Berlin. Am 2.März2026 versammelten sich Aktivistinnen des Menschenrechtskollektivs CADEHO und Mitglieder des Naturfreunde-Chors zu einem gemeinsamen Gedenken vor dem Kanzleramt, um der indigenen Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres zu gedenken, die vor zehn Jahren aufgrund ihres Widerstandes gegen das illegale Wasserkraftwerk Agua Zarca in Honduras ermordet wurde.
Neben einem kleinen Altar
brachten die Teilnehmer:innen Fotos und Transparente mit Slogans mit, die
Gerechtigkeit für Berta forderten.
Das Kollektiv CADEHO berichtet
von ihren persönlichen Begegnungen mit Berta. Andrea Lammers vom Ökumenischen
Büro für Frieden und Gerechtigkeit in München erinnert sich an Berta als eine
ernsthafte, beharrliche, aber auch humorvolle Frau - eine Verbündete, die gegen
kapitalistische, rassistische und patriarchale Strukturen kämpfte. „Heute, am
zehnten Jahrestag ihres Todes, ist es an der Zeit, auch daran zu erinnern, was
in Deutschland vor und nach der Ermordung für Narrative verbreitet wurden. Die
deutschen Unternehmen Siemens und Voith Hydro ignorierten unsere frühen
Warnungen über die Repressalien und die Gewalt, die die Bewohner:innen in der
Region ausgesetzt waren. Dann wurde 2013 Tomás Garcia, ein indigener
Gemeindeführer durch stationierte Soldaten vor aller Augen erschossen. Nach
Bertas Ermordung begründete eine Vertreterin des Auswärtigen Amtes, dass: „es
ein Verbrechen aus Leidenschaft sei.“ Ja, es war ein Verbrechen aus der
Leidenschaft einer mächtigen Bankiersfamilie – den Atalas –, um ihre Investition
in das Wasserkraftwerk zu retten“, erklärt Lammers weiter. Im Anschluss berichtet
sie weiter, über die Ergebnisse der unabhängigen Expertengruppe (GIEI). Deren
Bericht zeichnet detailliert die Finanzströme nach, die deutlich die
Verantwortlichkeit zu Personen u.a. aus der Familie Atala Zablah benennt. Der
Staat kannte aufgrund von Telefonabhörungen und der Verwicklung des Militärs den
Mordplan, unternahm jedoch nichts, um Berta zu schützen.
Lourdes Palacios, die
Koordinatorin des Komitees für politische Gefangene in El Salvador (COFAPPES),
berichtet, dass Berta auch in El Salvador Spuren hinterlassen habe und in allen
zentralamerikanischen Ländern ein Symbol des Widerstands gegen autoritäre und
ausbeuterische Strukturen sei.
Der Chor, sang mehrere Lieder und
beendete die Gedenkfeier mit der Internationalen.