Samstag, 1. August 2026

Geleakte Audios belegen Pläne zur Digitalüberwachung mit Israels Software in Honduras

 Von  amerika21

Bereits unter der Regierung von Hernández (2014–2022) setzten Sicherheitskräfte in Honduras Technologien zur digitalen Überwachung und Datenanalyse von israelischen und US-amerikanischen Firmen ein
 

Tegucigalpa. Die Online-Plattform Hondurasgate hat neue Audioaufnahmen mit Anweisungen von Präsident Nasry Asfura zur Ausweitung der digitalen Überwachung von Bürger:innen in Honduras veröffentlicht. Asfura soll Parlamentspräsident Tomás Zambrano am 28. Februar und am 7. März 2026 angewiesen haben, über eine Gesetzesinitiative die Anonymität in sozialen Netzwerken aufzuheben und die Überwachung der Zivilbevölkerung über Mobilfunkanbieter mittels israelischer Software zu ermöglichen.

Den Veröffentlichungen zufolge beschreibt Asfura in einer Sprachnachricht vom 7. März 2026 an Zambrano, dass eine Überwachung über die Mobilfunkanbieter Tigo und Claro eingerichtet werden soll. Mit der israelischen Software sei es möglich, Kommunikationsdaten und Kontakthistorien von Mobiltelefonen innerhalb des Landes zu erfassen. Tigo und Claro zählen zu den führenden Telekommunikationsunternehmen in Lateinamerika.

In einer früheren Sprachnachricht vom 28. Februar 2026 fordert Asfura den Parlamentspräsidenten dazu auf, ein Dekret zur Kontrolle sozialer Medien durch das Parlament einzubringen. Ziel sei die von den israelischen Unternehmen geforderte Abschaffung der Anonymität im Netz. Zudem spricht der Präsident davon, die Kontrolle über den Obersten Gerichtshof und die Staatsanwaltschaft zurückzugewinnen. Parallel verhandelt der Kongress einen Gesetzentwurf zur Schaffung des Nationalen Cybersicherheitssystems, durch den die Anonymität im Netz enden und Risiken für die Verschlüsselung von Kommunikation entstehen könnten.

Die Authentizität der insgesamt zwölf geleakten Audioaufnahmen wurde durch eine unabhängige forensische Untersuchung der US-Organisation Earshot bestätigt. Durch Stimmvergleiche sowie die Analyse akustischer Merkmale wie Atem- und Hintergrundgeräusche schloss die Organisation mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Fälschung durch Künstliche Intelligenz aus.

Die Leaks erfolgten kurz vor der Rückkehr des ehemaligen Präsidenten Juan Orlando Hernández nach Honduras nach einer Begnadigung durch US-Präsident Donald Trump. Bereits unter der Regierung von Hernández (2014–2022) setzten Sicherheitskräfte in Honduras Technologien zur digitalen Überwachung und Datenanalyse von israelischen und US-amerikanischen Firmen ein. Dazu gehörten Pegasus und Circles, die das Abfangen von Anrufen und Nachrichten ermöglichen, sowie die Zusammenarbeit mit der israelischen Firma Cellebrite, die Software zur Gewinnung von Daten aus Mobiltelefonen herstellt, und dem US-amerikanischen Technologieanbieter Palantir.