Mittwoch, 1. Dezember 2021

USA und OAS gratulieren: Wahlsieg für Castro in Honduras gesichert

Glückwünsche auch von unterlegener Regierungspartei und Kandidat Asfura. Offizielles Ergebnis fehlt noch, Auszählung verläuft schleppend

Montag, 29. November 2021

Wenn das Eintreten für Grundrechte zur Straftat wird

Kriminalisierung als Strategie gegen unliebsamen Protest

Online Veranstaltung, 14. Dezember 2021, 18-19:30 Uhr

Politischer Aktivismus wird weltweit zunehmend erschwert. In vielen Ländern werden Aktivist*innen aufgrund ihrer Arbeit überwacht, verfolgt, bedroht oder mit Berufsverboten belegt. Eine weitere Strategie, die zunehmend beobachtet wird, ist die Kriminalisierung. Hier wendet sich das Gesetz, das politischen Aktivismus eigentlich gewährleistet sollte, gezielt gegen die Aktivist*innen selber. Engagement gegen ungerechte Verhältnisse wird so in die Nähe zu Straftaten gerückt und repressive Maßnahmen dagegen bekommen einen Anschein von Legitimität. 

In Honduras kennen das viele Menschen aus sozialen Bewegungen. Víctor Fernández ist Anwalt und Mitgründer der Breiten Bewegung für Würde und Gerechtigkeit (MADJ). Mit der MADJ setzt er sich dafür ein, dass die politischen Hintergründe bei Kriminalisierung von Aktivist*innen bekannt werden. Als Anwalt verteidigt er Aktivist*innen und Angehörige, wie die Familie der 2016 ermordeten indigenen Aktivistin Berta Cáceres. 

Doch das Phänomen der Kriminalisierung beschränkt sich nicht auf autoritäre Länder wie Honduras. Auch in Ländern, denen eine robuste Rechtsstaatlichkeit nachgesagt wird, werden immer wieder Fälle von Kriminalisierung bekannt. Deutschland bildet hier keine Ausnahme. Hier sind es vor allem linke Aktivist*innen, die immer wieder kriminalisiert werden. Wie die Strategien der Kriminalisierung in Deutschland und Honduras sind und wie Unterstützung erfolgen kann, berichten die beiden Referenten. 


Referenten: 

Manuel Schneider, Aktivist
Víctor Fernández, Movimiento Amplio por la Dignidad y Justicia

Die Veranstaltung findet online und mit spanisch / deutscher Übersetzung statt.

Die Zugangsdaten werden nach Anmeldung an: cadeho@riseup.net versendet. 

 

Veranstalter: NaturFreunde LV Berlin, FDCL e. V., HondurasDelegation


Wahlen in Honduras: Linke Xiomara Castro liegt bei Auszählung deutlich vorn

Erst knapp über 50 Prozent der Stimmen ausgezählt. Vorsprung von rund 20 Prozent allerdings kaum mehr einholbar

Von amerika21

Sieht sich bereits als Wahlsiegerin und kann sich auf eindeutige Auszählungsergebnisse berufen: Xiomena Castro

Tegucigalpa. Nach der Auszählung von rund 51 Prozent der Stimmen bei den Präsidentschaftswahlen vom gestrigen Sonntag zeichnet sich deutlich ab, dass Xiomara Castro von der linken Partei Libre die neue Präsidentin von Honduras werden könnte. Mit ihrem Wahlbündnis liegt sie derzeit mit 20 Prozentpunkten (53,6 Prozent) vor Nasry Asfura (33,8 Prozent), dem Kandidaten der seit zwölf Jahren regierenden nationalen Partei (PNH). Sollte sich das Ergebnis auch nach Auszählung aller Stimmen bestätigen, würde erstmalig eine Frau die Regierung des zentralamerikanischen Landes übernehmen. An den Wahlen nahmen 62 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung teil.

Sonntag, 28. November 2021

Wahlen in Honduras unter schlechten Vorzeichen

Fortschrittliches Bündnis liegt bei Umfragen vorn. Stimmung im Land ist polarisiert und angespannt. Furcht vor erneutem Wahlbetrug und vor Reaktionen der Nationalen Partei auf eine Niederlage

Tegucigalpa. Heute sind circa fünf Millionen Honduraner:innen aufgerufen, ihre Stimmen für eine neue Präsidentin oder einen Präsidenten, 128 Abgeordnete für den Nationalkongress, 298 Bürgermeister:innen und 20 Abgeordnete des zentralamerikanischen Parlaments abzugeben.

Die Stimmung im Land ist polarisiert und angespannt, nicht zuletzt wegen der Morde an Kandidat:innen, die sich für die Wahl aufstellen ließen. Bewohner:innen in Tegucigalpa berichten gegenüber amerika21 über eine erhöhte Militärpräsenz in den Straßen. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte äußert sich besorgt über die Wahlkampagne, die teils Hass, Gewalt und Angst erzeuge und ruft zu friedlichen und transparenten Wahlen, zur Einhaltung der Menschenrechte und des Rechts auf politische Teilhabe auf.

Samstag, 27. November 2021

Bruchlandung für die Menschenrechte

                                                                      veröffentlicht am 26.11.2021 Ökumenisches Büro München

Flughafen München arbeitet weiter mit einem zweifelhaften honduranischen Unternehmer zusammen. Kriminalisierten honduranischen Umweltschützern drohen bis zu 30 Jahre Haft. Medien in El Salvador thematisieren Millionen-Wahlkampfspende an Präsident Bukele vor dem Vertrag für den Ausbau des Cargo-Terminals.

Am 24. November 2021 sollte ein erster Linienflug auf dem neuen Palmerola International Airport im zentralamerikanischen Honduras landen. Möglich wurde der Bau und Betrieb des Flughafens durch das Engagement der Münchner Flughafengesellschaft mit ihrem Tochterunternehmen MIA, das dem honduranischen Partner EMCO/PIA unentbehrliches Know How und Kontakte zur Verfügung stellt.

Die Eigentümer*innen von EMCO/PIA Lenir Pérez und Ana Facussè sind in Honduras mehr als umstritten. 2013 war Lenir Pérez gemäß glaubwürdigen Zeug*innenaussagen unter anderem in die Bedrohung und Einschüchterung internationaler Menschenrechtsbeobachter*innen verwickelt. Der Schweizer und die Französin wurden durch eine Gruppe bewaffneter Männer in ein Waldgebiet verschleppt. Sie begleiteten eine Gemeinde, die gegen eine Eisenerzmine des Unternehmers protestierte.

Freitag, 26. November 2021

Stoppt den Wahlbetrug - Globaler Aufruf an die Bürger:innen weltweit

Stoppt den Wahlbetrug - Globaler Aufruf an die Bürger*innen weltweit



In den letzten Wochen gab es in Honduras eine Kampagne, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Ein Dutzend Kandidat*innen für die anstehenden Wahlen wurde ermordet, darunter der bekannte Bürgermeister Francisco "Paquito" Gaitán der malerischen Stadt Cantarranas in Francisco Morazán, um den Bürger*innen eine Botschaft der Unsicherheit und des Schreckens zu übermittelte. Evangelikale haben auf nationaler Ebene einen regelrechten "Kreuzzug" gestartet, um vor dem kommenden Chaos zu warnen, während die Medien täglich über dasselbe Thema berichten. Es scheint, dass die Strategie der Angst nicht funktioniert hat und nun andere Strategien angewendet werden, wie z. B. mögliche Ausschlüsse von Wahlen, Äußerungen zu dem drohenden Kommunismus usw. Es ist national und international bekannt, dass Juan "Tony" Hernández, der Bruder des derzeitigen Präsident von Honduras, Juan Orlando Hernández, von der Nationalen Partei, in den USA wegen Drogenhandels und Geldwäsche zu lebenslanger Haft verurteilt wurde und dass der Präsident selbst des Drogenhandels beschuldigt wird. Auch der derzeitige Kandidat seiner Partei, Juan "Tito" Asfura, wird in den Pandora-Papers und in Korruptionsskandalen wie dem berüchtigten caso diamante in Costa Rica häufig erwähnt.

Honduras vor den Wahlen: "Das Oppositionsbündnis hätte gute Chancen"

Die Elite hat eine Hass- und Angstkampagne geführt, die zögerliche Wähler:innen entmutigen soll, für das progressive Bündnis von Xiomara Castro zu stimmen

Montag, 22. November 2021

Liberty Cities: Widerstand gegen den neoliberalen (Alb-)Traum

In Honduras kämpfen Umweltaktivist:innen unermüdlich gegen die Entstehung von Liberty Cities – sogenannte freie Städte. Es ist ein Kampf von David gegen Goliath, der sich nun internationalisiert. 

Malte Seiwerth in Das Lamm

"Nein zur ZEDE" – Widerstand gegen die Liberty Cities. (Foto: César Fuentes)

Als der Honduraner Christopher Castillo zum ersten Mal von den ZEDEs hörte, fühlte er Empörung und Angst. Empörung darüber, dass es für Unternehmen so einfach ist, Leute so fundamental zu bedrohen. Angst, weil sein Land und die Ideale, für die der Menschenrechts- und Umweltaktivist kämpft, auf längerfristig aufhören könnten, zu existieren.

Sonntag, 21. November 2021

Dokumentarfilm "Al borde de las sombras" - "Am Rande des Schattens"

Am 17. November wurde der Dokumentarfilm "Al Borde de las Sombras" von der Künstlergruppe La Cofradía (Regie und Produktion: Luis Méndez, Axel Chávez Zambrano, Ramón Hernández, Ariel Martínez, Dilcia Zavala und Karla Díaz) veröffentlicht.

Der Dokumentarfilm prangert "die von der politischen Macht ausgeübte Korruption, das vorsätzlich nicht funktionierende Justizsystem, das Straflosigkeit generiert. Er zeigt die geplante territoriale Enteignung, der die angestammten Völker unterworfen sind, und ein soziales System, das in seinen Grundlagen die Gewalt gegen Frauen und gegen große Teile der Bevölkerung trägt" an. Korruption, Straflosigkeit, Enteignung und Gewalt sind das Ergebnis eines sozioökonomischen Systems, das sein Interesse an exzessivem Profit, an der ungleichen Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums, der Entwürdigung der Bevölkerung hat und das Profitstreben über das menschliche Leben stellt". Gustavo Zelaya Herrera in criterio.hn

Dokumentarfilm in spanisch...



Samstag, 20. November 2021

Comunicado: 10 Tage vor den Wahlen und 16 Monate seit dem gewaltsamen Verschwindenlassen

 



Hayek in Honduras: Eine Schweizer Stiftung verspricht Reichen das Paradies

In Honduras bauen internationale Investor:innen Privatestädte zur Steuerflucht. Spuren des marktradikalen Projekts führen nach St. Gallen, Zürich und Genf.

Thomas Schwendener erschienen in Das Lamm

In Honduras erbauen internationale Investor:innen Privatstädte zur Steuerflucht. Spuren des marktradikalen Projekts führen nach St. Gallen, Zürich und Genf.

Geschmackvoll wohnen vor idyllischer Kulisse: die Próspera-Kolonie auf der honduranischen Insel Roatán. (Foto: www.propera.hn)

Lockdown, Inflation, wirtschaftlicher Zerfall, Massenüberwachung und „Cancel Culture“ führen zu gesellschaftlichen Turbulenzen und Unruhen. So malen sich die Veranstalter:innen der Konferenz Liberty in Our Lifetime die Zukunft aus. Organisiert wurde diese Mitte Oktober von einer Stiftung mit Sitz in Zürich, die gegen das drohende Unheil auch gleich eine Lösung zur Hand hat: Dem „Totalitarismus“ entrinnt man durch einen unvermittelten Sprung in die Freiheit autonomer Privatstädte.

Freitag, 19. November 2021

Die Landwirtschaft dem Klimawandel anpassen

Jerónimo Carranza Zepeda (60) ist Koordinator der Abteilung Territorium beim jesuitischen Forschungszentrum Eric in El Progreso, Honduras, das vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt wird. Mit ihm hat Knut Henkel über neue Anbau-, und Präventionskonzepte im Kontext des Klimawandels gesprochen sowie über die Auswirkungen der Wirbelstürme Eta und Iota vor einem Jahr.

Bauer José Abad aus Ojo de Agua, Honduras, bei der Bohnenernte auf seinem Feld. Foto (Symbolbild): Adveniat/Achim Pohl

Blickpunkt Lateinamerika:  Sie waren gerade in der Region Valle de Sula. Wie sieht es dort aus - rund ein Jahr nach den beiden Hurrikans? Sind die Schäden beseitigt, haben die Hilfsprogramme der Region Früchte getragen, laufen die Programme, um das Land besser auf derartige Naturkatstrophen vorzubereiten?

Donnerstag, 18. November 2021

Vor den Wahlen eskaliert die politische Gewalt in Honduras

 Thomas Raabe in amerika21

Anstieg der Morde an Kandidat:innen vor den allgemeinen Wahlen am 28. November. Regierung negiert Zusammenhang. UN-Entwicklungsprogramm aktiviert Frühwarnsystem für Wahlkonflikte

Tegucigalpa. Darío Juárez, Kandidat für den stellvertretenden Bürgermeister der Liberalen Partei (PLH) in Concordia im Departamento Olancho, ist am Montag ermordet worden. Von den Tätern fehlt jede Spur. Am Wochenende zuvor waren bereits Elvir Casaña von der linken Partei Freiheit und Neugründung (Libre) in San Luís, Departamento Santa Bárbara, und Francisco Gaitán, amtierender und erneut kandidierender Bürgermeister der PLH von Cantarranas, während einer politischen Versammlung erschossen worden.

Montag, 15. November 2021

Präsident von Honduras zu Besuch in Taiwan

Von amerika21

 
Der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández und die Präsidentin von Taiwan, Tsai Ing-wen
Taipeh. Der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández befindet sich derzeit zu einem Besuch auf Taiwan. Der kleine Inselstaat ist in der internationalen Diplomatie auch als Republik China bekannt. Wie Radio Taiwan International berichtet, kam Hernández am Abend des 12. November auf der vor den Küsten der Volksrepublik China (VR China) gelegenen Insel an.

Freitag, 5. November 2021

Honduras: Privatstädte und „libertäre“ Netzwerke - Entwicklungschancen für wen?

Online-Seminar
Descripción en Español abajo

am 13.11.2021 von 16:00 - 20:00 Uhr (Deutsch und Spanisch mit Simultan-Übersetzung)

„Nein zum Verkauf der Territorien. Nein zu ZEDE“
Der Staat kann in Honduras zugunsten wichtiger Projekte
Enteignungen zu einem Schätzpreis vornehmen
und Land an Privatleute übereignen, die dann einer ZEDE beitreten.
Quelle: COPINH

Privatstädte sollen die Entwicklung in armen Ländern befördern und damit auch der lokalen Bevölkerung zugute kommen, versprechen private Investor*innen, die einem „libertären“ Wirtschaftsmodell anhängen. Am weitesten fortgeschritten ist die Einrichtung von Privatstädten - dort ZEDEs genannt - in Honduras, wo sich mindestens drei solcher Projekt in Planung oder im Bau befinden. In Honduras geht das mit massiven Protesten einher, im ganzen Land erklären Gemeinden ihre Ablehnung, indem sie „ZEDEs-freie“ Gebiete ausrufen. Denn die ZEDEs mit eigener Gesetzgebung, eigenen Gerichten und Sicherheitsorganen hebeln nicht nur die Souveränität des Staates aus, sondern drohen auch die und Einwohner*innen der betreffenden Gebiete zu enteignen und zu vertreiben. Hinzu kommt, dass indigene Bevölkerungsgruppen nicht zu geplanten Privatstädten auf ihren Territorien befragt wurden.

Lateinamerika: Flucht und Migration in der Neuen Normalität

 aus: amerika21 v. 31.10.2021

von Radio onda, NPLA

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Menschen in Lateinamerika aus?


Foto: Erika Harzer


Etwa sechzig Millionen Menschen sind gegenwärtig weltweit auf der Flucht. Nur eine Minderheit wird dabei in Nordamerika oder Europa aufgenommen. Dennoch wird Migration vom Norden der Welt nach Kräften abgewehrt. Es sei denn, Migration wird gebraucht, auch wenn das Anwerben zum Beispiel von Pflegekräften die Herkunftsländer vor große Probleme stellt. In der Pandemie ist die Armut in den Herkunftsländern größer geworden, im gleichen Maße werden die Gewalt und dadurch auch die Fluchtursachen zunehmen.

zum Audio

Freitag, 22. Oktober 2021

Späte Wahlallianz der Opposition in Honduras


aus: amerika21, 20.10.2021,

von Jutta Blume


Xiomara Castro und Salvador Nasralla unterzeichnen das Abkommen


Tegucigalpa. Kurz vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Honduras am 28. November verzichtet der Präsidentschaftskandidat der Partei Salvador de Honduras (PSH), Salvador Nasralla, auf seine Kandidatur zugunsten von Xiomara Castro von der Partei Libertad y Refundación (Libre).

"Dieser wichtige Pakt spiegelt einfach den Willen der Bevölkerung wieder, die besonders von der Opposition Einheit verlangt, um die Diktatur besiegen zu können", erklärte Xiomara Castro bei einem gemeinsamen Auftritt mit Nasralla. Der Kandidat der PSH würde im Fall des Wahlsiegs das Vizepräsidentenamt erhalten. Beiden Parteien wollen außerdem daran arbeiten, Wahlbeobachter in alle Wahllokale entsenden zu können, um Unregelmäßigkeiten wie bei den letzten Wahlen 2017 entgegenwirken zu können.

Umfragen zufolge würden die beiden Parteien gemeinsam auf über 30 Prozent der Stimmen kommen und damit vor der regierenden Nationalen Partei (PN) mit nur 20 Prozent liegen, berichtet der lateinamerikanische Nachrichtensender Telesur.

Freitag, 8. Oktober 2021

Pandora Papers in Lateinamerika: wer taucht auf, gegen wen wird ermittelt?

"Honduras ist eines der korruptesten Länder, das am meisten verarmt und in dem sich der Reichtum am stärksten konzentriert. Viele [der in den Pandora-Papers erwähnten] Gelder wurden in Offschore-Firmen gewaschen, die je nach Bedarf der Kund:innen geöffnet und geschlossen werden, wie es der ehemalige Präsident Porfirio Lobo Sosa, der derzeitige Vizepräsident Ricardo Álvarez und der derzeitige Bürgermeister und Präsidentschaftskandidat Tito Asfura [alle drei Nationale Partei - Regierungspartei seitdem Militärputsch 2009] getan haben. Und in Sachen Geheimgesellschaften und Geldwäsche ist der Präsidentschaftskandidat der Liberalen Partei, Yani Rosenthal, nicht weit entfernt.

Das Forbes-Magazin bezeichnete Camilo Atala im Jahr 2019 als den reichsten Mann von Honduras, und seltsamerweise tauchen in den "Pandora Papers" die Finanzgruppe FICOHSA und die Internationale Gesellschaft FICOHSA mit Dutzenden von Offshore-Firmen zu seinen Gunsten auf. Es stellt sich die Frage, was Herr Camilo Atala und die Finanzgruppe in diesen Geheimgesellschaften verbergen?" Radio Progreso


Foto: ContraCorriente

Der Artikel "Pepe Lobos unbekannte Offshore-Firmen während seiner Zeit als Präsident von Honduras" der digitalen honduranischen Zeitung ContraCorriente erklärt detailliert die Verwicklungen honduranischer Funktionär:innen in den Pandora-Papers. Darin werden weitere honduranische Akteur:innen erwähnt, die Offshore-Firmen gegründet haben wie z.B. Jacobo Atala Zablah und die ex-First Lady und Gattin von Lobo Rosa Elena Bonilla.

Die Veröffentlichung zeigen "Ergebnisse einer Analyse von Contracorriente in Honduras und des lateinamerikanischen Zentrums für investigativen Journalismus (CLIP) von Tausenden von Dokumenten mehrerer Firmen, die auf die Verwaltung von Offshore-Gesellschaften in Panama, den Britischen Jungferninseln und anderen Ländern spezialisiert sind. Die Enthüllungen dieser Allianz sind Teil der grenzüberschreitenden Untersuchung Pandora Papers, die vom International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) geleitet wird."

Donnerstag, 30. September 2021

Unsicherheit und Zweifel vor den Wahlen in Honduras

 

Manöver von Regierungsvertretern zur Verhinderung der allgemeinen Wahlen im November. Zahlreiche Kandidaten der Korruption beschuldigt. Wird JOH erneut antreten, um sich Straffreiheit zu sichern?

Donnerstag, 23. September 2021

Aurelia Arzú - la Patrona

 

Aurelia Martina Arzú Rochez 1964 – 2021 Foto: HondurasDelegation

Wir trauern um das zu frühe Ableben von Aurelia Arzú. Es ist ein großer Verlust für die Organisation Fraternal Negra de Honduras - OFRANEH, den Garífuna und für uns alle. Aurelia hat uns mit ihrer Freundschaft, Mut und Kampfgeist inspiriert. Wir sprachen viel, dass eine andere Welt möglich ist und diese Welt hat in Vallecito ihren Anfang genommen.

Wir vertrauen darauf, dass die Kraft deiner Vorfahren, in der du ruhen wirst, uns in Solidarität mit deinen Weggefährt:innen, die Tag für Tag den Kampf um das Leben und den Territorien fortsetzen, den Weg weisen wird.

Aus Deutschland senden wir eine herzliche Umarmung an #OFRANEH Garifuna und Ihre Angehörigen.

Dienstag, 21. September 2021

Politisch motiviertes Justizsystem - Fall Edwin Espinal und Raúl Álvarez

 

Foto: Criterio

Zum Fall der ehemaligen politischen Gefangenen, die 19 Monate unschuldig im Hochsicherheitsgefängnis "La Tolva" inhaftiert waren:

"Es war klar, dass die Staatsanwaltschaft sich anbot, einen von der Polizei konstruierten Fall zu präsentieren, um eine politische Wirkung zu erzielen. Die Staatsanwaltschaft hat gezeigt, dass sie im Niedergang begriffen ist, da ihre Ankläger einen Fall von politischer Verfolgung unterstützten und nicht in der Lage sind, ihre Argumente oder Beweise zu untermauern, was beschämend und peinlich ist." Edy Tábora, ehemaliger Staatsanwalt, ist Anwalt von Raúl Álvarez und arbeitet aktuell in der Kanzlei für "Gerechtigkeit für die Völker".

Samstag, 18. September 2021

Edwin und Raúl freigesprochen

 

Nach dem Freispruch Edwin Espinal und Raúl Álvarez mit den Anwaltsteams

Die ehemaligen politischen Gefangenen Edwin Espinal und Raúl Álvarez wurden am Freitag, den 17. September in Tegucigalpa freigesprochen! Ein juristischer Sieg der beiden und ihrer Unterstützer:innen mit Anwält:innen des Bufete Justicia Para Los Pueblos (Foto) und allen Basisgruppen, Organisationen und Personen, die sich seit Jahren gegen die Kriminalisierung von sozialen Aktivist:innen und Menschenrechtsverteidiger:innen in Honduras einsetzen. Wir freuen uns riesig mit Erwin und Raúl. Und wir vergessen nicht, dass die beiden 19 Monate lang im Hochsicherheitsgefängnis "La Tolva" Folter und lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt waren. 
Nun muss dringend die Freilassung der zu Unrecht inhaftierten Wasserschützer aus Guapinol folgen!
 
Es gibt weitere zu Unrecht Verfolgte in Honduras: die politischen Gefangenen von Pimienta, die nach dem Wahlbetrug 2017 im Rahmen der landesweiten Proteste inhaftiert wurden. Dazu kommen zahlreiche Kriminalisierungen von weiteren Umweltverteidiger:innen wie denen von der Bewegung ACRAH in der Region Río Retoca und auch den fünf Kriminalisierten von Jilamito (Atlántida) und den 32 Umweltveteidiger:innen von Azacualpa (Copan), die sich gegen einen Tagebau wehren.

Mittwoch, 15. September 2021

Justizsystem im Einsatz gegen unliebsame Opposition

 

Edwin Espinal (links) und Raúl Álvarez vor dem Hochsicherheitsgefängnis La Tolva Foto: Karen Spring

Tegucigalpa. In Honduras hat der Prozess gegen Edwin Espinal und Raúl Álvarez begonnen. Die Aktivisten, die im Rahmen der landesweiten Proteste gegen den mutmaßlichen Wahlbetrug bei den Präsidentschaftswahlen von 2017 festgenommen wurden, werden der Zerstörung im Marriott-Hotel in Tegucigalpa beschuldigt.

Donnerstag, 9. September 2021

Wenn die Staatskasse geschröpft wird – Korruption und Unterschlagung im öffentlichen Sektor am Beispiel von Honduras



Online Veranstaltung am 12. Oktober, 18-19.30 Uhr

Das zentralamerikanische Land Honduras steht auf der Liste von 180 Ländern zur Korruption auf Platz 157, Deutschland steht auf Rang 9. Dennoch gibt es in beiden Ländern Korruption. Korrumpierbare Amtsträger*innen wirtschaften überall auf der Welt Gelder in die eigenen Taschen, die eigentlich dem Staat zustehen - nur in unterschiedlichen Ausmaßen und mit verschiedenen Folgen.

Sonntag, 5. September 2021

Rückkehr zum Schulunterricht inmitten der Pandemie

Lehrkräfte lehnen teilweisen Präsenzunterricht ab, da Hygiene-standards nicht erfüllt sind. Zugleich fehlen Voraussetzungen für virtuellen Modus

Freitag, 3. September 2021

Zunehmender Gebrauch von Kryptowährungen in Lateinamerika


Von , Öku-Büro amerika21

Tegucigalpa et al. Nach El Salvador zeigen sich nun auch Honduras, Kuba und Panama offen für den Einsatz des Bitcoins.

In Honduras ist der erste Geldautomat für den Ankauf von Kryptowährungen in der Hauptstadt Tegucigalpa in Betrieb genommen worden. Die Maschine ermöglicht den Erwerb von Bitcoin und Ether mit der Landeswährung Lempira.

Betrieben wird der Automat von der honduranischen Firma TGU Consulting Group. Um einen Kauf zu tätigen, müssen die Nutzer:innen einen amtlichen Ausweis scannen und persönliche Daten wie eine Telefonnummer eingeben.

Interessant werden könnte diese Technologie für honduranische Migrant:innen in den USA. Laut Juan Mayan, dem Geschäftsführer von TGU, stelle der Geldtransfer mit einer digitalen Währung eine günstige Alternative für die Rücküberweisungen (Remesas) der Diaspora dar. Im Jahr 2020 überwiesen die im Ausland lebenden Honduraner:innen 5,7 Milliarden Dollar, was etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes entspricht.

Unklar bleibt, ob dieser Schritt lediglich als isolierte Initiative einer einzelnen Firma zu betrachten ist, oder ob es Pläne gibt, ähnlich wie im Nachbarland El Salvador, den Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel anzuerkennen. Entsprechende Gerüchte finden sich derzeit auf einschlägigen Internetseiten rund um das Thema Kryptowährung.

Während Regierungen und Wirtschaftsvertreter:innen die Chancen digitaler Währungen hervorheben, finden im Nachbarland El Salvador hingegen schon die ersten Proteste gegen die für die am 7. September vorgesehene Einführung des Bitcoins statt. Dort führt die hastige Umsetzung und mangelnde Aufklärung zu Unsicherheiten etwa bei lokalen Kleinhändler:innen im formellen und informellen Sektor. Sorgen bereiten darüber hinaus die unvorhersehbaren Wertschwankungen des Bitcoins sowie die Möglichkeiten der Geldwäsche. Kleinhändler:innen im formellen und informellen Sektor sagen, dass die Kryptowährung für sie nur Unsicherheit und keine Wachstumserwartung bedeute.

Trotz der vielen Fragen und Unsicherheiten, die mit dem Gebrauch des Bitcoin verbunden sind, wird nun auch die Regierung von Kuba Zahlungen mit Kryptowährungen erlauben. Hintergrund dafür ist, dass aufgrund der verschärften Sanktionen gegen die Insel das Zahlen mit Dollars zunehmend schwieriger wird.

In Parlament von Panama wird derzeit ein Gesetz diskutiert, mit dem alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Kryptowährungen reguliert werden sollen. Das Land zieht auch die Verwendung von Kryptowährung als optionale Zahlungsmethode für den Kauf von Waren und Dienstleistungen in Betracht.

Dienstag, 24. August 2021

Arbeiter in Honduras wehren sich gegen moderne Sklaverei

Jahrelang wagten sie es nicht, sich zu beschweren, jetzt bereiten sie einen Rechtsstreit vor

 Von Übersetzung: amerika21, contracorriente

Montag, 23. August 2021

In Honduras beginnt der Betrugsprozess zum Wasserkraftwerk Agua Zarca

Staatliche Funktionäre sollen dafür gesorgt haben, dass das Energieunternehmen Desa rechtswidrig Verträge und Genehmigungen erhielt

Schon seit 2013 wehrten sich indigene Gemeinden gegen das Staudammprojekt Agua Zarca

 Von amerika21

Tegucigalpa. Die honduranische Sonderstaatsanwaltschaft gegen Korruption (UFERCO) beschuldigt sechs ehemalige honduranische Staatsbedienstete verschiedener Straftaten, darunter Amtsmissbrauch, Korruption und Urkundenfälschung. Angeklagt sind hochrangige Beamte des Umweltministeriums und des staatlichen Energieversorgers ENEE.

Freitag, 20. August 2021

LGBTIQ-Personen in Honduras besonders gefährdet

 

Wenig Strafverfolgung bei Hassverbrechen, Straflosigkeit liegt bei 90 Prozent. LGBTI*-Organisationen aktiv für den Schutz und die Rechte der Gemeinschaft

Dienstag, 17. August 2021

UNHCR kritisiert Abschiebepolitik der USA

Mauer an der Grenze Mexiko-USA. Immer mehr Menschen versuchen, sie zu überwinden

Genf/Washington. Das Hochkommissariat für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR) hat die derzeitige US-Politik der Abschiebung mittelamerikanischer Asylbewerber:innen nach Südmexiko scharf kritisiert. Die Regierung von Präsident Joe Biden setzt die unter der Präsidentschaft von Donald Trump eingeführte Politik fort, die die Abschiebungen mit der öffentlichen Gesundheit im Zuge der Corona-Pandemie rechtfertigt.

Mittwoch, 11. August 2021

onda-info 518

aus onda-info, v. 11.8.2021



Das sind die Themen in diesem Ondainfo 518: Chile ist auf dem Weg zu einer neuen Verfassung und dabei, das Erbe der Pinochet-Diktatur abzuschütteln und dem neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell ein Ende zu setzen. Leonel Yañez Uribe und Ute Löhning haben für die Rosa-Luxemburg-Stiftung in einem Feature Chiles Weg zu einer neuen Verfassung nachgezeichnet. Wir übernehmen diesen Beitrag mit freundlicher Genehmigung der RLS, der auch auf www.rosalux.de zu finden ist. 

Honduras geht dagegen in die entgegengesetzte Richtung. Die honduranische Regierung möchte mit Sonderwirtschaftszonen Beschäftigung und wirtschaftliche Entwicklung fördern. Das behauptet sie zumindest. Ein großer Teil der Bevölkerung sieht das anders. Es droht die Schaffung autonomer, von Investoren regierter Enklaven, den Menschen in den betreffenden Gebieten die Enteignung. Und gerade während der Corona-Pandemie wurden die Planungen für die sogenannten ZEDE vielerorts konkreter. 
Jutta Blume gibt uns einen Überblick. 


Sonntag, 8. August 2021

Dauerkrise in Honduras - Korruption, Kokain und Klimawandel

aus: deutschlandfunkkultur, vom 3.8.2021
von Martin Reischke
Samael Méndez schloss sich der
Karawane der Menschen Richtung Norden an.
(Foto: Martin Reischke)

Die meisten Flüchtlinge, die aus Mittelamerika Richtung Norden ziehen, kommen aus Honduras. Nicht nur die Perspektivlosigkeit, auch der Klimawandel vertreibt die Menschen. Das Land erlebte im vergangenen Herbst zwei verheerende Wirbelstürme.

Auf der Tribüne des Sportstadions Jesús Martínez „Palillo“, im Nordosten von Mexiko-Stadt, sitzt ein Mann und wartet. „Mein Name ist Samael Méndez González, ich komme aus San Pedro Sula, Honduras, und bin 35 Jahre alt“, erzählt er.

Sein Blick schweift über den Sportplatz zu seinen Füßen. Dort, wo normalerweise Läufer ihre Runden drehen, hat die Verwaltung von Mexiko-Stadt riesige weiße Zelte aufstellen lassen. Migranten aus El Salvador, Guatemala oder Nicaragua sind hier untergebracht – vor allem aber aus Honduras. Es ist im Herbst 2018.

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Beitrag hören:


Weitere Beitrage zum Schwerpunkt Mittelamerika bei deutschlandfunkkultur: 




Freitag, 6. August 2021

Offener Brief zum Besuch des deutschen Botschafters bei ZEDE Próspera am 28.7.2021

Herrn Botschafter Jens Janik,

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Honduras

Tegucigalpa, Honduras

 München/Berlin, 6. August 2021

Sehr geehrter Herr Botschafter,

wir schreiben Ihnen in Bezug auf Ihren Besuch bei der ZEDE Próspera auf Roatán am 28. Juli 2021. Ziel Ihres Besuchs war es laut der entsprechenden Veröffentlichung auf dem offiziellen Twitter-Account der Deutschen Botschaft, "sich ein umfassendes und eigenes Bild über ein sehr wichtiges Thema wie #ZEDEs zu machen"[1].

Donnerstag, 22. Juli 2021

Verschwundene Garífuna in Honduras: Ein Jahr des Schweigens

Miriam Miranda, Koordinatorin von Ofraneh, vor dem Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft

Von den vier afroindigene Aktivisten fehlt weiter jede Spur. Ofraneh und Angehörige fordern sorgfältige Ermittlungen und Suche nach den Verschwundenen

Von amerika21

Tegucigalpa. Ein Jahr nach dem gewaltsamen Verschwindenlassen von vier Männern aus der afroindigenen Garífuna-Gemeinde Triunfo de la Cruz haben Demonstrierende am Dienstag erneut Aufklärung und Gerechtigkeit gefordert.

Der Gemeindevorsteher Alberth Sneider Centeno sowie die Mitglieder der Garífuna-Organisation Ofraneh, Gerardo Tróchez, Milton Martínez und Suami Mejía waren am 18. Juli 2020 am frühen Morgen von rund 30 bewaffneten Männern, die sich als Polizisten zu erkennen gaben, aus ihren Häusern geholt worden und sind seither verschwunden.

"Wir fordern, dass sie uns unsere Brüder zurückgeben!" sagte Miriam Miranda, Koordinatorin von Ofraneh vor dem Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft in Tegucigalpa, begleitet von Sprechchören: "Lebendig wurden sie uns genommen, lebendig wollen wir sie wieder haben!"

Hunderte von Garífuna waren in die Hauptstadt gereist, um Antworten von den honduranischen Ermittlungsbehörden einzufordern. "Von vier oder fünf verschiedenen Staatsanwaltschaften hat jede ihre eigene Version", so Miranda. Aus diesem Grund fordert Ofraneh nun die Berufung eines Sonderstaatsanwalts für gewaltsames Verschwindenlassen. Bereits im Februar riefen die Organisation und die Angehörigen der Verschwundenen ein Garífuna-Komitee zur Ermittlung und Suche der Verschwundenen von Triunfo de la Cruz (Sunla) ins Leben (amerika21 berichtete).

Die honduranischen Behörden haben bislang abgelehnt, das Komitee in die Ermittlungen einzubinden, was gegen die international verbrieften Rechte der Angehörigen von Opfern des gewaltsamen Verschwindenlassens verstößt. Im Juni forderten über 200 nationale und internationale Organisationen den honduranischen Staat in einem offenen Brief auf, mit Sunla zusammenzuarbeiten, doch auch hierauf gab es keine Antworten.

Mit der Demonstration vor der Staatsanwaltschaft wiederholten die Garífuna ihre Forderung nach einer sorgfältigen, unabhängigen und professionellen Suche und Ermittlungen sowie der Einbindung der Angehörigen der Opfer. Außerdem drängten sie erneut auf die Umsetzung der Urteile des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte zugunsten der Gemeinden Triunfo de la Cruz und Punta Piedra aus dem Jahr 2015.

Laut diesem Gerichtsurteil müssen den Gemeinden ihre angestammten Territorien zurückgegeben werden, die von gemeindefremden Personen illegal angeeignet wurden. Das Urteil verpflichtet den Staat auch, Leben und körperliche Integrität der Führungspersonen aus Triunfo de la Cruz und Punta Piedra zu schützen.

Doch anstatt dass den Garífuna Gerechtigkeit zuteil werde, würden sie weiter juristisch verfolgt, erklärte Miriam Miranda. In Trujillo wurden in den letzten Monaten drei Garífunaaktivist:innen willkürlich festgenommen und nur gegen Meldeauflagen wieder freigelassen. Gegen 29 weitere Personen, die die Landrechte der afroindigenen Gemeinschaft verteidigen, liegen Haftbefehle vor.

"Die Regierung muss davon absehen, die nationale Strafgesetzgebung als Instrument der Einschüchterung gegen Personen einzusetzen, die die Menschenrechte verteidigen", forderte kürzlich Mary Lawlor, Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die Situation von Menschenrechtsverteidiger:innen, bezugnehmend auf die Kriminalisierung von Garífuna in Honduras.

"Lebendig wurden sie uns genommen, lebendig wollen wir sie wieder haben"

 

Donnerstag, 8. Juli 2021

Ein kriminelles Netz der Eliten

Interview mit Joseph Berra zum Prozess gegen David Castillo, einen der mutmaßlichen Auftraggeber des Mordes an Berta Cáceres

Daniela Dreißig erschienen in ILA Juli/August 2021(447)
Bewohner*innen aus der Region Río Blanco Foto: COPINH

Im April 2021 begann in Tegucigalpa (Honduras) der Prozess gegen David Castillo, ehemaliger Geschäftsführer des honduranischen Energieunternehmens Desarrollos Energéticos (DESA). Die indigene Menschenrechtsverteidigerin Berta Cáceres hatte sich gemeinsam mit den Gemeinden von Río Blanco gegen den Bau des DESA-Wasserkraftwerkes Agua Zarca gewehrt. Am 2. März 2016 wurde sie in ihrem Haus erschossen. Sieben Auftragsmörder und Mittäter des Mordes an Berta Cáceres und des versuchten Mordes an dem Umweltaktivisten Gustavo Castro wurden 2018 schuldig gesprochen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der bisherige Verlauf des Verfahrens gegen Castillo bringt wichtige Hinweise zur Verfolgung von Berta Cáceres durch DESA-Angestellte und dem Agieren des DESA-Aufsichtsrates unter Führung der mächtigen Bankiersfamilie Atala Zablah. Gegen DESA-Finanzchef Daniel Atala Midence, der als Zeuge vor Gericht aussagen sollte, wird inzwischen auch offiziell ermittelt. Zum aktuellen Prozess sprach Daniela Dreißig Mitte Juni mit Joseph Berra, Mitglied der internationalen Beobachtermission zum Mordfall Berta Cáceres und Direktor des Projektes  „Menschenrechte in den Amerikas“ an der Universität von Kalifornien, Los Angeles.

Mittwoch, 7. Juli 2021

Gericht verurteilt DESA-Geschäftsführer als Drahtzieher im Mordfall Berta Cáceres

Von amerika21 

Tegucigalpa. Der Geschäftsführer des Wasserkraftunternehmens DESA ist als ein Drahtzieher der Ermordung der indigenen Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres schuldig gesprochen worden.

Über fünf Jahre nach dem Mord an Cáceres ist Roberto David Castillo für seine Mittäterschaft verurteilt worden. Nach 49 Prozesstagen verkündete der Gerichtshof in Tegucigalpa am 5. Juli sein Urteil gegen den Geschäftsführer des Unternehmens Desarollos Energeticos SA (DESA) und ehemaligen Offizier des militärischen Geheimdienstes.