Montag, 9. März 2026
Sonntag, 8. März 2026
Berta Cáceres - 10 Jahre Straflosigkeit
“Despertemos, despertemos humanidad, ya no hay tiempo”
“Lasst uns aufwachen, Menschheit! - es bleibt keine Zeit mehr!”Wer war Berta Cáceres?
Berta Cáceres wurde am 4. März 1971 in La Esperanza-Intibucá, im ländlich geprägten Westen von Honduras geboren. Sie war eine Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin.
1993 gehörte sie zu den Gründer:innen des Zivilen Rates der indigenen und Volksorganisationen von Honduras (COPINH), den sie viele Jahre lang leitete. Berta kämpfte mit dem COPINH gegen Rassismus und die Ausbeutung von Mensch und Natur durch Abholzung, Wasserkraft- und Bergbauprojekte.
Geprägt wurde Berta in ihrer Kindheit und Jugend durch ihre alleinerziehende Mutter, die als Hebamme arbeitete, Bürgermeisterin, Gouverneurin und Kongressabgeordnete war. Als „Stimme der Lenca“, setzte sich die vierfache Mutter gegen patriarchale Machtstrukturen und für die Stärkung der indigenen Frauen in den Gemeinden ein.
Die Verfolgung der Familie, das repressive politische Klima im Honduras der 1980er Jahre sowie die Situation der salvadorianischen Geflüchteten hinterließen bei Berta bleibenden Eindruck, so dass sie sich dem Widerstand im Nachbarland El Salvador anschloss.
Früh engagierte sie sich auch gegen eine US-Militärbasis in Honduras und solidarisierte sich u.a. international mit der kurdischen Autonomiebewegung und den Mapuche in Chile. Von 2009 an gehörte sie zu den führenden Köpfen der Protestbewegung gegen den zivil-militärischen Putsch in Honduras 2009.
“Vos tenés la bala, yo la palabra. La bala muere al detonarse, la palabra vive a replicarse ”
“Du hast die Kugel, ich das Wort. Die Kugel stirbt mit dem Aufprall, das Wort lebt weiter, indem es weitergegeben wird.”Seit 2010 war Berta das Gesicht des Widerstandes der Lenca gegen das Wasserkraftwerk „Agua Zarca“ am heiligen Fluss Gualcarque. Das honduranische Unternehmen DESA versuchte, das Projekt mit allen Mitteln durchzusetzen.
Trotz Warnungen wegen Korruption und Gewalt gegen die Kraftwerksgegner:innen finanzierten die niederländische Entwicklungsbank FMO, der Finnfund und die zentralamerikanische Entwicklungsbank „Agua Zarca“ immer weiter.
Das deutsche Unternehmen Voith Hydro (damals ein Joint Venture der Siemens AG) wollte Turbinen liefern. Als alle Versuche, den Widerstand zu brechen, sich als vergeblich erwiesen, wurde ein Mordkomplott gegen Berta geschmiedet, um die Investition in das Kraftwerk zu retten. In der Nacht vom 2. auf den 3. März 2016 erschoss ein Killerkommando Berta in ihrem Haus.
2019 wurden vier Täter und einige Mittelsmänner zu Haftstrafen verurteilt. Die mutmaßlichen Auftraggeber wurden nicht belangt.
Anfang 2026 stellte die GIEI, eine Gruppe unabhängiger internationaler Expert:innen, einen Bericht vor, der zeigt:
- Honduranische staatliche Stellen wussten seit Januar 2016 von den Mordplänen und unternahmen nichts, um Berta zu schützen.
- Es gibt ausreichend Beweise, um eine Strafverfolgung von Mitgliedern der mächtigen Unternehmerfamilie Atala Zablah als Hintermänner des Mordes einzuleiten.
Dienstag, 17. Februar 2026
Gedenken an Berta Cáceres - Kundgebung
Berta ist nicht gestorben, sie hat sich vervielfacht
Vor 10 Jahren wurde Berta Cáceres, Menschenrechts- und Umweltverteidigerin, indigene Aktivistin, Feministin, in ihrem Haus in La Esperanza in Honduras ermordet. Der politische Femizid folgte einem Mordkomplott zugunsten von Wirtschaftsinteressen, dessen Auftraggeber bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Staatliche Stellen wussten im Voraus von dem Plan, taten aber nichts, um Berta zu schützen. An ihrem 10. Todestag wollen wir gemeinsam Berta Cáceres gedenken sowie vollständige Aufklärung und Gerechtigkeit fordern. Dazu gehört auch die Anerkennung territorialer Rechte indigener Gemeinschaften. Wir protestieren gegen die fortdauernde Kriminalisierung, Bedrohung und Ermordung von Menschenrechtsverteidiger:innen in Honduras und ganz Lateinamerika.
Wann? Montag,
02.03. 2026 um 17:00 - 18:00 Uhr
Wo? Forum vor dem Kanzleramt
Berta no murió, se multiplicó
Hace 10 años Berta Cáceres, defensora de derechos humanos y del medio ambiente, activista indígena y feminista, fue asesinada en su casa de La Esperanza en Honduras. El feminicidio político fue precedido por un complot para asesinarla, cuyos mandantes aún no han sido llevados ante la justicia. Las autoridades estatales conocían de antemano el plan, pero no hicieron nada.
para proteger a Berta. En el décimo aniversario de su muerte, queremos recordar juntos
a Berta Cáceres y exigir que se aclare completamente el caso y se haga justicia. Esto incluye el reconocimiento de los derechos territoriales de las comunidades indígenas. Protestamos contra a continua criminalización, amenaza y asesinato de defensores de los derechos humanos en Honduras y Latinoamérica.
Fecha: Lunes, 2 de marzo 2026, 5 p.m.- 6 p.m.
Lugar: Forum vor dem Kanzleramt
Dienstag, 27. Januar 2026
Trumps Favorit Asfura wird Präsident von Honduras
EU-Parlament erkennt umstrittenes Wahlergebnis an. Libre-Aktivistin nach Demo für Neuauszählung erschossen
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Nasry Asfura erhielt, trotz umstrittener Wahl, seine Ernennungsurkunde zum Staatspräsidenten Quelle:Nasry Tito Asfura |
Tegucigalpa. Nasry Asfura Zablah, Wunschkandidat von US-Präsident Trump, hat am 21. Januar seine Ernennungsurkunde als neuer honduranischer Staatschef erhalten. Am heutigen Dienstag wird der 67-jährige Bauunternehmer und ehemalige Bürgermeister des Hauptstadtdistriktes sein Amt antreten. Eine öffentliche Zeremonie mit ausländischen Staatsoberhäuptern ist nicht vorgesehen.
Asfura war am 24. Dezember nach einem umstrittenen Wahlprozess von zwei Mitgliedern des Nationalen Wahlrates zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt worden (amerika21 berichtete). Dabei waren Wahlprotokolle, die bis zu 130.000 Stimmen repräsentieren, nicht berücksichtigt worden. Der Vorsprung Asfuras zum Kandidaten der Liberalen Partei, Salvador Nasrallah, betrug jedoch nur knapp 27.000 Stimmen. Dennoch verzichtete die Liberale Partei darauf, ihren Kandidaten als möglichen Wahlgewinner zu verteidigen. Die bisherige, linksorientierte Regierungspartei Libre verlangte hingegen eine Neuauszählung aller Stimmzettel und erließ ein entsprechendes Gesetzesdekret.
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Reina Margarita Carrasco, bekannte Aktivistin der Partei Libre in Choluteca, wurde ermordet Quelle:Hernandez Danilo |
Am 21. Januar protestierten Libre-Anhänger vor dem Kongressgebäude in der Hauptstadt Tegucigalpa zugunsten einer Neuauszählung. Unter ihnen war auch Reina Margarita Carrasco, eine im Süden des Landes bekannte Parteiaktivistin. Am nächsten Morgen töteten Unbekannte sie in ihrer Heimatstadt Choluteca mit vier Schüssen in den Kopf. Medienberichte gehen von einem Auftragsmord aus. Das EU-Parlament forderte in einer Resolution am 22. Januar, Asfura als Präsident anzuerkennen. Das Gesetzesdekret, das eine Neuauszählung aller Stimmzettel verlange, sei verfassungswidrig, so die Europaabgeordneten. Es stelle "einen Angriff auf die honduranische Demokratie" dar.
Als Vertreter der rechten Nationalen Partei löst Asfura nun die linke Präsidentin Xiomara Castro ab. Castro hatte 2021 als erste Frau die Präsidentschaftswahlen unter dem von breiten Bevölkerungskreisen getragenen Motto "Fuera JOH!" (Weg mit JOH!) mit deutlicher Mehrheit gewonnen. Juan Orlando Hernández (JOH) von der Nationalen Partei hatte Honduras in einen korrupten Narcostaat verwandelt. Er wurde 2024 an die USA ausgeliefert und hätte dort eine 45-jährige Haftstrafe wegen Konspiration zum Drogenhandel absitzen müssen, wurde jedoch von US-Präsident Trump begnadigt und Anfang Dezember 2025 freigelassen.
Der neue honduranische Staatschef Asfura gilt als enger Vertrauter von Hernández. Als Bürgermeister von Tegucigalpa soll er zudem selbst in mehrere Korruptionsskandale verwickelt gewesen sein. Gegen ihn ist ein Verfahren wegen der mutmaßlichen Unterschlagung von über 28 Millionen Lempira (etwa 900.000 Euro) aus dem Haushalt der Hauptstadt anhängig. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass der neugewählte Kongress seine Immunität aufheben wird. Die Nationale Partei hat dort jetzt 49 Sitze. Die ebenfalls rechte Liberale Partei ist mit 41 Abgeordneten vertreten, Libre mit 35. Zwei Sitze entfallen auf die sozialdemokratische PINU-SD, auf die Christdemokraten ein Sitz. Zum Kongresspräsidenten wurde am 23. Januar, in Abwesenheit der Libre-Abgeordneten, Asfuras Parteifreund Tomás Zambrano gewählt. Er gilt als einer der Drahtzieher des sogenannten "Paktes der Korrupten" im honduranischen Kongress, der 2018 aufgedeckt wurde.
Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen in Honduras erwarten unter der Präsidentschaft von Nasry Asfura eine Verschärfung der extraktivistischen Wirtschaftspolitik, neue Lizenzen für Bergbau- und Wasserkraftprojekte und freie Bahn für die sogenannten "Zonen für Arbeit und wirtschaftliche Entwicklung" (ZEDE). Diese von JOH ermöglichten nahezu autonomen, privaten Enklaven für Unternehmen waren während der Amtszeit von Xiomara Castro verboten, aber nicht gänzlich aufgelöst worden. (amerika21 berichtete). Trump nahestehende Tech-Milliardäre haben großes Interesse an diesen Zonen, die sie weltweit vernetzen wollen.
Donnerstag, 15. Januar 2026
HONDURAS EN PRIMER PLANO - Después de las elecciones: Perspectivas geopolíticas y las luchas desde los territorios
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Viernes 23 de enero 2026
de 8 a 9:30 am (hora de Honduras)
de 3 a 4.30 pm (en Europa)
en línea a través de Zoom, español
Las elecciones generales celebradas en Honduras el 30 de noviembre de 2025 se caracterizaron por dos factores: la injerencia pública de un presidente estadounidense inmediatamente antes de las elecciones y durante el escrutinio de los resultados. Y la inesperada y clara derrota del partido de izquierda Libre, que cayó al tercer puesto, dejando así paso al antiguo sistema bipartidista de carácter oligárquico. El cambio de gobierno previsto para del 27 de enero sigue rodeado por incertidumbre. Con la victoria del candidato del Partido Nacional y de Trump, Nasry Asfura – proclamada el 24 de diciembre en un acto al menos illegítimo – Honduras probablemente se encontrará ante una profundización del modelo extractivista, el inminente regreso a la república bananera con ropaje tecnofeudal y la continuación del narcoestado establecido en su tiempo por Juan Orlando Hernández. El ex-presidente de Honduras, condenado a 45 años de prisión en EEUU fue indultado por Donald Trump a principios de diciembre.
Mittwoch, 14. Januar 2026
Expertenbericht in Honduras belastet Banken und Staat wegen Mord an Cáceres
Mitverantwortung internationaler Entwicklungsbanken bestätigt. Behörden wussten von Mordplänen
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Berta ist weltweit zur Ikone für Widerstand und Umweltschutz geworden |
Donnerstag, 25. Dezember 2025
Asfura in Honduras zum Sieger erklärt, Opposition erkennt Ergebnis nicht an
Der Wunschkandidat von Trump soll mit 40,27 Prozent gewonnen haben. US-Außenminister und rechte Regierungen des Kontinents gratulieren
Hat laut Wahlrat gewonnen und bekommt Glückwünsche aus konservativen Kreisen: Nasry Asfura von der Nationalen Partei |
Tegucigalpa. Der Consejo Nacional Electoral (Nationale Wahlrat) hat am Mittwoch den Kandidaten der Nationalen Partei, Nasry "Tito" Asfura, zum Sieger der Wahlen in Honduras erklärt. Das Ergebnis wurde mehr als drei Wochen nach den Wahlen bekannt gegeben, die am 30. November stattgefunden haben. Die Wahlräte Ana Paola Hall und Cossette López, die in dem Gremium die Liberale und die Nationale Partei vertreten, schrieben in einer Mitteilung am Heiligabend, Asfura liege 0,74 Prozent vor seinem engsten Konkurrenten Salvador Nasralla von der Liberalen Partei. Demnach erhielt Asfura 40,27 Prozent der Stimmen, Nasralla 39,53 Prozent und für Rixi Moncada von der Noch-Regierungspartei Libre entschieden sich 19,19 Prozent der Wähler.
Mittwoch, 24. Dezember 2025
Honduras: Drohen erneut Angriffe krimineller Gruppen im Aguán-Tal?
Die Agrarplattform klärt in den sozialen Netzwerken über die Angriffe der Cachos vom 8. Dezember auf Quelle:Radio Popular del Aguan |
Samstag, 20. Dezember 2025
Honduras nach den Wahlen: Straßenkämpfe und Putschgerüchte
Tegucigalpa. Auch knapp drei Wochen nach den Wahlen hält in Honduras die Unsicherheit darüber an, wer das nächste Staatsoberhaupt des Landes sein wird. Derzeit läuft eine manuelle Nachzählung von rund 2.800 Wahlprotokollen. In der Zwischenzeit heizt sich die Stimmung immer stärker auf. Am Mittwoch kam es bei Zusammenstößen zwischen Anhänger:innen der linken Noch-Regierungspartei Libre und der von US-Präsident Donald Trump favorisierten rechten Nationalen Partei zu mindestens 20 Verletzten auf beiden Seiten. Die Polizei schritt gewaltsam ein und verschoss Tränengasgranaten.
Sonntag, 14. Dezember 2025
Kein Wahlsieger in Honduras, Teilnachzählung geplant
Von Donald Trump unterstützter Kandidat führt. Betrugsvorwürfe der Liberalen Partei und von Libre. Sprachnachrichten verstärken Manipulationsvorwürfe
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Tegucigalpa. Auch zwölf Tage nach den Präsidentschaftswahlen in Honduras steht der Sieger nicht fest. Zwar sind mittlerweile 99,4 Prozent ausgezählt und der von US-Präsident Donald Trump unterstützte Kandidat Nasry Asfura von der Nationalen Partei kommt auf 40,52 Prozent. Sein Konkurrent Salvador Nasralla von der Liberalen Partei folgt mit 39,2 Prozent, beide trennen rund 42.000 Stimmen. Auch wenn damit rechnerisch ein technischer Sieg von Asfura feststehen könnte, ist das Ergebnis noch nicht offiziell.
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