Tela. In den Morgenstunden des 3. Mai ist es
zur gewaltsamen Räumung eines Blockadecamps gegen das Wasserkraftwerk
"Los Planes" im nördlich gelegenen Pajulies gekommen. Dabei soll die mit
schusssicheren Westen und Schlagstöcken ausgerüstete Polizei zusammen
mit Sicherheitskräften des verantwortlichen Unternehmens Hidrocep gegen
die friedlich Protestierenden Tränengas
eingesetzt
haben. Sieben Polizeipatrouillen, Wasserwerfer und weitere Konvois mit
bis zu 300 Angehörigen der staatlichen Sicherheitskräfte riegelten eine
Zufahrtsstraße ab, um die für Baufahrzeuge blockierte Straße zu räumen.
Martín Fernández, Koordinator und Anwalt der Breiten Bewegung für
Würde und Gerechtigkeit (MADJ), berichtete gegenüber amerika21, dass es
am Freitag eine Protestaktion von tausenden Bewohnern auf der nördlichen
Hauptverkehrsstraße zwischen Pajuiles und Toyos gegeben habe. Sie
forderten den Schutz der anliegenden Bergregionen und sprachen sich
gegen Tagebau- und Wasserkraftprojekte aus. Seit dem Putsch im Jahr 2009
wurden in Atlántida 24 Konzessionen für Wasserkraftprojekte erteilt,
fünf davon wurden bereits fertiggestellt. Die Protestierenden
verurteilen die Militarisierung des Gebietes und verlangten den Rückzug
der Firma Hidrocep. In sozialen Medien wurde
berichtet, dass auch diese friedliche Demonstration durch die Polizei mit Tränengas und scharfer Munition beendet wurde.
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Der Widerstand gegen das Wasserkraftwerk in Pajuiles erfährt auch außerhalb
von Honduras Solidarität Quelle:
Movimiento Amplio/facebook |
Vor zwei Jahren begannen die Bauarbeiten für das Wasserkraftwerk Los
Planes am Fluss Mezapa. Die große Mehrheit der betroffenen Gemeinden
hatte sich in einer öffentlichen Gemeinde-versammlung dagegen
ausgesprochen. Der damalige Bürgermeister Mario Fuentes gab dem Projekt
dennoch seine Zustimmung, was laut Fernández gegen die
Gemeindegesetzgebung verstößt.
Das Blockadecamp wurde schließlich im März 2017 errichtet. Die
Zufahrtsstraße wird eigens für Bau- und Versorgungsfahrzeuge des
Projektes Los Planes gesperrt.
Im März dieses Jahres wurden den Gemeinden durch die
Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) spezielle
Schutzmaßnahmen
zugesprochen.
Der Fluss, ihre einzige Trinkwasserversorgung, ist kontaminiert. Trotz
der zahlreichen Anzeigen gegen Hidrocep unternehme der Staat nichts, um
gegen die Verursacher der Umweltschäden vorzugehen, erklärte Fernández
weiter.
Seit dem letzten Jahr wurden 17 aktive Mitglieder des Camps
kriminalisiert, Gerichtsverfahren wurden gegen sie eingeleitet.
Vergangenen Mittwoch ist nun in einer vorläufigen Anhörung in Tela der
Tatbestand "unrechtmäßige Aneignung öffentlichen Raums" eingestellt
worden. Dem Vorwurf der Nötigung wurde jedoch stattgegeben und ein
Verfahren gegen elf Umweltschützer eingeleitet.
Gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian
äußerte
Elsia Paz, Präsidentin der Vereinigung für Erneuerbare Energien
Honduras, dass das Pajuiles-Projekt alle notwendigen Genehmigungen habe.
Wenn die Regierung wirklich helfen würde, könne sie innerhalb von 24
Stunden das Camp räumen. Es gebe keine Kriminalisierung. Honduras sei
ein Land, in dem geltendes Recht eingehalten werde.