Dienstag, 25. Oktober 2016

Soliparty in Berlin: "Junkerland in Bauernhand!"





*04. November 2016* 
*ab 22h New Yorck im Bethanien, * 
*Mariannenplatz 2 **Kreuzberg* 

Mit der Soliparty unterstützen wir indigene Bewegungen in Honduras, die ihr Gemeindeland und ihre Lebensgrundlagen gegen privatwirtschaftliche Interessen verteidigen; Menschen die durch staatliche und staatlich geduldete Gewalt extrem bedroht sind. CADEHO (Menschenrechtskette Honduras) setzt sich seit mehr als 5 Jahren für die Bekanntmachung von Menschenrechtsverletzungen in Honduras ein und unterstützt die sozialen Bewegungen im Land. 

*Fotoausstellung Berta Cáceres und COPINH 
*Tombola

Live-Bands: 

Yebra y Eugenio (Trova latinoamericana) 

doc.Wald & pro.Rama (Electro Hip-hop) _http://docandprof.com/_ 

Do25inco (Rap protesta, Mexico) 

La Caravana Mestiza* (Cumbia, cuarteto y murga) 

DJs: 
Djane Ukik (Electro) 
Paranormal Unfall (Dj´s Kollektiv):
Mezkalito – Solidstait – Mietzsche (Breakbeat, deep dubstep,techno) 

"Junkerland in Bauernhand!" - Solifiesta
 
*04 de noviembre 2015* 
*a partir de 22h New Yorck en Bethanien, * 
*Mariannenplatz 2, Kreuzberg * 

A través de esta solifiesta pretendemos de apoyar movimientos indigenas en Honduras, que están en lucha por sus tierras y sus bases de vida en contra de intereses económicos privados; personas que viven en alto riesgo sufriendo violencia estatal o violencia tolerada por el estado. CADEHO (Cadena de Derechos Humanos Honduras) tiene más de 5 años denunciando y difundiendo la grave situación a la que se enfrentan defensores/as de derechos humanos en Honduras y apoyando a los movimientos sociales. 

*Exposición sobre Berta Cáceres y el COPINH 
*Tómbola

Bandas: 

Yebra y Eugenio (Trova latinoamericana) 

doc.Wald & pro.Rama (Electro Hip-hop) 

Do25inco* (Rap protesta, Mexico) _

La Caravana Mestiza* (Cumbia, cuarteto y murga) 

Djs: 
Djane Ukik* (Electro) 
Paranormal Unfall (Dj´s Kollektiv): 
Mezkalito – Solidstait – Mietzsche (Breakbeat, deep dubstep,techno) 

Montag, 24. Oktober 2016

Spendenkampagne: Delegation nach Honduras für Menschenrechtsbeobachtung & Berichterstattung



Zur Kampagne auf Betterplace.org

Indigene Bewegungen und Menschenrechtsaktivist*innen in Honduras benötigen heute mehr denn je eine internationale Öffentlichkeit und internationale Solidarität, um einen Mindestschutz vor der Willkür des Staates zu haben. Deshalb wird eine Delegation nach Honduras fahren um von vor Ort zu berichten.

Seit dem Putsch 2009 hat sich die politische und Menschenrechtslage in Honduras kontinuierlich verschlechtert und im März 2016 mit dem Mord an der indigenen Aktivistin Berta Cáceres einen traurigen Höhepunkt erreicht.  Eingeschränkte Pressefreiheit, Verfolgung und Bedrohung von Menschenrechtsverteidiger*innen, Journalist*innen, Anwält*innen, LGTBI*-Aktivist*innen und Umweltaktivist*innen gehören mittlerweile zum Alltag. Der Ausverkauf besonders indigener Territorien bedroht die Lebensgrundlage indigener Gemeinden, die verstärkt Repressionen durch staatliche und nicht-staatliche Akteuren ausgesetzt sind.

Seit 2010 organisieren wir Delegationen, um auf die prekäre Menschenrechtslage in Honduras aufmerksam zu machen. Neben der Berichterstattung vor Ort, spielt der Austausch und die Solidarität mit den sozialen und indigenen Bewegungen eine sehr wichtige Rolle.

Die nächste Delegation nach Honduras ist für Ende 2016 geplant. Wichtige Etappe wird der Besuch bei der indigenen Lenca-Organisation COPINH sein. Seit der Ermordung von Berta Cáceres, langjährige COPINH-Koordinatorin,  hat sich die Repression auf COPINH verstärkt. Aus diesem Grund ist internationale Präsenz weiterhin wichtig, um Öffentlichkeit und Schutz für die bedrohliche Menschenrechtslage für Aktivist*innen zu schaffen. Wir befürchten, dass auch der Mord an Berta Caceres straflos bleibt und der internationale Druck um diesen Mord aufzuklären gegen Ende des Jahres nicht mehr vorhanden sein wird.

Neben der aktuellen schwierigen Situation von COPINH besteht auch die Notwendigkeit weitere indigene Organisationen zu besuchen, die ähnlich gelagerten Konflikten und Repressionen ausgesetzt sind.

Nach unserer Rückkehr werden wir die Informationen aus Honduras in Zeitungsartikeln, im Radio und natürlich auf unserem Blog veröffentlichen.
Weitere Informationen zur Delegation findet ihr hier: http://hondurasdelegation.blogspot.de

Samstag, 22. Oktober 2016

Erneute Repression gegen COPINH in Honduras

 von Daniela Dreißig in amerika21
Tegucigalpa. Der Zivile Rat für indigene und Basisorganisationen Honduras
(COPINH) hat am Donnerstag die lückenlose Aufklärung des Mordes an ihrer Vorsitzenden Berta Cáceres vor der Staatsanwaltschaft in Tegucigalpa eingefordert. Ihr friedlicher Protest vor dem Gebäude wurde gewaltsam geräumt. Dabei setzte die Polizei Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcke gegen die Mitglieder von COPINH ein.

Polizei geht gewaltsam gegen COPINH vor
Quelle: David de la Paz
In Videos, die in den sozialen Netzen veröffentlicht wurden, ist zu sehen, dass vor der Staatsanwaltschaft bereits Einheiten der Polizei auf die Protestierenden warteten. Ohne ersichtlichen Anlass sprühten sie Tränengas auf den Protestmarsch. Besonders die Kinder, die sich an dem friedlichen Protest beteiligten, litten an Atemnot. Viele der Protestierenden wurden verletzt, zwei Demonstranten kurzzeitig festgenommen. Zum "Marsch des Widerstandes für Land, Flüsse und das Leben" hatte COPINH landesweit aufgerufen. Es nahmen rund 200 Protestierende von COPINH, der afro-honduranischen Organisation Ofraneh und Unterstützer aus sozialen Bewegungen aus Tegucigalpa teil.

In einer Pressekonferenz am Nachmittag fordert COPINH neben der Aufklärung der Ermordung von Berta Cáceres auch die Einstellung des Baus von Agua Zarca und den Rückzug der an dem Staudammprojekt beteiligten Firmen. Weiterhin werden die Annullierung der Konzessionen auf dem Territorium der Indigenen und die Anerkennung der kollektiven Landtitel verlangt. "Laut Verfassung haben wir das Recht, friedlich zu demonstrieren. Dieses Recht wurde uns heute wiederholt verweigert", unterstrich Tomás Gómez Membreño, aktueller Koordinator des COPINH. In den vergangenen Monaten zeigten sich Unregelmäßigkeiten in den Untersuchungen des Mordes. Zuletzt wurde bekannt, dass die Unterlagen zum Mordfall, die die Richterin Maria Luisa Ramos in ihrem Auto mit sich führte, gestohlen wurden.

Die erneute Repression reiht sich in eine Welle von Agressionen gegen COPINH ein. Erst am 9. Oktober wurden Mordversuche gegen zwei seiner Mitglieder verübt. Dabei war auf Tomás Gómez Membreño und Alexander García Sorto von bisher nicht identifizierten Tätern geschossen worden.

Die Attacken gegen COPINH sind begleitet von einer medialen Kampagne, die besonders durch Elisa Paz, einer Beraterin für erneuerbare Energie, angeheizt wird. Sie bezeichnet COPINH als Organisation von "Lügnern und Fanatikern".

Ebenfalls am Donnerstag sollte eine weitere Anhörung in dem Prozess gegen den ehemaligen Vizeminister des Umweltministeriums, Marco Jonathan Laínez, stattfinden. Ihm wird wegen der Genehmigung des Baus von Agua Zarca ohne vorherige Information an die indigene Bevölkerung Amtsmissbrauch vorgeworfen. Den Angehörigen der betroffenen Familie wurde der Zutritt zum Gerichtssaal verweigert. In einer Stellungnahme von Austra Bertha Flores, der Mutter von Berta Cáceres, heißt es: "Die Staatsanwaltschaft schlägt eine Versöhnung vor, und wenn diese akzeptiert wird, würde der Prozess gegen ihn definitiv eingestellt werden, als ob nichts geschehen sei."

Seit 2010 sind in Honduras mindestens 113 Umweltaktivisten ermordet worden. Demnach ist das zentralamerikanische Land eines der unsichersten Länder der Welt für Land- und Umweltrechtsverteidiger.

Wieder Aktivisten im Landkonflikt in Honduras ermordet

Daniela Dreißig in amerika21

Tocoa, Honduras. Zwei führende Mitglieder der Vereinigten Bauernbewegung von Aguan (MUCA) sind ermordet worden. Unbekannte feuerten am vergangenen Dienstag in der Siedlung La Confianza im Department Colon mehrere Schüsse auf José Ángel Flores und Silmer Dionisio George ab. Die MUCA fordert sowohl durch gerichtliches Vorgehen als auch durch Landbesetzungen Ackerland für die landlosen Kleinbauern zurück.

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission hatte Flores und George wegen anhaltender Todesdrohungen bereits im Mai 2014 besondere Schutzmaßnahmen zugesprochen, die vom honduranischen Staat jedoch nicht gewährt wurden.

In einer unmittelbaren Reaktion auf die Morde betont Amnesty International: "Honduras ist zu einer Sperrzone für Menschenrechtsverteidiger geworden." Der Repräsentant der Europäischen Union, Ketil Karlsen, und der US-Botschafter in Honduras, James Nealon, bedauerten die Morde und forderten eine sofortige und lückenlose Untersuchung.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Eilaktion: Erneuter Mordversuch an Mitgliedern von COPINH

Hier ein Mustertext auf spanisch für Brief- und Emailaktion an den honduranischen Botschafter.
Bitte vergesst nicht im Text Datum und Ort einzufügen

Bitte sendet Emails und Briefe an:

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HONDURAS en Alemania:
E-mail: informacion.embahonduras.de@gmail.com
Fax: (030) 3974 9712
Postadresse:
S.E. Herrn Ramón Custodio
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin

Eine Übersetzung des Textes auf deutsch findet sich weiter unten.

MUSTERBRIEF AUF SPANISCH:

Estimadxs señor Ramón Custodio

Les escribo expresando mi profunda preocupación por la nueva escalada de violencia contra los miembros de la Organisación Concejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras (COPINH).

El día 9 de octubre hubo intentos de asesinato contra Tomás Gómez Membreño, Coordinador General del COPINH y Alexander García Sorto, líder Comunitario de Llano Grande, Colomoncagua. En horas de la madrugada, sujetos desconocidos llegaron a la casa de habitación de Alexander García e hicieron numerosos disparos a la puerta principal y a la ventana de la habitación en la que se encontraba durmiendo con su esposa y sus dos hijas.

En la noche del mismo día, una persona disparó contra la camioneta de la organización, que conducía Tomás Gómez Membreño, Coordinador General del COPINH, cuando salía del centro de encuentros Utopía con dirección a su casa.

El intento de asesinato contra Alexander García constituye un segundo intento, puesto que el pasado 6 de mayo del presente año fue abaleado por parte del ex militar Enedicto Alvarado, saliendo con una herida de bala que por poco le quitó la vida. Esta nueva agresión a disparos en contra de su casa, se produció después que Alvarado está siendo procesado. Alexander García reporta sobre amenazas por parte de la familia de Alvarado por retirar su denuncia.

Paralelo siguen las amenazas y agresiones contra la comunidad Río Blanco a traves de disparos por parte de sicarios pagados por DESA, como forma de intimidación y amenaza contra la comunidad que se opone al proyecto Agua Zarca, por lo cual nunca ha sido consultada.

La implementación del proyecto Agua Zarca en contra la voluntad de la mayoría de lxs habitantes afectadxs, ha causado frecuentes violaciones de Derechos Humanos y agresiones en contra de opositores del proyecto por parte de fuerzas de seguridad estatal y empleados de la Empresa Desarrollos Energéticos S.A. DESA, responsable del proyecto. Hasta ahora todas las agresiones y amenazas en contra de opositores del proyecto quedan en la impunidad.

Desde el asesinato de Berta Cáceres coordinadora general del COPINH, con las muertes de Nelson García y Lesbia Yaneth Urquía Urquía hubo dos asesinatos más de miembros de COPINH, una organización que esta conocida a nivel internacional por su defensa de los derechos humanos y del medio ambiente.
A siete meses del asesinato de Berta Cáceres las investigaciónes y la voluntad de crear justicia por parte del gobierno y las instituciones son insuficientes.

Por los recientes ataques en contra de los miembros del COPINH exijo:

-La garantía de la seguridad y la integridad física y psíquica de los miembros del COPINH.

- Una investigación independiente, exhaustiva e internacional del asesinato a Berta Cáceres, Nelson García
y Lesbia Yaneth Urquía Urquía y la acusación de los responsables.

- Una investigación independiente y exhaustiva de los atentados contra la vida de Tomás Gómez Membreño, Alexander García Sorto y sus familiares y la persecución de los responsables.

- La cancelación definitiva del proyecto Agua Zarca por ser un proyecto sin una consultación de modo previo, libre e informado según el convenio 169 OIT, ratificado por el Estado de Honduras, y y las violaciones alarmantes de los Derechos Humanos en el contexto del proyecto.

Atentamente:

ORT, DATUM

NAME

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Übersetzung:

Sehr geehrter Herr Ramón Custodio,

ich schreibe Ihnen, um meine tiefe Besorgnis über die erneute Gewalteskalation gegen die Mitglieder des Zivilen Rates der indigenen und Basisorganisationen Honduras (COPINH) zum Ausdruck zu bringen.

Am 9. Oktober gab es Mordanschäge auf Tomás Gómez Membreño, Generalkoordinator von COPINH und Alexander García Sorto, führendes Gemeindemitglied von LLando Grande, Colomncagua. In den frühen Morgenstunden erschienen unbekannte Personen vor dem Haus von Alexander García, in dem er mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern schlief. Mit mehreren Schüssen haben sie auf die Eingangstür und ein Fenster geschossen.

In derselben Nacht hat eine Person auf das Auto der Organisation COPINH geschossen, in dem Tomás Gómez Membreño, Generalkoordinator von COPINH, am Steuer saß und sich gerade auf dem Heimweg vom Begegnungszentrum Utopia befand.

Der Mordversuch gegen Alexander García ist der zweite Anschlag, denn bereits am 6. Mai wurde auf ihn durch den ehemaligen Militärangehörigen Enedicto Alvarado geschossen,. Dabei kam es zu einer Schussverletzung, die ihm beinah das Leben gekostet hätte. Die erneuten Schüsse wurden auf sein Haus abgefeuert, nachdem gegen den Ex-Militär (Alvarado) ein Prozess eingeleitet wurde.
Alexander García berichtet über Drohungen von Seiten der Familie Alvarados, damit er seine Anzeige zurückzieht.

Parallel dazu gehen die Bedrohungen und Aggressionen gegen die Gemeinde Río Blanco weiter. Es kam zu Schüssen durch von der Firma DESA bezahlte Auftragsmörder. Dies ist ein Mittel der Einschüchterung und Bedrohung von einer Gemeinde, die sich gegen das Projekt Agua Zarca
wehrt, ein Projekt, dass niemals konsultiert wurde.

Die Implementierung des Projektes Agua Zarca gegen den Willen der Mehrheit der betroffenen Bevölkerung, führte zu mehrfachen Menschenrechtsverletzungen und Aggressionen gegen Gegner*innen des Projektes durch staatliche Sicherheitskräfte und Angestellte der Firma Desarrollos Energéticos S.A. DESA, die für das Projekt verantwortlich ist. Bis heute gab es noch keine Strafverfahren zu all den Aggressionen und Bedrohungen.

Seit dem Mord an Berta Cáceres, Generalkoordinatorin von COPINH, gab es mit dem Tod von Nelson García und Lesbia Yaneth Urquía Urquía zwei weitere Morde an Mitgliedern von COPINH, eine Organisation, die weltweit für ihre Verteidigung von Menschenrechten und die Verteidigung der Umwelt bekannt ist. Sieben Monate nach dem Mord an Berta Cáceres sind die Untersuchungen und die Bereitschaft honduranischer Regierung und Behörden, Gerechtigkeit zu schaffen unzureichend.

Aufgrund der aktuellen Angriffe gegen Mitglieder von COPINH, fordere ich:

-Die Garantie für die Sicherheit sowie psychische und physische Unversehrheit aller COPINH-Mitglieder.

- Eine unabhängige, gründliche und internationale Untersuchung vom Mord an Berta Cáceres, Nelson García
und Lesbia Yaneth Urquía Urquía sowie die Bestrafung der Verantwortlichen

- Eine unabhängige und gründliche Untersuchung der Mordversuche an Tomás Gómez Membreño,
Alexander García Sorto und seiner Familie sowie eine strafrechtiche Verfolgung der Verantwortlichen

- Die definitive Einstellung des Projektes Agua Zarca, da es ein Projekte ohne vorherige, freie und informative Befragung gemäß dem Abkommen 169 OIT ist, welches durch den honduranischen Staat ratifiziert wurde und den alarmierenden Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Projekt.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Achtung! Mordversuch gegen den Generalkoordinator und einen führenden Gemeindevertreter von COPINH


Übersetzung: HondurasDelegation
Der Zivile Rat der indigenen und Basisorganisationen Honduras (COPINH) informiert die nationale und internationale Öffentlichkeit über die Mordversuche an Tomás Gómez Membreño, Generalkoordinator von COPINH und Alexander García Sorto, führender Gemeindevertreter von Llano Grande, Colomoncagua.
Tomás Gómez, Koordinator COPINH // Bild: COPINH

Am 9. Oktober wurde auf die beiden in zwei unterschiedlichen Situationen geschossen. In den frühen Morgenstunden erschienen unbekannte Personen vor dem Haus von Alexander García, in dem er gemeinsam mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern schlief. Es wurden mehrere Schüsse auf die Eingangstür und ein Fenster abgefeuert. Es wurde in voller Absicht geschossen, um Alexander García und seine Familienmitglieder zu ermorden.
In derselben Nacht hat eine Person auf das Auto der Organisation COPINH geschossen, in dem Tomás Gómez Membreño - Generalkoordinator von COPINH - am Steuer saß und sich gerade auf dem Heimweg vom Begegnungszentrum Utopia befand.

Der Mordversuch gegen Alexander García ist der zweite Anschlag, denn bereits am 6. Mai 2016 schoss der ehemalige Militärangehörige Enedicto Alvarado auf ihn als er das Haus verließ. Dabei kam es zu einer Schussverletzung, die ihm beinah das Leben gekostet hätte. Dies geschah zwei Monate nach dem Mord an der Generalkoordinatorin Berta Cáceres. Die Schüsse [vom 9.10.2016] wurden auf sein Haus abgefeuert, nachdem gegen den Ex-Militär [Alvarado] ein Prozess eingeleitet wurde und seine Familie Drohungen gegen Alexander García Sorto ausgesprochen hat, damit dieser seine Anzeige zurückziehe.

COPINH teilt mit, dass die Mordversuche gegen Tomás Gómez, […] sowie gegen Alexander García Versuche sind, den Kampf von COPINH gegen die todbringenden Projekte auf dem Gebiet der indigenen Lenca zum Schweigen zu bringen. Diese sind angetrieben durch diese korrupte Regierung, die Handlanger nationaler und transnationaler Interessen sind. Ebenso informiert COPINH über Schüsse in der Gemeinde von Río Blanco, mit denen durch die Firma DESA bezahlte Auftragsmörder die Gemeinde, die sich gegen die Zerstörung des Flusses Gualcarque und die Plünderung der Gebiete der indigenen Lenca wehrt, einschüchtern und bedrohen.

Sieben Monate nach dem Mord an Berta Cáceres, wird weiterhin das Leben derer bedroht, die wir uns gegen den Bau todbringender Projekte, wie das Wasserkraftprojekt Agua Zarca/DESA am Fluss Gualcuarque und den Staudamm der Firma HIDROSIERRA am Fluss Negro im Landkreis Colomoncagua, entgegenstellen. Die todbringenden Aggressionen gegen uns, die wir die Rechte der Lenca verteidigen und durchführbare Alternativen zum Fortschritt unserer Gemeinden und der ganzen Welt entwickeln, halten an.
Sieben Monate nach dem Mord an unser Generalkoordinatorin haben weder die Regierung noch die Behörden auf unsere Forderungen reagiert: die Einstellung der ungefragten Projekte in den Gemeinden, die unabhängige Untersuchung des Mordes, die Entmilitarisierung der Gebiete der Lenca und ein Ende der Verfolgung und Stigmatisierung von COPINH. Wir fordern Antworten.

Wir fordern die Schließung von Agua Zarca/DESA und allen weiteren todbringenden und illegitimen Projekten, die sich auf unseren Gebieten befinden.
Wir fordern die Respektierung des Lebens aller Mitglieder von COPINH.
Wir fordern Gerechtigkeit im Fall der Ermordung von Berta Cáceres.

Berta ist nicht gestorben, sie hat sich vervielfacht.

Mit der Kraft unserer Vorfahren von Berta, Lempira, Mota, Iselaca und Entempica erheben wir unsere Stimmen voller Leben, Gerechtigkeit, Freiheit, Würde und Frieden!

10. Oktober 2016, La Esperanza, Intibucá.
Original: Kommuniqué COPINH

Montag, 10. Oktober 2016

BUKO-Seminar: Honduras: Imperiale Lebensweise vs. Verteidigung der Gemeingüter

BUKO-Seminar, 15.10. Berlin. 
Eintägiges Seminar zu Green Economy, Modellstädten, Extraktivismus und dem Widerstand dagegen.
In der zentralamerikanischen ehemaligen "Bananenrepublik" Honduras verdichten sich seit dem zivil-militärischen Putsch 2009 wie unter einem Brennglas extreme Regierungs- bzw. Staatskrisen und extreme, privatwirtschaftliche "Lösungsvorschläge":
Nach dem Scheitern der sogenannten "Chartercities" unter eigener Gesetzgebung in Madagaskar, ist inzwischen Honduras, das Land mit einer der höchsten Mordraten der Welt, zum Experimentierfeld für dieses Modell extraterritorialer Modellstädte geworden. Sie heißen in Honduras nun "Sonderentwicklungszonen" und gleichen trotz einiger legalistischer Verbrämungen den abgeschotteten "LEAP Zones" Mark Klugmanns, also den "Legal economic, administrative, political jurisdictions" von Reagans und Bush ehemaligem Redenschreiber, der an zentralamerikanischen Privatuniversitäten unverhohlen mit dem Motto "faster growth, less conflict" wirbt. 

Die erste Zone im Süden des Landes samt Tiefseehafen ist in Planung, eine zweite soll bald im Gebiet der afrokaribischen Garifuna an der Nordküste von Honduras entstehen.
Während Tausende in ganz Honduras Woche für Woche gegen Korruption und die systematische Straflosigkeit protestieren, beherbergte das Land im August 2015 eine "Weltkonklave" für nahezu reglementierungsfreie, internationale Bergbauinvestitionen und will in Sachen "Green Economy", also der Produktion vermeintlich "sauberer" Energie für den kontinentalen Markt mit Hilfe von Staudämmen und Windparks ganz vorne mitmischen. 
Unser Seminar fragt nach Zusammenhängen und Hintergründen, vor allem auch nach der Mitwirkung deutscher "Entwicklungspolitik" und der Beteiligung hiesiger und europäischer transnationaler Konzerne. In einem weiteren Schritt sollen Strategien des kleinbäuerlichen und indigenen Widerstandes beleuchtet und die Wirksamkeit internationaler Vernetzung und Solidarität kritisch überprüft werden - woraus im Idealfall Ideen und Handlungsoptionen für weiteres Engagement hier vor Ort entstehen. 
Die Organisator_innen des Seminars pflegen seit Jahren enge Kontakte zu sozialen Basisorganisationen in Honduras; seit 2010 entsenden wir regelmäßig Delegationen zur Recherche und zum Schutz gefährdeter Aktivist_innen dorthin; ebenso regelmäßig reisen Aktivist_innen z.B. des Rates von indigenen und Volksorganisationen COPINH oder Umweltaktivist_innen der Breiten Bewegung für Würde und Gerechtigkeit (MADJ) hierher, um über ihre Kämpfe zu berichten und Solidariät mit unseren Aktionen hier im Norden zu zeigen.
Referentinnen:
Magdalena Heuwieser: Autorin des Buches "Grüner Kolonialismus in Honduras. Land Grabbing im Namen des Klimaschutzes und die Verteidigung der Commons" (Wien 2015); engagiert in der Bewegung für Ernährungssouveränität, Mitarbeiterin eines Netzwerkes gegen die "Finanzialisierung der Natur". 
Paula Lochte: befasste sich im Rahmen ihres Studiums der Politikwissenschaft an der FU Berlin u.a. mit den ideologischen Fundamenten des Konzeptes der Modellstädte und arbeitet derzeit an einer vergleichenden Studie zum "Greengrabbing" und der Verteidigung indigener Territorien in Honduras und Mexiko.
Organisator_innen: Öku-Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. München, Menschenrechtskette - Cadena de Derechos Humanos Honduras (CADEHO), Berlin, HondurasDelegation DeutschlandÖsterreich, BUKO
Ort: New/Yorck im Bethanien (Mariannenplatz 2 a, 10997 Berlin-Kreuzberg) 
Termin: 15.10.2016
Teilnahmebeitrag: 0-20 Euro nach Selbsteinschätzung
Anmeldung:  mail@buko.info
Das Seminar wird finanziell gefördert durch die Rosa Luxemburg Stiftung

Sonntag, 2. Oktober 2016

COPINH erhält den "CARECEN" 2016



Menschenrechtskette Honduras (CADEHO)

Gemeinsam mit COPINH feiern wir die Verleihung des Preises “CARECEN” 2016 vom Centro de Recursos de Centroamerica de Los Ángeles

Dieser Preis wurde Tomas Gómez Membreño, dem derzeitigen Koordinator von COPINH, für seine unermüdliche Arbeit für die Verteidigung der Menschenrechte und insbesondere für sein Engagement und seinen Einsatz für die Verteidigung der indigenen Lenca in Honduras verliehen. 

Bei seinem Besuch in Los Angeles forderte er vom US-amerikanischen Kongress die Verabschiedung des Gesetzes „Berta Cáceres für Menschenrechte“, in welchem festgeschrieben wird, dass die finanzielle Hilfe der USA für den honduranischen Staat für die Sicherheit und nicht für Folterung und Verschwindenlassen von Honduraner*innen eingesetzt werden soll. 

Wir von der internationalen Solidarität unterstützen die Forderungen von COPINH. Gleichzeitig machen wir auf die Todesdrohungen und Anfeindungen aufmerksam, die Tomas Gómez und andere Mitglieder von COPINH aufgrund ihres Widerstandes gegen extraktivistische Projekte, die die Existenz der indigenen Völker gefährden, fortlaufend erhalten. 

01.10.2016, Berlin