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Freitag, 20. August 2021

LGBTIQ-Personen in Honduras besonders gefährdet

 

Wenig Strafverfolgung bei Hassverbrechen, Straflosigkeit liegt bei 90 Prozent. LGBTI*-Organisationen aktiv für den Schutz und die Rechte der Gemeinschaft

Donnerstag, 1. Juli 2021

Eine bahnbrechende Entscheidung für Vicky

 Interamerikanischer Gerichtshof verurteilt Honduras wegen Mordes an Trans*frau

Quelle: Red Lésbica Cattrachas

Von Giorgio Trucchi | Rel UITA

Am heutigen Montag (28.Juni 2021 d.Red.) fällte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (IACHR) ein historisches Urteil zum Mord an Vicky Hernández, einer 26-jährigen Trans*frau und Aktivistin des Colectivo Unidad Color Rosa, die in den frühen Morgenstunden des 28. Juni 2009, während eines blutigen Staatsstreichs in Honduras, von Mitgliedern der Sicherheitskräfte getötet wurde.

Donnerstag, 16. Juli 2020

Erneut Mord an Trans*Aktivistin

Scarleth Cáceres Foto: Asociación Arcoiris
Tegucigalpa (oeku-buero). Es war wieder ein Mitglied der Trans*Frauengruppe unserer Freund*innen der Asociación LGTB Arcoíris de Honduras und es geschah wieder zur Zeit der Pride-Aktionen, auch wenn sie dieses Jahr hauptsächlich digital veranstaltet wurden. Letztes Jahr trauerten wir um Bessy Ferreira. Dieses Jahr um die junge Aktivistin der Muñecas de Arcoíris, Scarleth Cambell (Scarleth Cáceres). Am Freitag, 10. Juli gegen 20 Uhr wurde Scarleth  im Stadtzentrum von Tegucigalpa von Unbekannten erschossen. Bisherigen Berichten zufolge aus einem Van heraus. Scarleth wurde noch lebend ins Krankenhaus gebracht und erlag bei einer Notoperation ihren schweren Verletzungen. Laut Red Nacional de Defensoras de Derechos Humanos en Honduras wurden dieses Jahr bereits zehn Trans*Frauen in Honduras ermordet. Asociación Arcoíris weist darauf hin, dass in Honduras durchschnittlich alle elf Tage ein Mitglied der LGBT*-Comunity ermordet wird, 33 pro Jahr. Über 90 Prozent der Morde bleiben straflos. “Dies ist auch das Produkt eines failed state, der seine Laizität nicht respektiert, sondern der Gesellschaft religiöse Konzepte aufdrückt, die nichts mit den Forderungen und Bedürfnissen der sozial am meisten benachteiligten und verwundbar gemachten Gruppen zu tun haben“, so Arcoíris in einer Pressemitteilung.

Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in Honduras (OACNUDH) forderte vom honduranischen Staat eine rasche, umfassende und unparteiliche Aufklärung des Mordes an Scarleth Cambell. OACNUDH hatte ebenso wie die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH wiederholt konkrete Maßnahmen zum Schutz der LGBT*-Community in Honduras, wie auch von Menschenrechtsverteidiger*innen gefordert. Das Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit bekräftigt inmitten von Trauer, Wut und Schmerz seine Solidarität mit Asociación Arcoíris. Wir schliessen uns ausdrücklich auch der Kritik von Arcoíris und des Capítulo Garifuna des BLMP (Black LGBT+ Migrant Project) aus den USA wegen der diskriminierenden und trans*feindlichen Berichterstattung der honduranischen Medien an.

Facebook Asoc. Arcoíris
Bericht Giorgio Trucchi REL-UITA
Twitter OACNUDH

Donnerstag, 30. Januar 2020

Erneut Attentat auf Trans-Aktivistin in Honduras

LGBT-Community lebt in dem mittelamerikanischen Land unter hohem Risiko. Das Ende der Internationalen Mission gegen Korruption und Straflosigkeit verschärft die Situation

Mittwoch, 12. Juni 2019

Sichtbar, engagiert und hartnäckig

Montag, 12. November 2018

Aktivist unserer Partnerorganisation Asociación LGBT* Arcoíris de Honduras ermordet

Zusammenhang mit Hetzkampagne gegen Gleichstellungsgesetz nicht auszuschließen

TEGUCIGALPA (oeku-buero. 10.11.2018) 8.November 2018. Gegen 21 Uhr Ortszeit. Jonathan Escobar Cruz erhält einen Anruf und tritt aus seinem Haus in Comayagüela (Hauptstadt-Distrikt). Vier Männer kommen aus zwei Richtungen auf ihn zu, feuern und verschwinden. Der Leichnam weist Spuren von 20 Schüssen auf. Jonathans Gesicht ist vollständig zerstört. Er wurde 32 Jahre alt. Jonathan war langjähriger Aktivist der LGBT*Organisationen Arcoíris de Honduras und APUVIMEH.

Jonathan wurde seit Jahren immer wieder bedroht. Bereits 2013 hatte ihm die Interamerikanische Menschenrechtskommission Schutzmaßnahmen zugesprochen. Wenige Tage vor seiner Ermordung wandte er sich an den Schutzmecha-nismus für Menschenrechtsvertei-diger*innen, Journalist*innen und Justizpersonal und erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Aus den „üblichen“ Morddrohungen war eine konkrete Aktion geworden. Schwer bewaffnete vermummte Männer waren in einem Kleinbus ohne Nummernschild zu seinem Haus gekommen, hatten es durchsucht und allen Anwesenden Angst eingejagt. Auch Jonathans Familie fürchtet nun um ihr Leben.

Mittwoch, 8. März 2017

ILA mit dem Schwerpunkt Honduras erschienen

"Mit seinen 112 000 Quadratkilometern kommt Honduras auf etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands, hat aber nur knapp neun Millionen EinwohnerInnen. Das zentralamerikanische Land sorgt seit vielen Jahren nur für Negativschlagzeilen.(...)


Donnerstag, 24. November 2016

Weitere Besuche bei Organisationen in Tegucigalpa: Arcoiris, Friedrich-Ebert-Stiftung und Red Nacional de Defensoras de Derechos Humanos en Honduras

Die Asociación LGTBI Arcoiris in Tegucigalpa setzt bei ihrer Arbeit auf drei inhaltliche Schwerpunkte: Einhaltung der Menschenrechte, politische Arbeit und Gesundheit der LGBTI* Community in Honduras. Seit 2003 engagiert sie sich für Bildung und Empowerment der Community. Wir haben Arcoiris in ihrem Haus getroffen, das gleichzeitig Basis der Organisation und zweites Zuhause sowie geschützter Raum für viele Menschen ist.
Seit dem Putsch 2009 nahmen die Menschenrechtsverletzungen gegenüber homo- und bisexuellen, trans* und intersexuellen Menschen kontinuierlich zu. Viele Hassverbrechen richten sich gegen die trans* Community, doch aktuell ist eine Zunahme dieser Verbrechen gegen die lesbische Community zu verzeichnen.

Trotz der extrem schwierigen Situation und verschiedenen Rückschlägen haben wir auch viel Hoffnung und positive Energie wahrgenommen. Während die ersten Protestmärsche noch von 12 Personen bestritten wurden, versammeln sich nun jährlich über 500 Mitglieder und Freund*innen der Community.
Wir alle waren beeindruckt von dem herzlichen Empfang bei der Organisation – etwa 20 compañerxs nahmen sich Zeit für die Delegation und berichteten über Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung und das schwierige Überleben im Alltag. Immer wieder wurde betont, dass die Asociación wie eine Familie ist und Donny Reyes, der Koordinator der Asociación wurde liebevoll als Vater bezeichnet.




Mittwoch besuchten wir die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und trafen Jennifer Erazo, die Vertreterin der Stiftung in Honduras. Sie gab uns einen detaillierten Überblick über die politische Situation. Jennifer Erazo machte deutlich, dass die FES in Honduras eng mit den fortschrittlichen politischen Kräften und sozialen Bewegungen des Landes zusammenarbeitet und diesen beratend zur Seite steht. Die Bedeutung des Zusammenhaltes der sozialen Bewegungen wurde von ihr hervorgehoben und die Stiftung selbst fördert den Dialog in der Zivilgesellschaft.



Der letzte Termin am Mittwoch führte uns zum Netzwerk Red Nacional de Defensoras de Derechos Humanos en Honduras. Es handelt sich um ein Netz von 27 Organisationen und 33 individuell agierenden Menschenrechtsverteidigerinnen.
Yessica Trinidad berichtete von den Herausforderungen ihrer Arbeit. Hauptschwerpunkt ihrer Arbeit ist die umfassende Begleitung von Frauen, die in ihrer politischen Arbeit Menschenrechtsverletzungen erleben. Sie unterstützen in Fragen von Sicherheit und Selbstschutz. Momentan stehen nur drei Mitarbeiterinnen einer zunehmenden Anzahl von Fällen gegenüber – ein Pensum, das kaum zu bewältigen ist. Zudem begleiten sie auch ganz akute Fälle wie die derzeitige Besetzung der Universidad Agrícola Nacional de Catacamas von 1200 Studierenden, die von einer gewaltsamen Räumung betroffen sind.
Yessicas Kollegin Roxana ist Koordinatorin des Internetradios La Rojita. Eines ihrer unterschiedlichen Programme ist Voz Defensora, in dem jeden Tag eine Stunde lang eine Menschenrechtsverteidigerin des Landes vorgestellt wird.


Ein Thema, das bei allen unseren Besuchen eine große Rolle spielte, ist die Reform des Strafgesetzes. Einige Artikel, die bisher vor allem Frauen, der indigenen Bevölkerung und LGBTI* Community Schutz boten, sollen der Reform zum Opfer fallen. Die Menschenrechtsverteidiger*innen blicken mit großer Sorge auf die intransparenten Prozesse und den Ausschluss der Zivilgesellschaft aus dem Entscheidungsprozess.




Donnerstag, 28. April 2016

Vortragsreise der honduranischen Trans*Aktivistin Frenessys

LGBTI*-Widerstand in Zeiten von politischer Repression und Hassverbrechen
Vortragsreise der honduranischen Trans*Aktivistin Frenessys
Frenessys Sahory Reyes gehört zu den bekanntesten Trans*Aktivist*innen in Honduras. Sie arbeitet seit 2007 mit der Partnerorgansation des Öku-Büros Asociácion LGBTI Arcoíris zusammen und ist Mitgründerin der Trans* Frauen-Gruppe Muñecas de Arcoíris. Allein seit Ende Juni 2015 wurden sechs Mitglieder von Arcoíris ermordet, darunter vier Trans*Frauen. Hinzu kommen versuchte Morde, Überfälle, Kurzeitentführungen und Folter. Mehrere Mitglieder der Organisation mussten ins Exil fliehen. Frenessys berichtet im Mai in München, Berlin, Hamburg und Brüssel über die Kämpfe der Community in Zeiten verschärfter politischer Repression und allgegenwärtiger hate crimes.

Öffentliche Veranstaltungen:

Freitag, 6. Mai 2016 17:00 – 19:00 Uhr Hansacafé im Feierwerk, Hansastr. 39-41, München
Workshop im Rahmen der Trans*Tagung München:

Trans*Aktivismus in Honduras
Im Juni 2015 und im Januar 2016 wurden die Trans*Aktivistinnen Angy Ferreira und Paola Barraza in Honduras auf offener Straße erschossen. Die dortige Trans*Community ist täglich Gewalt, Einschüchterungen und Bedrohungen ausgesetzt. Morde sind keine Seltenheit. Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Trans*Frau in Honduras liegt bei 35 Jahren.Die honduranische Trans*Aktivistin Frenessys  berichtet über das Leben der Trans*Frauen in Honduras  und gibt einen Einblick in die aktuelle Lage. Danach Gelegenheit,Fragen zu stellen und sich weiter auszutauschen. (Sprache: Spanisch mit Übersetzer*in.)

Mittwoch, 11. Mai 2016, 18.30 - 20.30 Uhr, Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8,  Berlin
Podiumsdiskussion: 
Progressive Gesetze, brutaler Alltag - LGBTI in Argentinien und Honduras
Mit: Frenessys Sahory Reyes, Mitglied der Asociación LGBT Arcoíris, Honduras
María Rachid, Geschäftsführerin Féderación Argentina LGBT (FALGBT), Argentinien
Moderation: Caroline Ausserer, freie Journalistin, Berlin
Die rechtliche Situation von LGBTI in Lateinamerika unterscheidet sich drastisch  innerhalb der Region: In einigen Ländern ist Homosexualität noch strafbar, andere haben zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, Ehe und Adoption eine weitaus fortschrittlichere Gesetzgebung als die EU; Argentinien ist das bislang einzige Land weltweit mit dem gesetzlich verbrieften Recht, die eigene Geschlechtsidentität frei ändern können. Die Diskrepanzen zwischen Gesetzen und Alltag sind jedoch groß. Brutale Gewalt gegen LGBTI ist in den meisten Ländern an der Tagesordnung. Besonders gefährdet sind Trans*-Menschen: Die 13 Länder mit den weltweit höchsten Mordraten an Trans*Personen liegen in Lateinamerika, angeführt wird die Liste von Honduras.
Was sind die Gründe für die extreme Gewalt und was muss der Staat tun, um seine Bürger*innen besser zu schützen?
Wie kam in Argentinien das Gesetz zur Geschlechtsidentität zustande und was hat es gebracht?
Was können Deutschland und Europa diesbezüglich von Argentinien lernen?
Diese und weitere Fragen wollen wir mit unseren Gästen Frenessys Sahory Reyes und María Rachid diskutieren (Simultanübersetzung aus dem Spanischen)

Donnerstag, 12. Mai 2016, 19:30 Uhr Transinterqueer e.V. - Triq, Berlin. Glogauer Str. 19, Berlin
Vortrag und Trans*Talk (Spanisch und Deutsch mit Konsekutivübersetzung)
mit Frenessys (zum Inhalt vgl. Workshop 6.Mai)


Dienstag, 17. Mai 2016 Hamburg 19:30 Uhr Centro Sociale, Sternstr. 2, Hamburg
Gemeinsame Veranstaltung von bundeskoordination internationalismus (buko), Café Libertad, Peace Brigades International und Mujeres sin Fronteras

Samstag, 21. Mai 2016, 19:00 Uhr, ligsalz8, Ligsalzstr. 8, München
Diskussionsrunde des Ökubüros: LGBTI-Widerstand in Honduras seit dem Putsch 2009 – Blick in eine ungewisse Zukunft

Was sind die aktuellen Herausforderungen nach den jüngsten Morden? Welche Schutmaßnahmen gibt es für gefährdete Aktivist*innen? Welche müsste es geben? Wie verbinden sich die Kämpfe der LGBTI*-Community mit anderen sozialen Widerstandsbewegungen in Honduras und darüber hinaus? Was haben Programm der EU mit der Situation der LGBTI* in Honduras zu tun? Welche Strategien der internationalen Solidarität sind derzeit möglich? Welche Vernetzungen haben sich auf der Reise ergeben?

Hintergrundinfo:

Frenessys Sahory Reyes (30) arbeitet seit 2007 mit der Asociácon LGBTI Arcoíris zusammen und ist eine der Gründerinnen der Trans*Frauengruppe von Arcoíris. 2014 gründete sie mit anderen zusammen einen landesweiten Zusammenschluss von Trans*Frauen, das Red Nacional de Mujeres Transsexuales und die Beratungsorganisation Asociación Cozumel Trans.
Die Asociación LGTB Arcoíris de Honduras besteht seit 2003. Sie ist eine Basisorganisation für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte der honduranischen LGBT-Community, die direkt mit LGBT-Personen arbeitet. Die Vereinigung hat verschiedene Untergruppen, wie die Lesbengruppe LITOS, die Trans*Frauengruppe Muñecas de Arcoíris und eine Gruppe von Familienangehörigen. Sie zählt insgesamt mehr als 400 Mitglieder. Arcoíris hat sich zum Ziel gesetzt, die Menschenrechte der honduranischen LGBT-Community zu schützen und zu fördern sowie einen Beitrag zu leisten für die Reduzierung der Gewalt, die sich gegen die sexuelle Orientierung und die Gender-Identität richtet. Neben der direkten Beratungs und Empowerment-Arbeit mit der Community dokumentiert Arcoíris Menschenrechtsverletzungen, unterstützt bei Anzeigen, verfolgt juristische Prozesse und engagiert sich stark in der Advocacy- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Aktivitäten zielen neben konkreter Einzelfall-Betreuung immer auch auf strukturelle Veränderungen im Land ab. Der Verein ist Teil des Zusammenschlusses mehrerer Organisationen im Komitee der Sexuellen Diversität in Honduras und kooperiert mit sozialen Bewegungen von Frauen, kleinbäuerlichen Vereinigungen, Jugendlichen sowie Gruppen aus dem Gesundheits- und Bildungsbereich.

Weitere Informationen, Gesprächs- und Interviewtermine:
Andrea Lammers, Öku-Büro: Tel. 089 – 448 59 45 Email: elsal@oeku-buero.de