanden ist eine kraftvolle Widerstandsbewegung.
Von Øle Schmidt
Veröffentlicht in der Berliner Wochenzeitung der Freitag

»Es bricht mir das Herz. Aber wir mussten den Befehl der Politik ausführen, und das von den Bauern besetzte Land räumen. Wir hatten keine Wahl.« Alex Madrid ist Medienoffizier der honduranischen Polizei. Und er ist geschult. Als ein Familienvater ihn unter Tränen fragt, warum sie Frauen und Kindern ihr Obdach nehmen, antwortet Madrid: »Vielen Dank für ihren Beitrag zur Demokratie.« Und lächelt. Hinter ihm schlagen kleine Flammen aus den provisorischen Hütten der Bauern. Rauch liegt schwer in der Luft. Bewaffnete Soldaten stehen auf kaputtem Geschirr und zerrissener Kleidung. Die landlosen Bauern hatten das Gebiet im Bajo Aguán, im Norden Honduras, besetzt, nachdem die Regierung ihr Versprechen auf die kleinen Parzellen nicht eingelöst hatte. Haben sie Waffen bei der Räumung gefunden? »Nein«, antwortet Alex Madrid. Dann trägt der PR-Offizier mit der martialischen Uniform einem staunenden Publikum ein selbst geschriebenes Gedicht über Ungerechtigkeit in seinem Mutterland vor. Am Abend wird Alex Madrid im Fernsehen sagen, dass Polizei und Armee das besetzte Land räumen mussten, nachdem sie schwere Waffen bei den Bauern gefunden hatten.

Freitag, 15. Juli 2011

Honduras Machthaber wollen Verfassungsreform

Vertreter der verschiedenen Parteien an Gesprächen beteiligt. Ex-Präsident Zelaya und Demokratiebewegung kritisieren Vorgehen

Tegucigalpa. Der De-facto-Präsident von Honduras, Porfirio Lobo, hat eine Debatte über die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung anberaumt. An einem Treffen am vergangenen Wochenende nahmen Vertreter der verschiedenen honduranischen Parteien teil. Soziale und politische Organisationen die in dem Demokratiebündnis FNRP zusammengeschlossen sind, äußern jedoch heftige Kritik an der Verfassungsinitiative der De-facto-Regierung. Dennoch nahm auch der ehemalige honduranische Präsident Manuel Zelaya als Vertreter der neu gegründeten Partei FARP an dem Treffen teil.

Artikel auf Amerika21

AI-Eilaktion zu Zwangsräumungen in Colon

URGENT ACTION - Zwangsräumungen in Colon

114 Familien einer Gemeinschaft im Norden Honduras, darunter kleine Kinder, wurden Opfer einer rechtswidrigen Zwangsräumung durch die Polizei. Etwa 80 Personen leben jetzt in einem nahe gelegenen Gemeindezentrum unter sanitären Bedingungen, die eine Gefahr für ihre Gesundheit darstellen.
Am 24. Juni vertrieb die Polizei eine Gemeinschaft in der Stadt Rigores im Departamento Colón, nachdem ein örtlicher Richter einen Räumungsbefehl ausgestellt hatte. Die Menschen lebten bereits mehrere Jahre auf dem Land, doch ein ortsansässiger Grundbesitzer, der Anspruch auf das Land erhebt, hatte die Räumung der Gemeinschaft gefordert. Berichten von AnwohnerInnen zufolge traf die Polizei mit Traktoren ein und zerstörte Häuser von Angehörigen der Gemeinschaft sowie sieben Klassenzimmer der Schule und des Kindergartens und zwei Kirchen. Etwa 493 Personen wurden dadurch obdachlos.

weiter zur Urgent Action von Amnesty

Donnerstag, 7. Juli 2011

„GEGEN DIE UNSICHTBARKEIT“


FOTOAUSSTELLUNG ZUM WIDERSTAND IN HONDURAS

Sie waren unsichtbar. Sie waren nicht-existent in den Regierungsprogrammen, internationalen Abkommen und Investitionsvereinbarungen. Sie, die Marginalisierten der honduranischen Bevölkerung. Frauen, homo- und transsexuelle Menschen, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, Landlose, Indigene... Als sie drohten, mehr Mitspracherechte zu fordern, wurde dies von der honduranischen Elite und dem Militär mit einem Putsch am 28. Juni 2009 beantwortet. Doch sie ließen sich nicht einschüchtern, nun erst recht nicht.
In der Fotoausstellung sollen diese Menschen sichtbar und hörbar gemacht werden. Die Wander-Ausstellung und die dazugehörige Broschüre sind Projekte einer Gruppe von Aktivist*innen und freien Journalist*innen, die im Dezember 2010 im Rahmen einer Delegationsreise in Honduras waren. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit honduranischen „Künstler*innen im Widerstand“ – etwa die Hälfte der Fotos stammt von ihnen.
Die Fotos sind eine Kampfansage an die „Unsichtbarmachung“. In ihnen wird der aktive Widerstand der Bevölkerung gegen die „Unsichtbarmachung“ dargestellt: der Kampf der Frauen und Feminist*innen für Gleichberechtigung, der Einsatz der LGBT-Bewegung (Lesbian/Gay/Bi/Trans) für die Anerkennung von sexueller Diversität, die Widerstandsbewegung FNRP, die sich nach dem Putsch als breite Allianz gegründet hat und für eine neue Verfassung und eine ganzheitliche gesellschaftliche Transformation einsteht. Ein Schwerpunkt liegt auch auf dem ungleichen Zugang zu Land und dem Ressourcenraub, gegen den sich Bäuerinnen und Bauern, Landlose und indigene Bewegungen einsetzen. Doch diese Kämpfe werden mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Auch die Militarisierung des Landes und die Repression gegen die Zivilgesellschaft wird in der Ausstellung nicht verschwiegen, ebenso wenig wie der Beitrag von Europäischer Union und deutschen Institutionen an der „Unsichtbarmachung“ des Widerstands.

INHALT DER AUSSTELLUNG
  • 1 Einleitungstext (DIN A 3)
  • 1 Zeittafel (31cm x 55cm)
  • 1 Landkarte mit Konfliktherden (DIN A 3)
  • 25 Fotos (21 in DIN A 2, 4 in DIN A 3), 25 Fototexte (21cm x 10cm) und 7 Themenrubriken zu den Themen:
    • Widerstand gegen den Putsch: 5 Fotos
    • Repression/Menschenrechtsverletzungen: 4 Fotos
    • Widerstand von Frauen/Feministinnen: 2 Fotos
    • Widerstand der Bewegung für sexuelle Diversität: 3 Fotos
    • Indigener Widerstand, COPINH: 2 Fotos
    • Bäuerlicher Widerstand, Landkonflikte, Bajo Aguán: 7 Fotos
    • EU und Friedrich Naumann Stiftung: 2 Fotos
  • 3 Texttafeln (DIN A 4) mit Abdruck eines Briefs von Ex-Stipendiat*innen der Friedrich Naumann-Stiftung mit Fototext
  • Texttafel mit Erklärung des Audio-Sounds
  • Audio-Sound a 20 min., um ihn im Hintergrund als Schleife abzuspielen (Geräusche aus Honduras, Interviews, Musik,...) – per Mail anzufragen 

DAZU:
  • Passende Broschüren „Wir waren unsichtbar“ – extra zu bestellen (a 2 € Spende)
  • Wenn möglich: Auflage von honduranischen Zeitungen, Zeitschriften, Büchern zum durchblättern – kann per Post angefordert und ausgeliehen werden
  • Es gibt auch die Möglichkeit, einzelne Fotos zum Verkauf anzubieten oder Versteigerungen durchzuführen. Der Erlös kommt Projekten in Honduras zugute.
Bestellbare Fotos: Nr. 1, 3, 6, 7, 11, 15, 16, 17, 22 in DIN A 3, Spende mind. 20 €

FORMAT:
Die Tafeln sind aus PVC-Hartschaumplatten, die sehr leicht und relativ beständig sind.

BESTELLUNG:
Die Ausstellung kann per Mail bestellt werden bei hondurasblog2010@gmail.com und an verschiedenen Orten (Ausstellungsräumen, Cafés, Veranstaltungsgebäuden, Schulen, etc.) ausgestellt werden. Wir bitten dafür um einen Beitrag von € 40,00 pro Woche (bei Schwierigkeiten, dies zu finanzieren, trotzdem gerne melden).
Die Ausstellung existiert in zweifacher Form, somit kann sie auch gleichzeitig in verschiedenen Städten ausgestellt werden. Falls die Durchführung von Veranstaltungen geplant ist, können auch Referent*innen mit Bezahlung von Fahrtkosten und Honorar unter obiger Mail-Adresse angefragt werden.





„Gegen die Unsichtbarkeit“ - Eröffnung der Fotoausstellung zum Widerstand in Honduras, am 27. Juni 2011


Zum Jahrestag des Putsches in Honduras wurde die Fotoausstellung „Gegen die Unsichtbarkeit“ eröffnet. Am 27. Juni fanden die Vernissage sowie eine Diskussionsveranstaltung zu Landkonflikten in Honduras im Garten des Student*innen-Lokals Tüwi in Wien statt. Im Anschluss genossen die etwa 60 Besucher*innen noch bei lateinamerikanischer Live-Musik das honduranische Buffet.
Die Fotoausstellung „Gegen die Unsichtbarkeit“ stellt in über 25 Bildern, Texten und Stimmen die marginalisierte honduranische Bevölkerung dar, welche vermehrt seit dem Putsch Widerstand gegen diese „Unsichtbarmachung“ leistet. Die Ausstellung sowie die dazugehörige Broschüre sind Projekte einer Gruppe von Aktivist*innen und freien Journalist*innen, die im Dezember 2010 eine Delegationsreise nach Honduras machten. Sie entstand in Kooperation mit honduranischen „Künstler*innen im Widerstand“ – etwa die Hälfte der Fotos stammt von ihnen. 
Die Wander-Ausstellung wird in verschiedenen Städten präsentiert werden, sie ist auch zu bestellen bei der Delegationsgruppe.
Im Zusammenhang mit der Fotoausstellung fand eine Diskussionsveranstaltung statt mit dem Thema „Globalizemos la lucha – Globalizemos la esperanza“. Diskutiert wurde die gravierende Situation des Landraubs in Honduras und die existierenden bäuerlichen und indigenen Bewegungen gegen die Privatisierung von Land und natürlichen Ressourcen. Die honduranische Situation wurde eingebettet in globale Dynamiken der Neoliberalisierung der Natur, sowie globalen Bewegungen wie „La Vía Campesina“, die mit ihrem Einsatz für Ernährungssouveränität eine umfassende Antwort geben auf die hegemoniale Gestaltung unseres Lebensmittel- und Agrarsystems.
Der Abend endete mit lateinamerikanischer Live-Musik und honduranischer Volxküche.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Gedenken an Putsch in Honduras vor zwei Jahren

Zehntausende in Honduras auf den Straßen. Kundgebung auch in Deutschland vor der Potsdamer Zentrale der Friedrich-Naumann-Stiftung

 

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Donnerstag, 23. Juni 2011

Bundesweites Bündnis veranstaltet Kundgebung in Potsdam zum Jahrestag des Putsches in Honduras


Vor der Zentrale der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung soll gegen deren Unterstützung für die Putschisten protestiert werden

Ein bundesweites Bündnis von Aktiven in der Solidaritätsarbeit mit der honduranischen Demokratiebewegung FNRP ruft für Dienstag, 28. Juni, den zweiten Jahrestag des Putsches in Honduras, zu einer Kundgebung vor der Zentrale der Friedrich-Naumann-Stiftung in Potsdam auf.
Christian Lüth, Regionalvertreter der FDP-nahen Stiftung in Honduras, legitimierte und verteidigte den Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Zelaya. Auch nachdem der Putsch eintimmig von allen Ländern der UNO verurteilt wurde, rechtfertigten Vertreter der Stiftung den Staatsstreich in honduranischen und deutschen Medien. Dabei stellten sie sich auch gegen die Linie der Bundesregierung, die den Putsch verurteilte.

Solidaritätskundgebung für die Anti-Putsch-Bewegung in Honduras und gegen die Machenschaften der Friedrich Naumann Stiftung in Zentralamerika

Genau einen Monat bevor sich der Staatsstreich in Honduras zum zweiten Mal jährt, ist der gepuschte Ex-Präsident Mel Zelaya ins Land zurückgekehrt. Am 28. Mai landete er in der Hauptstadt Tegucigalpa, wo ihn einige Hunderttausend Anhänger erwarteten. Doch auch von der Putschnachfolgeregierung Porfirio Lobo wurde er empfangen. Beide Machtgruppen im Land versprechen sich von der Rückkehr Zelayas eine politische Entwicklung in ihrem Sinne. Sowohl die Widerstandsbewegung, die die Zivilgesellschaft und die marginalisierte Mehrheitsbevölkerung hinter sich hat, wie auch die Putschisten, die die Interessen der kleinen Elite sichert und seit dem Staatsstreich verstärkt Privatisierungen, Konzessionierungen und die Einführung autonomer Wirtschaftszonen forciert haben. Letztendlich hängt es von Zelaya ab, ob er seine Popularität nutzt, um mit der starken außerparlamentarischen Opposition soziale Reformen zu erwirken; oder ob er die einst größte Partei des Landes, die Liberalen, wiedervereint und eine zweite Amtszeit anstrebt. Die Liberalen allerdings sind seit dem Putsch tief gespalten; mit dazu beigetragen hat die klare Positionierung der ansässigen Friedrich-Naumann-Stiftung zugunsten der Putschisten.

Freitag, 17. Juni 2011

Zelaya will Gründung neuer Partei vorantreiben

Demokratiebewegung plant Generalversammlung am Jahrestag des Putsches Ende Juni. Teilweise Kritik an Vorstoß Zelayas

 

Tocoa, Honduras. Der Ende Mai aus dem Exil nach Honduras zurückgekehrte ehemalige Präsident Manuel Zelaya kündigte am vergangenen Sonntag die Gründung einer neuen Partei an, welche an den Wahlen im November 2013 teilnehmen soll. "Der einzige Weg in Honduras Gerechtigkeit zu erreichen, liegt in den Urnen", erklärte der im Juni 2009 durch einen Militärputsch entmachtete Präsident auf einem Treffen in der honduranischen Stadt Tocoa. Zu diesem Zweck soll am 26. Juni eine Generalversammlung des Demokratiebündnisses FNRP einberufen werden, um über das weitere Vorgehen zur Gründung einer Partei zu diskutieren.

 

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Donnerstag, 16. Juni 2011

URGENT ACTION - LGBT-AKTIVIST BEDROHT

Alexander (Alex) David Sánchez Álvarez ist Menschenrechtsverteidiger und Aktivist für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (LGBT). Am 8. Juni wurde er zum dritten Mal in diesem Jahr mit einer Waffe bedroht. Amnesty International fürchtet um sein Leben.

UA von Amnesty International

FOTOAUSSTELLUNG UND DISKUSSIONS-VERANSTALTUNG IN WIEN


GLOBALICEMOS LA LUCHA – GLOBALICEMOS LA ESPERANZA
FOTOAUSSTELLUNG UND DISKUSSIONS-VERANSTALTUNG
Montag, 27. Juni 2011, 18 Uhr
Tüwi-Garten, Peter-Jordan-Str. 76, 1180 Wien

Dienstag, 14. Juni 2011

Für die Freiheit der Oligarchie

Auch in Honduras soll sich die Friedrich-Naumann-Stiftung für liberale Werte einsetzen. Doch die der FDP nahestehende Organisation ergriff Partei für die Putschisten.

Artikel in der Jungle World

Montag, 6. Juni 2011

Das offizielle Ende der Krise in Honduras?


Mit der Rückkehr Zelayas nach Honduras und der Wiederaufnahme des Landes in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ist die politische Krise nach dem Putsch 2009 beendet. So heißt es zumindest offiziell...

Von Magdalena Heuwieser, Artikel in der Zeitschrift Lateinamerika anders

Honduras-Workshop auf dem Fusion-Festival am Freitag 1.7.

Nach dem Putsch in Honduras:
Resistencia, Repression und die "Rettung des Neoliberalismus"


Seit dem Putsch im Juni 2009 gibt es in dem mittelamerikanischen Land Honduras eine sehr breite und vielfältige Widerstandsbewegung. Frauen, Kleinbäuer_innen, LehrerInnen, Gewerkschafter_innen, LGBT, Indigenas, Schwarze, Künstler_innen und viele andere bündeln ihre Kämpfe in der Frente de Resistencia Popular.
Das aktuelle Regime hat mit Versprechungen der Rückkehr zur Demokratie nach dem Putsch die Unterstützung der Regierungen der EU und Nordamerikas gewonnen. In Honduras steht es für die Straflosigkeit politischer Morde, die Interessen der reichsten Familien und die Wiedereinführung des neoliberalen Wirtschaftsmodells.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Trotz Vorbehalten: Honduras wieder in OAS aufgenommen

Tegucigalpa. Honduras ist nach 23 Monaten wieder in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) aufgenommen worden. Die Mehrheit der Mitgliedsstaaten stimmte am Mittwoch für die Wiedereingliederung des mittelamerikanischen Landes, das nach einem Putsch gegen die letzte demokratisch gewählte Regierung unter Präsident Manuel Zelaya Ende Juni 2009 ausgeschlossen worden war. Zelaya war vor wenigen Tagen aus dem Exil wieder nach Honduras zurückgekehrt.

weiterlesen auf Amerika21.de

Montag, 30. Mai 2011

Manuel Zelaya zurück in Honduras

Nach Versöhnungsabkommen kehrt der gestürzte Präsident nach Honduras zurück. Umjubelter Empfang in Tegucigalpa

 

Artikel auf Amerika21.de

Mittwoch, 25. Mai 2011

Zelaya und Lobo unterzeichnen Versöhnungsabkommen

Cartagena, Kolumbien/Managua. Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya und sein Nachfolger Porfirio Lobo haben am Sonntag im kolumbianischen Ort Cartagena ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet

weiterlesen auf Amerika21.de

Dienstag, 17. Mai 2011

Freitag, 13. Mai 2011

Weitere Tote in Bajo Aguán

Am Dienstag wurde in der honduranischen Krisenregion Bajo Aguán der 30jährige José Paulino Lemus Cruz von Unbekannten durch einen Schuss in die Brust getötet, als er sich auf dem Weg in das Dorf Los Leones befand.

Kurzmeldung bei Amerika21

Honduras öffnet sich dem Kapital

De-facto-Regierung setzt neoliberalen Kurs fort. Proteste sozialer Bewegungen werden zunehmend unterdrückt

Artikel bei Amerika21 

Donnerstag, 5. Mai 2011

Filterkaffee Resistencia jetzt bei Cafe Marcala Hamburg erhältlich

Filterkaffee Resistencia, gemahlen

Dieser Filterkaffee ist für politische Solidaritäts-Initiativen mit Honduras gedacht (wie z.B. die Honduras-Delegation). Der Preis beinhaltet einen Solidaritätsaufschlag von 1 € pro kg, durch den soziale, ökonomische und politische Projekte der Organisationen in Marcala gefördert werden
 
 
Filterkaffee Resistencia milde Röstung, gemahlen, 100% Arabica, shg,
fruchtiges Aroma, im Hartvakuum
aus Marcala/Honduras, mit DOP Café Marcala Siegel
von der kleinbäuerlichen Organisation COMSA
von Campesinas/os im Widerstand und Kampf für Autonomie

erhältlich bei Cafe Marcala Hamburg 

Solidaritätserklärung aus Bonn an die FNRP

Solidaritätserklärung der TeilnehmerInnen des Honduras-Treffens in Bonn an die FNRP (auf Spanisch)

Streit um Zelaya-Rückkehr

Konflikt um Verfahren gegen gestürzten Ex-Präsidenten. Rückkehr ist Voraussetzung für Wiederaufnahme des Landes in die OAS

Artikel auf Amerika21

Montag, 2. Mai 2011

Veranstaltung in Lüneburg

Honduras nach dem Putsch.
Widerstand gegen ein pseudodemokratisches Regime und den Ausverkauf gen Weltmarkt
Fotos, Vortrag & Diskussion mit Kathrin Zeiske

Mo 16. Mai, Lüneburg, 19.30 Uhr, Infocafé Anna und Arthur, Katzenstr.2

Veranstaltung in Münster

Honduras nach dem Putsch.
 
Widerstand gegen ein pseudodemokratisches Regime und den Ausverkauf gen Weltmarkt
Fotos, Vortrag & Diskussion mit Kathrin Zeiske
 
Mo 09. Mai, Münster, 20 Uhr, Interkulturelles Zentrum Don Quijote, Scharnhorststr. 57


Donnerstag, 14. April 2011

Krieg gegen die Bauern von Bajo Aguán

Militarisierung der Gesellschaft hat in Honduras seit dem Putsch 2009 deutlich zugenommen

Artikel bei Neues Deutschland

 

Mittwoch, 13. April 2011

Veranstaltung in Hamburg am 13. Mai

Honduras nach dem Putsch: 
Menschenrechte, Widerstand und wirtschaftliche Alternativen 
Musikalischer Themenabend und Dias 
 
Mit Gerrit Höllmann (Zapapres) 
Musik: Maria Yebra u. Eugenio Cornejo 
 
Freitag, 13. Mai, 19:30 Uhr 
Stadtteiltreff A.G.D.A.Z. in Steilshoop e.V. 
Fehlinghöhe 16, 22309 Hamburg 
Eintritt: 4 Euro 
 
www.zapapres.de/honduras.html  
www.guancasco-import.de 

Montag, 11. April 2011

Von Versöhnung keine Spur

Nach dem Putsch hat sich in Honduras ein repressives Liberalisierungsregime etabliert

Artikel bei Analyse & Kritik

Veranstaltung in Bielefeld am 19. April

Veranstaltung in Bielefeld zur Situation nach dem Putsch in Honduras
am Dienstag, dem 19. April um 19:30 h, Welthaus Bielefeld, August-Bebel-Str. 62, 33602 Bielefeld,
Johannes Schwäbl berichtet von den Ergebnissen der Delegationsreise im Dezember 2010.

Veranstaltung in Potsdam am 14. April

http://www.tierra-unida.de/termine/index_termine.html

14. April 2011  In der Reihe Forum America Latina
Nach dem Putsch in Honduras: "Nationale Versöhnung" oder Rettung des Neoliberalismus?
ZU GAST: Andrés Schmidt, er ist Pädagoge und Mitarbeiter des Ökumenischen Büros München

Veranstaltung in Berlin am 13. April

Nach dem Putsch in Honduras: "Nationale Versöhnung" oder Rettung des Neoliberalismus?
Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Andrés Schmidt (Ökumenisches Büro München)
Zeit: Mittwoch, 13.April 2011, 19:00 Uhr
Ort: FDCL. Im Mehringhof, Aufgang 3, 5.Stock, Gneisenaustr.2a, 10961 Berlin
Veranstalterinnen: FDCL, Lateinamerika Nachrichten e.V., amerika21, Ökumenisches Büro München.

Sonntag, 13. März 2011

Offener Brief an die Organisationen der Kampagne „Steuer gegen Armut“

Berlin, im Februar 2011


An die Organisationen der Kampagne „Steuer gegen Armut“

Prof. Dr. Johannes Müller SJ, Leiter Institut für Gesellschaftspolitik, Hochschule für Philosophie
Prälat Klaus Väthröder SJ, Missionsprokurator Jesuitenmission
Birgit Zenker, Vorsitzende Katholische Arbeitnehmerbewegung
Prof. Dr. Josef Sayer, Hauptgeschäftsführer Misereor
P. Eric Englert osa, Präsident Missio München
Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident Missio Aachen
Wolfgang Schonecke, Leiter Netzwerk Afrika Deutschland
Prof. Dr. Bernhard Emunds, Institutsleiter Nell-Breuning Institut, Hochschule Sankt Georgen
Norbert Steiner, Geschäftsführer Weltnotwerk der KAB
Martina Schaub, Geschäftsführerin Südwind - Institut
P. Bernd Klaschka, Geschäftsführer Adveniat
Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin „Brot für die Welt“
Gertrud Casel, Geschäftsführerin Deutsche Kommission JUSTITIA ET PAX
Prälat Dr. Peter Neher, Präsident Deutscher Caritasverband
Lesley-Anne Knight, Secretary General Caritas Internationalis

Kopie an: P. Dr. Jörg Alt SJ, Verantwortlicher für Kampagne "Steuer gegen Armut"


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Forderung nach einer Transaktionsteuer spielt seit Jahren eine wichtige Rolle in der internationalen Debatte über eine gerechtere Wirtschaftsordnung. Es ist wichtig und gut, dass auch kirchliche Organisationen diese Position aufgreifen.

Mit großem Unverständnis sehen wir jedoch, dass in der Öffentlichkeitsarbeit dieser Kampagne der honduranische Kardinal Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga einen wichtigen Platz einnimmt.

Montag, 7. März 2011

Widerstand in Highheels

Die LGBT-Bewegung war ein wichtiger Teil des Widerstands gegen den Putsch in Honduras im Jahr 2009. In der zunehmend militarisierten Gesellschaft werden Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle immer häufiger zu Opfern der Staatsgewalt. Die brutalen Hassmorde, die oft von Polizisten oder Militärs verübt werden, haben seit dem Putsch zugenommen. Die Community versucht, sich zu wehren.

Artikel bei Jungle World

Freitag, 4. März 2011

Widerstand in Honduras definiert Strategie.

Generalversammlung der FNRP in Tegucigalpa abgehalten. Knappe Entscheidung gegen Wahlteilnahme

Auf: http://amerika21.de/nachrichten/2011/03/25228/widerstand-honduras

Tegucigalpa. Ende Februar fand in Honduras die bisher größte Generalversammlung der Widerstandsbewegung FNRP statt. Über 1.500 Vertreter aus allen Bundesländern und sozialen Sektoren versammelten sich in der Hauptstadt Tegucigalpa. Die nach dem Putsch gegen Präsident Manuel Zelaya im Jahr 2009 gegründete FNRP entschied bei dem Treffen über die zukünftigen Strategien für einen demokratischen Wandel im Land. Außerdem wurden neue Delegierte gewählt. Dabei wurde darauf geachtet, dass alle Regionen und sozialen Sektoren vertreten sind. Auch eine 50-prozentige Frauenquote und viele junge Personen berücksichtigte der organisierte Widerstand bei der Wahl seine Repräsentanten. Als Koordinator und Sub-Koordinator wurden der Präsident im Exil, Manuel Zelaya, und der Gewerkschafter Juan Barahona wiedergewählt.

Sonntag, 20. Februar 2011

Romerotage Hamburg, 13.04.2011

Filmveranstaltung - "Quién Dijo Miedo - Was heißt hier Angst" (Dokumentarfilm von Katia Lara, HON/ARG 2010)

Romerotage Hamburg, 13.4.2011, 19 Uhr, Kino Metropolis                                        

Montag, 14. Februar 2011

Patronen statt Bohnen

Der Landkonflikt in der honduranischen Provinz Bajo Aguán eskaliert  zunehmend. Polizei und Paramilitärs gehen gegen Bäuerinnen und Bauern  vor

Artikel bei Lateinamerika Nachrichten

Samstag, 12. Februar 2011

Die Qual der Wahl - Wege der demokratischen Transformation in Honduras


Eineinhalb Jahre nach dem Staatsstreich ist die honduranische Demokratiebewegung FNRP (Frente Nacional de Resistencia Popular) weiterhin aktiv. Ihre sich verringernde Präsenz auf den Straßen und in den Mainstream-Medien, die Kriminalisierung und Unterdrückung der oppositionellen Ströme durch den Staatsapparat sowie die internationale Anerkennung des Regimes Lobo machen es der Frente jedoch nicht leicht. Lobo versucht, mit einem Diskurs der nationalen Versöhnung und scheinbaren Zugeständnissen den Widerstand zu zerstreuen. Deshalb ist es essentiell wichtig, dass die Frente weiterhin durch eine klare Linie den Rückhalt der Bevölkerung aufrechterhält. 

Mittwoch, 9. Februar 2011

ABSCHLUSSBERICHT DER DELEGATIONSREISE NACH HONDURAS


München/Wien, 6.02.2011
 
Die in einem Netzwerk aus 28 kooperierenden Organisationen und Medien agierende Delegation aus zehn deutschen und österreichischen JournalistInnen und Angehörigen verschiedener Menschenrechtsorganisationen hielt sich vom 6. bis zum 20. Dezember 2010 in Honduras auf.
Ziel des Projektes war es, Informationen zur aktuellen Menschenrechtslage aus erster Hand zu sammeln, die Forderungen der Demokratiebewegung zu erfassen und im Anschluss die gesammelten Erkenntnisse in Europa bekannt zu machen. Zu diesem Zweck besuchte die Delegation verschiedene honduranische Menschenrechtsorganisationen und RepräsentantInnen der Demokratiebewegung.
Des Weiteren trafen sich die DelegationsteilnehmerInnen mit nationalen und internationalen Institutionen, um die jeweiligen Standpunkte bezüglich der politischen Lage in Erfahrung zu bringen und sie mit den Ergebnissen der Delegation zu konfrontieren.

Montag, 7. Februar 2011

Nationale Versöhnung oder Fortführung des Putsches

Artikel aus dem Jahresbericht 2010 des Ökumenischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit e.V.




Sowohl aufgrund der gesellschaftlichen Aufbruchstimmung im Land als auch der andauernden Bedrohung der Bewegung durch politische Morde, Paramilitarisierung und mediale Hetzkampagnen beschäftigte sich das Ökumenische Büro im Jahr nach dem Putsch vom Juni 2009 weiter intensiv mit der Entwicklung der Demokratiebewegung in Honduras.
VertreterInnen honduranischer Menschenrechtsorganisationen und der Bewegung FNRP (Frente Nacional de Resistencia Popular – nationale Front des Volkswiderstands) baten uns wiederholt um Unterstützung beim „Durchbrechen der Nachrichtenblockade“ über die Situation in Honduras und forderten dazu auf, internationale Präsenz im Land zu zeigen.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Delegationsreise zur Lage der Menschenrechte nach dem Putsch in Honduras


Artikel aus dem Jahresbericht 2010 des Ökumenischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit e.V.

Bei einer Veranstaltung im März 2010 im Münchner EineWeltHaus hatten die honduranische Menschenrechtlerin Bertha Oliva und der Vertreter der Demokratiebewegung FNRP Jesus Garza die deutschen UnterstützerInnen dazu aufgerufen, ins Land zu kommen und mit eigenen Augen zu bezeugen, was sich dort bewegt und wie gravierend die Menschenrechtsverletzungen seitens der Regierung unter Präsident Porfirio Lobo nach wie vor sind . Dies sei einerseits wichtig für den Schutz der AktivistInnen und MenschenrechtsverteidigerInnen, andererseits sei es dringend nötig, das Schweigen der internationalen Medien zu durchbrechen, die seit den Wahlen im November 2009 kaum noch über Honduras berichteten und so den Eindruck erweckten, mit der neuen Regierung sei der Putsch überwunden. Dass das Gegenteil der Fall ist, bestätigten auch die Mitglieder der deutschsprachigen Honduras-Koordination, einem Zusammenschluss von JournalistInnen, ParlamentarierInnen, Menschenrechtsorganisationen und Hilfswerken mit Kontaktpersonen in Honduras. Sie bestärkten uns darin, eine Delegation für JournalistInnen und MenschenrechtlerInnen nach Honduras zu organisieren.