Regierung und Unternehmen reagieren
mit Aggressionen und Repression gegen friedlichen Protest.
Straßenblockade wird trotz erster Räumung weiterhin aufrecht
erhalten
Trotz der Räumung haben die
Bewohner_innen entschieden, die Straße erneut zu besetzen. Wir
bleiben an unserem Platz und verteidigen weiterhin unser Territorium
und unsere Würde. Die Lenca-Bevölkerung hat sich nicht
einschüchtern lassen und zeigt seine Entschlossenheit, erklärten
die indigenen Aktivist_innen nach der Räumung. Aufgrund der sehr
besorgniserregenden Situation bitten die Dörfer und COPINH um
internationale Solidarität und Protestbriefe.

Das Projekt Agua Zarca wird von dem
honduranischen Unternehmen Desarrollos
Energéticos, S.A. de C.V. (DESA) in Zusammenarbeit mit dem
chinesischen Unternehmen SINOHYDRO durchgeführt und unter anderem
mit Geldern der Zentralamerikanischen Bank für
Wirtschaftsintegration (BCIE) und der Bank Ficohsa
finanziert. Der Generaldirektor von Ficohsa
Javier Atala hat im vergangenen
Jahr einen Vertrag über 20 Millionen US-Dollar mit Proparco,
einem Zweigunternehmen der französischen Entwicklungsagentur AFD
über die Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekten für den
Privatsektor abgeschlossen. Die Herstellung der Turbinen übernimmt
das deutsche Unternehmen Voith GmbH mit Sitz in Heidenheim.
Im August 2009, unter dem
Übergangsregime von Roberto Micheletti, verabschiedete der
honduranische Kongress ein neues Wassergesetz, welches die
Konzessionierung von Flüssen an Dritte ermöglicht. Bisher
genehmigte die honduranische Regierung mindestens 88 Konzessionen.
Insgesamt plant der honduranische Kongress die Vergabe von bis zu 300
Konzessionen für Staudammprojekte. Diese Konzessionen gelten über
einen Zeitraum von 20 Jahren und können von den Inhabern an Vierte
weiterverkauft werden. Durch die Privatisierung der Flüsse und deren
Umgebung werden den Gemeinden die lebensnotwendigen Wasserressourcen
entzogen. Der Bau von Staudämmen zerstört das empfindliche
Gleichgewicht der Natur.
Vor allem in indigenen Kulturen sind
die Flüsse von großer Bedeutung und sind stark mit den Menschen und
den Gemeinden verbunden. Laut Bertha Cáceres, Koordinatorin des
COPINH, hat das Volk der Lenca eine eigene Auffassung des Konzeptes
der Entwicklung. Eine Auffassung die auf der Menschenwürde, dem
Respekt vor der Mutter Natur, dem Wohl der Gemeinden und dem
empfindlichen Gleichgewicht zwischen den Menschen und den natürlichen
Gemeingütern basiert und von einer Vision der sozialen und
ökonomischen Gerechtigkeit ausgeht.