Samstag, 22. Oktober 2011

Veranstaltung Wien: Auf meinen Stöckelschuhen - Queerer Widerstand in Honduras


Freitag, 4. November, 19:00: Informeller Austausch in der Rosa-Lila-Villa
Kontakt und Erfahrungsaustausch zwischen dem honduranischem LGBT-Aktivisten Fernando Reyes und Wiener LGBT Aktivist*innen
o   Sprache: Englisch / Spanisch / Deutsch
o   Ort: Rosa-Lila-Villa, Clubräume – Linke Wienzeile 102, 1060 Wien

Samstag, 5. November, 19:00: Film und Diskussion im TOP-Kino
Filmvorführung und Diskussion mit LGBT-Aktivist Fernando Reyes
o   Kurz-Spielfilm „Esperándola – Awaiting her“ von James Joint über die transsexuelle Lebensrealität in Honduras; 15 min; Spanisch mit engl. Untertiteln
o   Dokumentarfilm „En mis tacones - Auf meinen Stöckelschuhen“ von Fernando Reyes über die Diskriminierung von Trans-Menschen seit dem Militärputsch; 30 min; Spanisch mit dt. Untertiteln
o   Anschließende Diskussion mit Fernando Reyes
o   Sprache: Spanisch / Deutsch
o   Eintritt: Freie Spende geht an LGBT-Projekte in Honduras
o   Ort:  TOP-Kino; Rahlgasse 1, 1060 Wien

Donnerstag, 20. Oktober 2011

'En mis Tacones' - 'Auf meinen Highheels'

Von 27.10. bis 10.11.2011 ist der honduranische LGBT-Aktivist Fernando Reyes auf Rundreise in Deutschland und Österreich. In sieben Städten finden Veranstaltungen statt, in denen der von ihm gedrehte Dokumentarfilm "En mis tacones - Auf meinen Stöckelschuhen" gezeigt wird. Fernando erzählt über die transsexuellen Lebensrealtiäten in Honduras, die Diskriminierung von Lesbinnen, Schwulen, Bi- und Trans-Personen und deren Aktivitäten in der Widerstandsbewegung gegen den Militärputsch in Honduras.


Termine:
27.10.2011, 18:00 - 20:00 Uhr Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin

30.10.2011, 19:00 Uhr Lateinamerikatage Hamburg, Werkstatt 3, Nernstweg 32-34    http://www.zapapres.de/Veranstaltungen.html

31.10.2011, Bochum, Soziales Zentrum

01.11.2011, 19:30 Uhr, Düsseldorf, Linkes Zentrum 'Hinterhof'
http://beta.linkes-zentrum.de/termine/2011-11-auf-meinen-highheels-diversitaet-im-widerstand

02.11.2011, 19:30 Uhr Bonn, Kult 41, http://www.kult41.net/index.php?id=69

04.11.2011, 19:00 Uhr Wien, Rosa-Lila-Villa
05.11.2011, 19:00 Uhr Wien, TOP-Kino
http://hondurasdelegation.blogspot.com/search/label/Veranstaltung

07.11.2011, 20:00 Uhr, München, Ligsalz8
http://www.oeku-buero.de/terminleser/events/En_mis_Tacones.html

JournalistInnen in Honduras



Projektbeschreibung deutsch

Nach dem Putsch in Honduras 2009 hat sich die Situation für honduranische JournalistInnen und Medienschaffende im Land gravierend verschlechtert. Presse- und Meinungsfreiheit werden unterdrückt, Radiostationen werden angegriffen, Morddrohungen ausgesprochen.
Seit 2010 wurden in Honduras mind. dreizehn JournalistInnen ermordet. Reporter ohne Grenzen halten das Land für eines der gefährlichsten Länder für Journalisten weltweit. Der Weltverband der Community Radios – Sektion Lateinamerika und Karibik (AMARC-ALC) äußerte Besorgnis angesichts de massiven Aufgebots von Sicherheitskräften. „Es werde versucht, über indirekte Maßnahmen wie Strafprozesse, Basismedien wie den Sender La Voz de Zacate Grande (die Stimme von Zacate Grande), die für lokale Gemeinden arbeiten, zum Schweigen zu bringen“. Ende Januar 2011 kritisierte der UN-Sonderbotschafter für Meinungsfreiheit, Frank de La Rue, die anhaltende Gewalt gegenüber Basisradios in Honduras und mahnte den honduranischen Staat an, die internationalen Konventionen bezüglich des Rechts auf Meinungsfreiheit einzuhalten.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Online Eilaktion von FIAN zu Bajo Aguan

Honduras: Extreme Gewalt gegen Bauerngemeinschaften in Bajo Aguán

Eilaktion auf der Seite von FIAN Deutschland

Die Gewalt und Repression gegen die Bauerngemeinschaften im Bajo Aguán-Tal nimmt immer besorgniserregendere Ausmaße an. Zwischen Januar 2010 und Anfang Oktober 2011 wurden 40 Personen ermordet, die den lokalen Bauernorganisationen angehörten oder nahe standen. Die ca. 3.500 betroffenen Bauernfamilien haben seit vielen Jahren ihr Recht auf Nahrung durch Zugang zu landwirtschaftlich nutzbarem Land eingefordert. Nun ist es zu einer Eskalation der Landkonflikte mit den wichtigsten Palmölproduzenten der Region gekommen.

Nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen haben bei ihren Untersuchungen festgestellt, dass die Bauerngemeinschaften in der Region völlig wehr- und schutzlos sind angesichts der Repression und der unterlassenen Schutzmaßnahmen der Behörden. Nach Aussagen von Opfern, Familienangehörigen und Zeugen sind staatliche und private Sicherheitskräfte verantwortlich für die Totschläge, Folter, Drohungen und Einschüchterungsversuche gegen die Bauerngemeinschaften.

Hintergrundinformationen
Seit dem Putsch vom 28. Juni 2009 und dem Zusammenbruch der verfassungsmäßigen Ordnung nehmen die Achtung und der Schutz der Menschenrechte in Honduras kontinuierlich ab. Dies ist in den Berichten der interamerikanischen Menschenrechtskommission, von UN-Organisationen und nationalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen aus dem nichtstaatlichen Bereich dokumentiert.

Bajo Aguán ist eine der Regionen, die von den Spannungen und der Repression am stärksten betroffen ist. Nach Aussagen der Bauerngemeinschaften herrscht ein von Angst und Terror geprägtes Klima, das hervorgerufen wird durch die ständigen Bedrohungen, Einschüchterungsversuche, Entführungen und Folter durch Militär, Polizei sowie private Sicherheitskräfte von örtlich ansässigen Unternehmern. Während der 90er Jahre eigneten sich Unternehmer der Region einen Großteil des fruchtbaren Landes an und nutzen es vor allem für den Anbau von Ölpalmen.

Seit dem Jahr 2000 verfolgt FIAN Landkonflikte in Bajo Aguán und begleitet vor allem den Fall, bei dem es um die Übergabe der Ländereien des ehemaligen regionalen Militärübungszentrums CREM (Centro Regional de Entrenamiento Militar) an landlose Familien geht. Dank des bäuerlichen Engagements, der Unterstützung durch nationale Organisationen und die internationale Aufmerk-samkeit konnte erreicht werden, dass ihnen der Großteil der 5.700 Hektar inzwischen zugewiesen wurde. Die Übertragung des verbleibenden Landes steht allerdings noch aus, da die Behörden nicht willens oder in der Lage waren, dieses staatliche Land den Händen einflussreicher Unternehmer zu entreißen.

Im März 2011 haben sechs Netzwerke und Organisationen, darunter FIAN, eine Untersuchungsmission in Bajo Aguán durchgeführt, um die Menschenrechtsverletzungen zu analysieren. Im Bericht dieser Untersuchungsreise (in englischer Sprache auf www.fian.org abrufbar) wird die von extremer Gewalt und Straffreiheit geprägte Situation detailliert dargestellt, der die Bauernbewegungen ausgesetzt sind: Sie sind Opfer ständiger Angriffe und Verletzungen des Rechts auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf Nahrung, Gesundheit, Wohnung und Bildung, ohne dass dies von den Behörden entsprechend untersucht und geahndet wird.

Aus dem Untersuchungsbericht, der der interamerikanischen Menschenrechtskommission und der Unterkommission für Menschenrechte des Europäischen Parlaments vorgelegt wurde, geht hervor, dass durch die Anordnung und Durchführung der gewaltsamen Vertreibungen der Bauerngemeinschaften internationale Menschenrechtsstandards verletzt wurden. Offiziell sollen in Bajo Aguán nicht nur die Ländereien des ehemaligen regionalen Militärübungszentrums übergeben und rechtlich übereignet werden, sondern zusätzlich insgesamt 11.000 Hektar Land. Dies wurde am 13. April 2011 in einem Abkommen festgelegt, das vom Staatspräsidenten und VertreterInnen der Bauerngemeinschaften unterzeichnet wurde. Trotz einiger Fortschritte und Übertragungen einzelner Landstücke ist der Landkonflikt weit von einer Lösung entfernt.

Zudem ist eine klare Politik des honduranischen Staates erkennbar, den Kampf der Bauerngemeinschaften zu kriminalisieren und das Gebiet zu militarisieren. Bis zum Monat Juli des Jahres 2011 wurden Anklagen gegen mindestens 162 Bäuerinnen und Bauern erhoben, die Mitglieder von Bauernorganisationen in Bajo Aguán sind. Mitte August 2011 genehmigte die Regierung eine neue militärische Daueroperation in der Region (Xatruch II), mit Einsatz von tausend Polizei- und Militärkräften, was das Risiko verstärkter Gewalt gegen die Bauerngemeinschaften mit sich bringt. In den nachfolgenden sechs Wochen wurden vier Bauern und eine Bäuerin ermordet, darunter zwei der wichtigsten Führungspersonen der Bauernbewegungen in Bajo Aguán.
Honduras ist Unterzeichnerstaat des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte. Daher sind die honduranischen Behörden verpflichtet, die Menschenrechte zu achten, zu schützen und zu gewährleisten, insbesondere das Recht auf Leben, das Recht auf Nahrung, Wohnung, Gesundheit und Bildung sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Aktion
Unterstützen Sie diese Eilaktion, indem Sie Briefe an die honduranische Sonderstaatsanwältin für Menschenrechte, Sandra Ponce, schicken. Fordern Sie darin die Untersuchung der Morde, das Ende der Repression und die endgültige Lösung des Landkonflikts in Übereinstimmung mit den Pflichten des honduranischen Staates in Bezug auf das Recht auf Nahrung.

Bitte schicken Sie eine Kopie des Schreibens an FIAN International; diese Kopien werden gesammelt an die interamerikanische Menschenrechtskommission, die Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen, die Europäische Union und andere zwischenstaatliche Institutionen übergeben, die in diesen Fall involviert sind.
Bitte versenden Sie Ihre Schreiben so schnell wie möglich und informieren Sie FIAN über Reaktionen auf Ihre Briefe.

zur Eilaktion von Fian Honduras