Mitverantwortung internationaler Entwicklungsbanken bestätigt. Behörden wussten von Mordplänen
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Berta ist weltweit zur Ikone für Widerstand und Umweltschutz geworden |
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Berta ist weltweit zur Ikone für Widerstand und Umweltschutz geworden |
von Andrea Lammers amerika21
Tegucigalpa. Der ehemalige Finanzchef des Unternehmens Desa (Desarrollos Energéticos), Daniel Atala Midence, wird von der honduranischen Justiz beschuldigt, in den Auftragsmord an der bekannten Aktivistin Berta Cáceres verwickelt gewesen zu sein.
Am morgigen 18. Mai wird das Urteil gegen den früheren Geschäftsführer des Unternehmens Desarollos Energéticos (Desa) David Castillo verlesen und das Strafmaß verkündet. Castillo war bereits vor fast elf Monaten als Ko-Autor des Mordes an der honduranischen Menschenrechtsverteidigerin Berta Cáceres verurteilt worden, die Urteilsbegründung ließ jedoch auf sich warten. Anhand des morgen öffentlichen Textes wird sich zeigen, ob das Gericht bereit und in der Lage war, die Erkenntnisse aus dem Prozess gegen Castillo angemessen aufzuarbeiten, zu bewerten und angemessene Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.
Wenn ja, ist ein weiterer wichtiger Schritt gegen die Straflosigkeit in Honduras getan und die Ermittlungen können in Richtung der mutmaßlichen weiteren Autor*innen des Verbrechens (Mitglieder der Unternehmerfamilie Atala Zablah) voranschreiten. Sollten allerdings größere Schwächen und Fehler in die Urteilsbegründung „eingebaut“ sein, ist den Möglichkeiten der Verteidiger*innen den Prozess annullieren zu lassen, Tür und Tor geöffnet. Damit wären auch die Chancen, die weiteren Auftraggeber*innen zur Verantwortung zu ziehen und die mutmaßliche Komplizenschaft des Staates an dem Mord aufzudecken, verbaut. Dem Vernehmen nach liegt ein Antrag auf Revision des Verfahrens gegen die 2018 verurteilten Auftragskiller und Mittelsmänner bereits beim zuständigen Gericht, der nächste könnte folgen.
Berta Cáceres war in der Nacht vom 2. auf den 3. März 2016 in ihrem Haus in La Esperanza-Intibucá erschossen worden. Hintergrund war ihr Widerstand gegen das Wasserkraftwerk „Agua Zarca“, das u.a. mit Beteiligung des damaligen Siemens-Joint Ventures Voith Hydro und Ko-Finanzierung durch niederländische und finnische Entwicklungsbanken gebaut werden sollte. Die Tat zielte darauf ab, die Opposition der indigenen Gemeinden am Gualcarque-Fluss zu brechen und den Zivilen Rat der indigenen und Volksorganisationen von Honduras (COPINH) zu zerstören.
WIR UNTERSTÜTZEN DIE FORDERUNGEN DES COPINH:
1. Die Erste Kammer
der Nationalen Strafkammer in Tegucigalpa muss eine Strafe verhängen, die den
in der Verhandlung erbrachten Beweisen entspricht. Die mörderischen,
frauenfeindlichen, rassistischen und konspirativen Handlungen von David
Castillo gegen Berta Cáceres wurden umfassend nachgewiesen.
2. Verbrechen gegen indigene
Gemeinschaften dürfen nicht länger straflos bleiben. David Castillo muss für
seine Verbrechen eine angemessene Strafe erhalten, so dass klar wird, dass
Straflosigkeit nicht länger geduldet wird.
3. Die Staatsanwaltschaft und die
honduranische Justiz haben die weiteren Drahtzieher des Mordes an Berta Cáceres
noch nicht gefasst und vor Gericht gestellt. Der honduranische Staat steht
weiterhin in der Pflicht, dies zu tun.
Feiernde Menschen prägen die Amtseinführung. Castro spricht in ihrer Antrittsrede unverblümt die katastrophale Lage des Landes an. Volksbefragungen gegen parlamentarisches Patt?
| Präsidentin von Honduras, Xiomara Castro Foto: Luis Méndez |
Tegucigalpa. Mit Xiomara Castro hat zum ersten Mal eine Frau die Präsidentschaft von Honduras übernommen. Die Vereidigung fand am Donnerstag im Nationalen Stadion in der Hauptstadt Tegucigalpa statt. Der Zeremonie wohnten unzählige Honduraner:innen und 57 internationale Delegationen bei.
Die Liveübertragung des digitalen Fernsehsenders Une TV zeigte eine im Stadion und auf den Straßen der Hauptstadt ausgelassen feiernde Bevölkerung. Zu den geladenen Gästen gehörten unter anderen die beiden Vizepräsidentinnen Christina Fernández aus Argentinien und Kamala Harris aus den USA. Neben hohen Vertreter:innen weiterer Staaten waren auch die ehemaligen Präsident:innen Dilma Rousseff aus Brasilien, Fernando Lugo aus Paraguay und der spanische König Felipe VI anwesend.
Castros Antrittsrede begann mit dem finanziellen und sozialen Zustand des Staates, den sie nach den drei vorangegangenen Regierungen seit dem Militärputsch im Jahr 2009 übernimmt. Honduras stünde einer Tragödie gegenüber und sei ein bankrotter Staat, der eine Inlandsverschuldung von 700 Prozent und eine Auslandsverschuldung von 319 Prozent des Bruttoinlandprodukts aufweise. Die Hälfte des Staatshaushalts würde derzeit für die Schuldenzahlungen aufgebracht. 74 Prozent der Bevölkerung lebten in Armut und Tausende Honduraner:innen würden in den Norden fliehen, so die Bestandsaufnahme der neuen Präsidentin.
In den letzten 12 Jahren sei die Gesetzgebung für Interessengruppen genutzt worden, ungeachtet dessen, dass sie dadurch der Bevölkerung Schaden zugefügt haben. Castro bezeichnet diese Periode als das korrupte Jahrzehnt von Honduras. Als Beispiel für Korruption und Bereicherung einzelner Interessengruppen hob sie die Zerstörung des nationalen Energieunternehmens (ENEE) hervor. Es seien Dutzende Verträge mit Stromerzeugern zu "ungünstigen Preisen" geschlossen worden. Als erste Konsequenz ordnet sie an, dass die mehr als eine Millionen Haushalte, die in Armut leben und weniger als 150 Kilowatt pro Monat verbrauchen, ihre Energierechnung ab sofort nicht mehr bezahlen müssen. Um die kostenlose Energie für die Ärmsten abzudecken, werden Großverbraucher zukünftig einen zusätzlichen Betrag in ihrer Rechnung übernehmen.
Darüber hinaus kündigte Castro an, dass ihre Regierung einen Gesetzentwurf in den Kongress einbringen wird, der das Gesetz über die Sonderarbeits- und Wirtschaftszonen (Zedes) außer Kraft setzen soll. Zedes käme einer Veräußerung honduranischen Territoriums an nationale und internationale Investor:innen gleich, so die Kritik. Des weiteren werde sie in ihren ersten Amtshandlungen den Fokus auf Bildung, Gesundheit, Sicherheit und Arbeit legen. Die öffentlichen Schulen müssten sofort geöffnet werden und gratis sein.
Castro bekannte sich in ihrer Antrittsrede zu dem Vorschlag eines demokratischen Sozialismus. Sie wandte sich an die honduranische Bevölkerung und forderte den Nationalkongress auf, ein Gesetz zur bürgerlichen Beteiligung zu verabschieden. Die Präsidentin machte deutlich, dass Regierungsvorhaben mit Volksbefragungen nicht mehr an die 86 notwendigen Abgeordnetenstimmen gebunden seien und die Bevölkerung direkt entscheiden würde.
Sie wolle sich auch für die Freilassung der politischen Gefangenen von Guapinol und für Gerechtigkeit im Fall der ermordeten indigenen Menschenrechtsverteidigerin Berta Cáceres einsetzen, so die Präsidentin.
Zum Abschluss der Amtseinführung überreichte Bertha Zuniga Cáceres, Koordinatorin des Zivilen Rates der indigenen und Volksorganisationen (COPINH) und Tochter der ermordeten Berta Cáceres, die Vara Alta Lenca (den "Hohen Stab" der indigenen Lenca) als heiliges Symbol der Lenca-Autoritäten und weiterer indigener Völker von Honduras. Zuniga erklärt gegenüber amerika21: "Wir sind froh über das Ende der 12 Jahre anhaltenden Putschverhältnisse, die viele Tote, Entbehrungen und Leiden gebracht haben. Wir werden über die historischen Forderungen der indigenen Völker genau wachen, besonders bei Themen der Konzessionierung unserer Territorien, der Bildung, Gesundheit und auch bei der Einbeziehung unserer Strukturen in die Entscheidungsfindung.“
Castro schloss ihre Antrittsrede mit den Worten: "Honduranische Frauen, ich werde Euch nicht enttäuschen, ich werde Eure Rechte verteidigen, zählt auf mich."
Die institutionelle Krise, die durch die Wahl zweier konkurrierender Kongresspäsidenten letztes Wochenende sichtbar wurde (amerika21 berichtete), spiegelte sich auch im Moment des Amtseids von Castro wieder. Luis Redondo, der das von Castro unterstützte Kongresspräsidium führt, fügte kaum hörbar während des Eids "... und in Anwesenheit des Präsidenten des Kongresses" hinzu, woraufhin Richterin Romero entgegnete, dass ein Verfassungsartikel dies verbiete.
Diese institutionelle Krise dürfte bald in eine weitere Runde gehen. Nach Aussage einiger honduranischer Beobachter:innen ist es wahrscheinlich, dass Abgeordnete unter Vorsitz des konkurrierenden Kongresspräsidenten und ehemaligen Libre-Abgeordneten Jorge Calix eine Klage bei der Verfassungskammer einbringen werden. Das juristische Personal, das noch von Castros Amtsvorgänger im Gerichtshof eingesetzt wurde, wird diese Institution noch bis zum Jahr 2023 dominieren. Eine Entscheidung über die mögliche Klage würde frühestens in einem Jahr gefällt werden.
Die Sachverständige der Staatsanwaltschaft, Brenda Barahona, begann mit einer über 400-seitigen Präsentation und Analyse der Telekommunikation (Telefonanrufe und SMS) von und zwischen den sieben Männern, die für die Beteiligung an Bertas Ermordung verurteilt wurden sowie David Castillo, Daniel Atala und anderen nicht identifizierten Nummern. Anhand von Daten zur Lokalisierung von Mobilfunk-Sendemasten verfolgte Barahona die physischen Standorte jeder Person über verschiedene Zeiträume (24 Stunden vor/nach dem Mord an Berta, 2015, 2016, etc.) und setzte sie mit den physischen Standorten der anderen verdächtigen Personen in Beziehung. Diese Daten wurden zunächst ohne Schlussfolgerungen präsentiert.
Die Daten ähneln denen, die im vorherigen Prozess gegen die sieben verurteilten Männer präsentiert wurden, enthielten aber mehr Telekommunikations- und Lokalisierungsdaten über David Castillo und möglicherweise Daniel Atala.
Folgendes wurde aufgedeckt:
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| "Alle indigenen Gemeinschaften haben eine historische Verbindung von Rebellion und Widerstand." Berta Cáceres |
Die gesamte heutige Sitzung dauerte weniger als 30 Minuten.
https://copinh.org/2021/05/juicio-contra-david-castillo-dia-16/ (spanisch)
https://www.aquiabajo.com/blog/2021/5/14/day-sixteen-trial-against-david-castillo (englisch)
Das Gericht lehnte den Antrag von Daniel Atalas Anwalt ab und hielt an der Entscheidung fest, ihn als von den Anwälten von Cáceres‘ Familie benannten Zeugen aufzurufen. Diese Entscheidung wurde allerdings während des Prozesstages nicht erwähnt.
Foto: Das Gericht hält an seiner Position fest, Daniel Atala als Zeugen aufzurufen. Atalas Anwalt schien zu argumentieren, dass dieser nicht aussagen sollte, weil gegen ihn ermittelt wird, in dem Fall hätte er nach honduranischem Gesetz das Recht nicht auszusagen. Das Gericht antwortetete: „(…) dieses Gericht hat keine Kenntnis davon, dass gegen Herrn DANIEL ATALA MIDENCE ermittelt wird, geschweige denn, dass er beschuldigt wird.“
Die wichtigsten Punktes des Prozesstages
Nach der Bestätigung der Beweisaufnahme eines beschlagnahmten Handys wurden die von David Castillos Verteidigung vorgeschlagenen Beweismittel vorgelegt.
Die wichtigsten Punkte des Prozesstages
Am heutigen Prozesstag wurden weitere Nachrichten aus dem "Sicherheit PHAZ" WhatsApp-Chat im Telefon von Sergio Rodriguez [rechtskräftig verurteilter DESA-Mitarbeiter], vor Gericht verlesen.
Die Anwälte der Familie Cáceres forderten die Verlesung von weiteren Chats an. (weiter unten sind Chatnachrichten, veröffentlicht von COPINH)
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| "Er ist unsere beste Sicherheit auf dem Staudammgelände" David Castillo über den Auftragsmörder Olvin Mejía |
Heute wurde bekannt gegeben, dass die Berufung, die die Verteidigung von David Castillo gegen das Gericht, das den Fall verhandelt, eingelegt hatte und die von der Verfassungskammer abgelehnt worden war, nun auch vom Obersten Gerichtshof erneut für unzulässig erklärt wurde.
Die Verhandlung war für 8:30 Uhr angesetzt, begann aber erst gegen 15:00 Uhr und wurde nach einer Stunde wegen technischer Störungen in der Audioübertragung abgebrochen.
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| Im Vordergrund David Castillo, dahinter Daniel Atala Midence, José Eduardo Atala Zablah, Jacobo Atala Zablah, Pedro Atala Zablah (von links nach rechts) Foto: COPINH |
Die wichtigsten Punkte des Prozesstages
Die von Sergio Rodriguez‘ Mobiltelefon extrahierten Daten enthalten mehrere Nachrichten an eine Whatsapp-Chatgruppe mit dem Namen „Security PHAZ“ [kurz für Proyecto Hidroelectrico Agua Zarca] und an andere. Die Chats, die im Gericht vorgelesen werden zeigen das Ausmaß der Überwachung, Sammlung von Informationen und der Sicherheitsstrategie, die von DESAs Geschäftsführung geleitet wird. Involviert sind Daniel Atala, José Eduardo Atala [Daniel Atalas Vater], Pedro Atala, David Castillo, Sergio Rodriguez, bezahlte Informanten, Angestellte von DESA sowie Polizei und Militär in Rio Blanco. In den Chatdiskussionen geht es unter anderem um: Details über den Aufenthaltsort von Berta und anderen COPINH-Mitgliedern, Aktivitäten in Rio Blanco und anderen Landesteilen, Streitigkeiten innerhalb der Gemeinden, Besuche durch internationale Delegationen, Medienstrategien, Meinungen verschiedener Individuen in Rio Blanco über das Wasserkraftprojekt, etc. In den Gruppenchats wird auch darüber diskutiert, Unterstützung von der Nationalpolizei und vom Sicherheitsminister anzufordern.
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| "Daniel Atala: Einer der Verantwortlichen an dem Mord an Berta Cáceres muss strafrechtlich verfolgt werden." Quelle: COPINH |
Vorbemerkung: Am 5.Mai wurde der Prozess plötzlich ausgesetzt, COPINH und das Honduras Solidarity Network befürchten, dass es hier einen Versuch gab, den Gerichtsprozess von außen zu beeinflussen, da es sich insbesondere um einen wichtigen Moment handelte, in dem die Kommunikationsdaten zwischen den Telefonen des Büros von DESA und von Daniel Atala untersucht werden sollten. (https://afgj.salsalabs.org/2021hondurasbertacaceres/index.html)
Die wichtigsten Punkte des Prozesstages
Der Sachverständige für Datenextraktion David Alexander Amador liest Whatsapp-Chat-Nachrichten vor, die Daniel Atala geschrieben hat und aus seinem Handy ausgelesen wurden. Atala macht mehrere rassistische und klassistische Bemerkungen gegen das indigene Volk der Lenca und die Gemeinde Rio Blanco. Die Nachrichten skizzieren, wie Castillos Verteidiger (und DESA-Anwalt) Juan Sanchez, zusammen mit anderen, auf Anweisung von Daniel Atala und an diesen berichtend, ihren Einfluss nutzten, um Berta Cáceres im Jahr 2013 zu kriminalisieren (siehe Nachrichten unten).
Die wichtigsten Punkte des Prozesstages
Der Sachverständige David Alexander Amador präsentierte Daten, die aus dem Telefon von Douglas Bustillo extrahiert wurden, und beschrieb Gespräche zwischen Castillo und Bustillo, unter anderem über eine abgebrochene Mission und nicht ausreichende logistische Unterstützung in den Wochen vor dem Mord an Berta. Aus Bustillos Telefon wurden auch zwei Fotos extrahiert - eines von Berta auf einer Straße in La Esperanza-Intibucá und ein weiteres von ihrem Haus im Stadtteil El Líbano (dem Tatort). Castillos Verteidigung beschwerte sich, die Nachrichten seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.
Ein Experte für die Extraktion von Handydaten beantwortete prozessuale Fragen zu einer extrahierten Sprachnachricht vom 31. März 2016, in der ein Plan zur Durchführung eines Mordes besprochen wurde. COPINH prangerte öffentlich an, dass dieser Beweis mit einem Fall in Verbindung steht, in dem der Kriminalbeamte Juan Carlos Cruz (der später im Prozess aussagen wird) beschuldigt wird, Beweise gefälscht zu haben, um den Verlauf der Ermittlungen zum Mord an Berta Cáceres zu verändern. Diese Ermittlungslinie wurde damals von den Ermittlern nicht weiter verfolgt, wird aber von der Verteidigung als Teil ihrer Strategie in diesem Prozess präsentiert wird aber von der Verteidigung als Teil ihrer Strategie in diesem Prozess präsentiert.
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| Fotos aus dem Handy von Douglas Bustillo |
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Quelle: https://www.aquiabajo.com/blog/2021/5/3/day-eight-trial-against-david-castillo
Der Experte Emerson Fortin bestätigte das Gutachten mit der Endnummer 005-2016 über die Extraktion von Informationen aus einem Handy der Marke LG. Es war als Beweismittel von der Verteidigung eingebracht worden. Der Sachverständige erklärte, dass er die Informationen nicht extrahieren konnte, weil es keine Sim-Karte hatte, und dass das Relevanteste, das aus dem Handy extrahiert wurde, eine Aufzeichnung war, die die Planung des Mordes an Berta detailliert beschreibt. Er betonte, dass das Format der Aufnahme nicht mit dem vom Handy erzeugten Format übereinstimmt, wenn sie damit aufgezeichnet worden wäre, und dass es Widersprüche zwischen dem Datum der Sammlung des Beweismaterials, der Erstellung/Modifikation der Tonaufnahme und dem Datum der Verpackung des Beweismaterials gibt.
Dies bestätigt, dass das Audio, mit dem die Verteidigung beweisen will, dass es andere Ermittlungslinien gab, die nicht untersucht wurden, nach dem Mord, nämlich am 31. März 2016 erstellt wurde.
Bereits am 20. November 2017 war deshalb der Beamte der Nationalen Ermittlungspolizeidirektion (DPI) Juan Carlos Cruz wegen Fälschung von Beweisen festgenommen worden, weil er falsche Beweise angenommen und versucht hatte, die Ermittlungen damit in eine andere Richtung zu leiten.
Im Prozess gegen David Castillo, laut Anklage Auftraggeber des Mordes an Berta Cáceres, Co-Autor (nach Ansicht der Nebenklage), wurde die Beweisaufnahme mit Berichten des Experten David Alexander Amador, fortgesetzt. Amador hatte die Aufgabe, die beschlagnahmten Handys des Finanzmanagers der DESA, Daniel Atala und der als materielle Täter bereits verurteilten ehemaligen Militärs Douglas Bustillo, Mariano Díaz, Henry Hernández auszulesen.
Der Bericht betraf ein weißes Blu-Handy, das Henry Hernández gehörte, der die Gruppe von Auftragsmördern koordinierte, die den Mord an Berta Cáceres durchführte. Die Anweisungen dafür kamen von dem bereits verurteilten Major der honduranischen Streitkräfte Mariano Diaz und Douglas Bustillo, dem ehemaligen Sicherheitschef der DESA, mit dem David Castillo den Plan der Überwachung und des Mordes an Berta Cáceres koordinierte.
Amador erklärte, es sei nicht möglich gewesen, Informationen aus diesem Telefon zu extrahieren, da es die Extraktionssoftware nicht unterstützte.
Auch aus einem Handy von Mariano Díaz hätten keine Daten ausgelesen werden können. Diaz wurde 2015 zum Leiter des Nachrichtendienstes der Armee ernannt und war zum Zeitpunkt des Mordes auf dem Weg, zum Oberstleutnant befördert zu werden. In Dokumenten, die in der Vorwoche als Beweise aufgenommen worden waren, hatte sich gezeigt, dass Diaz bei seiner Verhaftung zugab, dass Douglas Bustillo ihn gebeten hatte, das Attentat auszuführen und dass er von der DESA bezahlt werden würde.
Die Beweisaufnahme gibt Daten aus dem Telefon von Douglas Bustillo und der Person weiter, die von David Castillo ausgewählt wurde, um den Plan zur Ermordung von Berta Cáceres, auszuführen.
Die zwischen Bustillo und Castillo ausgetauschten Nachrichten belegen, so COPINH, die Planung der Ermordung von Berta Cáceres. Die Informationen aus Bustillos Handy zeigten auch, dass es am 5. und 6. Februar 2016 einen gescheiterten Anschlag auf Bertas Leben gab, der nicht ausgeführt wurde, weil Berta in Begleitung mehrerer Personen war. Bustillo teilte Castillo mit: "Mission heute abgebrochen", "gestern konnten wir nicht", worauf Castillo antwortete: "Verstanden, Mission abgebrochen".
Quelle: COPINH
https://mailchi.mp/copinh/resumen-diario-juicio-contra-david-castillo-da-4787072?e=e52fcf5166
Es erfolgte die Beweismittelaufnahme, die die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage gegen David Castillo vorgelegt hatte.
Von den Beweisen, die an diesem Tag vorgelegt wurden, war der Wichtigste des ermittelnden Agenten Alejandro Maradiaga, der die Untersuchung durchführte, in der Fotos von Berta Cáceres und ihrem Haus auf dem Telefon des verurteilten und ehemaligen DESA-Sicherheitschef und ehemaligen MIlitärangehörigen Douglas Bustillo gefunden wurden. Dies sind Beweise der Aussage, dass Berta Cáceres vor ihrer Ermordung verfolgt und überwqcht wurde. Das Verhör von Maradiaga wurde ausgesetzt, damit das Gericht Zugang zu dem Originaldokument erhalten kann.
José Antonio Palomo bestätigte das Protokoll des Verfahrens in Hinblick auf die Aussagen des verurteilten ehemaligen Militärangehörigen Mariano Díaz zum Zeitpunkt seiner Zeugenaussage, in der er kommentierte, dass Douglas Bustillo vorschlug, Berta Cáceres wegen ihrer Opposition gegen das Wasserkraftwerk zu töten und dass er ihm 500.000 Lempiras anbot und "dass das Geld vom Manager der DESA überreicht werden würde". Er betont auch, dass Douglas Bustillo ein Mitglied der Streitkräfte war und er ihn deshalb aufgesucht habe, "weil er wusste, dass er eine in Spezialkräften ausgebildete Person war.
Diese Aussagen sind von grundlegender Bedeutung, da sie die Beteiligung von David Castillo an dem Verbrechen gegen Berta Cáceres und die Rolle des Militärs bei der Durchführung der Ermordung belegen.
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| Protokoll der Aussagen der Verurteilten Díaz und Bustillo, durchgeführt durch die Staatsanwaltschaft und die ermittelnde Behörde ATIC https://twitter.com/COPINHHONDURAS/status/1388281127828340736?s=09 |
Die Verhandlung wurde mit der Präsentation des von der Staatsanwaltschaft vorgeschlagenen Sachverständigenbeweises fortgesetzt:
Dr. Etelinda López Castellanos, die Gerichtsmedizinerin, die die Autopsie durchführte, bot eine medizinische Analyse, wie Berta Cáceres getötet wurde.
Der Ermittlungsbeamte und Sachverständige Walter Caballero Zelaya wurde als Zeuge geladen. In seiner Aussage sagte er, dass er versucht hat, eine Datenextraktion auf zwei der Mobiltelefone von David Castillo durchzuführen, beides IPhones. Eines von ihnen (das IPhone mit der schwarzen Abdeckung) schien gesperrt zu sein und stellte keine Verbindung zu einem Netzwerk her, was zum Extrahieren der Daten erforderlich ist. Die SIM-Karte wurde mit einer Mobiltelefonnummer (+504-9990-0946) verbunden. Die zweite enthielt eine SIM-Karte, die mit einer US-Telefonnummer verbunden war. Trotz mehrfacher Versuche des Experten war die Extraktion der Telefone erfolglos.
Es ist wichtig, die Daten aus diesen Telefonen zu extrahieren, da sie mehr Informationen über das Verbrechen und die anderen Täter hinter dem Mord an Berta Cáceres liefern würden.
Es ist anzumerken, dass der technische Berater José Antonio García Cruz, der von der Verteidigung von David Castillo vorgeschlagen wurde, um die Experten der Staatsanwaltschaft zu befragen, einbezogen wurde.
Resümee von COPINH auf Spanisch:
https://copinh.org/2021/05/juicio-contra-david-castillo-dia-7/
Resümee des Solidarischen Netzwerkes mit Honduras auf Englisch:
https://www.aquiabajo.com/blog/2021/4/30/day-seven-trial-against-david-castillo