Dienstag, 17. April 2018

Aufstand gegen Wahlbetrug - Was wird aus Honduras?

Seit sich im letzten November Juan Orlando Hernández zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärte, reißen die Proteste nicht ab. Oppositionsgruppen und weite Teile der Bevölkerung sprechen von Wahlbetrug und machen die regierende Nationale Partei für die in den letzten Jahren noch gestiegene Armut und die verheerende Menschenrechtslage verantwortlich. Die staatlichen Sicherheitskräfte gehen teils mit brutaler Gewalt gegen die Proteste vor, was bereits zu fast 40 Toten und hunderten Verletzten und Inhaftierten geführt hat.

Honduras hat schon seit vielen Jahren eine der höchsten Mordraten weltweit und ist ein gefährliches Land für Journalist*innen und Umwelt- oder Menschenrechtsaktivist*innen. Welche Rolle spielen Konflikte um Landverteilung, industrielle Großprojekte oder ausländische Interessen?

Die Referentin Rita Trautmann beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Honduras und ist Mitglied im solidarischen Netzwerk Honduras-Delegation. Sie beleuchtet die aktuelle Situation und die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Hintergründe der derzeitigen Konflikte.


Wann? 16. Mai 2018 ab 19.30 Uhr
Wo? Welthaus HD,  Willy Brandt-­Platz 5, 69115 Heidelberg
Eintritt: 3 / 5 €

Veranstalter: Nicaragua-Forum Heidelberg

Samstag, 14. April 2018

Menschenrechtsanwalt in Honduras ermordet



Der Anwalt Carlos Hernández wurde in Honduras ermordet
Der Anwalt Carlos Hernández in Honduras ermordet
Tegucigalpa. Der Rechtsanwalt Carlos Hernández ist am 10. April in seinem Büro in der honduranischen Gemeinde Tela in Atlántida von bisher unbekannten Tätern erschossen worden. Als Verteidiger setzte er sich gegen den Ingelsa-Staudamm am Fluss Jilamito und für die Menschenrechte in Honduras ein.

Hernández vertrat zuletzt den Bürgermeister der Gemeinde Arizona, Arnoldo Chacón, in einem laufenden Strafverfahren. Chacón war Mitglied der Breiten Bewegung für Würde und Gerechtigkeit (Movimiento Amplio por la Dignidad y la Justicia MADJ), die sich gegen Korruption und für Menschenrechte in Honduras und in insbesondere für die Umwelt- und Landrechte indigener Gemeinschaften einsetzt. Mit weiteren Mitgliedern der Organisation widersetzte er sich sich dem Vorhaben, den Staudamm am Fluss Jilamito zu bauen und sie wurden deshalb angeklagt. Chacón sei Opfer von Drohungen, Verfolgungen, Schikanen und illegalen Hausdurchsuchungen durch staatliche Sicherheitskräfte gewesen, weil er sich offen gegen die Erteilung von Baugenehmigungen an das zuständige Unternehmen wehrte, so die MADJ.

Die internationale Menschenrechtsorganisation Witness for Peace fordert dazu auf, die Umstände des Mordes an Hernández gründlich, unparteiisch und transparent zu untersuchen und sicherzustellen, dass er nicht zu einem weiteren Fall von Straflosigkeit wird. Menschenrechtsverteidiger sowie Umwelt- und Landrechtsaktivisten sind in Honduras großer Gefahr ausgesetzt. Sie werden regelmäßig diskreditiert, eingeschüchtert und sogar ermordet, wie das Beispiel von Berta Cáceres zeigt.

Oft kommen die Täter ohne Strafe davon, weil Ermittlungen und Gerichtsverfahren mangelhaft sind oder nicht stattfinden. Trotz formaler Fortschritte in der Gesetzgebung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern sind diese nicht ausreichend, um umfassende Sicherheit zu gewährleisten. Amnesty International fürchtet sogar, dass die im Jahr 2017 neu erlassenen Gesetze eher zu mehr Willkür und unangemessener Anwendung gegen Menschenrechtsaktivisten führen könnten.

Auch Anwälte werden zunehmend auf Grund ihrer Arbeit bedroht. Von 2010 bis 2016 sind 115 Anwälte gewaltsam ums Leben gekommen. Pro Tag beantragen durchschnittlich zwei Anwälte Schutzmaßnahmen bei der honduranischen Anwaltskammer.

Mittwoch, 11. April 2018

Honduras nach dem Wahlbetrug - Honduras post Fraude electoral

Indigene Bewegung, Diktatur und politische Gefangene

Gespräch mit Bertha Zúniga Cáceres
Koordinatorin des Zivilen Rates der indigenen und Basisorganisationen Honduras (COPINH)

Bertha Zúniga, Tochter der indigenen Menschenrechtsverteidigerin Berta Cáceres, die im März 2016 wegen ihres Engagements in Verteidigung indigener Territorien und Gemeingüter ermordet wurde.
Nach zwei Jahren der Straflosigkeit und Unregelmäßigkeiten bei den Ermittlungen des Verbrechens führt Bertha (Tochter) zusammen mit COPINH den Kampf weiter, fordert Gerechtigkeit und Respekt der wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Rechte der Lenca.

Die Ermittlungen im Mordfall Berta Cáceres, die Herausforderungen als indigene Basisorganisation in einer seit dem Wahlbetrug konsolidierten Diktatur als auch die Situation der politischen Gefangenen werden im Gespräch thematisiert.

Gespräch erfolgt in spanischer Sprache mit deutscher Übersetzung
organisiert durch das Kollektiv CADEHO



Wann? Sonntag, 15.04.2018, ab 19 Uhr
Wo? FDCL im Mehringhof, 5. OG, Gneisenaustr. 2a, Kreuzberg

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Movimiento indígena, dictadura y presos políticos

Charla con Bertha Zúniga Cáceres
Coordinadora del Consejo Cívico de Organizaciones Indígenas y Populares de Honduras. (COPINH)

Bertha Zúniga es hija de la defensora de derechos humanos indígena Berta Cáceres, quien fue asesinada en Marzo del 2016 en Honduras debido a su lucha en defensa del territorio y los bienes comunes del pueblo Lenca.
Tras dos años de impunidad y de procesos irregulares en la investigación de este crimen, Berta (hija) continua Junto al COPINH, exigiendo justicia, luchando por el respeto a sus derechos económicos, culturales y sociales como pueblo Lenca.

En la charla debatiremos con nuestra referente sobre la situación actual en el caso Berta Cáceres, los retos que como organización política de Base afrontan frente a la dictadura implantada tras el Fraude electoral del 2017, y también nos explicara la situación actual de los presos políticos en Honduras.

La charla en español con traducción alemana. 
organizado por el colectivo CADEHO

Cuando? Domingo, 15 de abril 2018, a partir de 7 p.m.
Donde? FDCL en Mehringhof, 5. Piso, Gneisenaustr. 2a,