Montag, 21. Dezember 2020

Richterin lässt Umweltaktivisten aus Guapinol in U-Haft

 Von amerika21

Protest vor dem Gerichtsgebäude in Tocoa
Tocoa. Die acht inhaftierten Umweltaktivisten aus Guapinol werden die kommenden Feiertage nicht mit ihren Familien verbringen können. Die Richterin Zoe Guifarro vom Amtsgericht der Kleinstadt Tocoa im Norden von Honduras hat den Antrag auf Haft-entlassung gegen Kaution abgelehnt und entschieden, dass sie auch nach 15 Monaten bzw. zwei Jahren weiter in U-Haft bleiben müssen. Familienangehörige und Mitglieder des Komitees zur Verteidigung der Gemeingüter im Bezirk Tocoa äußerten sich traurig, enttäuscht und empört.

Montag, 14. Dezember 2020

Polizei von Honduras stoppt Migranten-Karawane

 Von amerika21

 

Honduraner:innen, die von den verheerenden Überschwemmungen 
der Wirbelstürme Eta und Iota betroffen sind und alles verloren haben

Agua Caliente. Eine Gruppe von ungefähr 500 Honduraner:innen ist vor der Grenze zu Guatemala von der honduranischen Polizei aufgehalten und zur Umkehr aufgefordert worden. Polizeikommissar José Ferrufino sagte gegenüber Radio Progreso, die Auswander:innen dürften nicht weiter gehen, weil sie keine negativen PCR-Tests zur Ausschließung einer Covid-19-Infektion mit sich führten. Dies würde von den guatemaltekischen Behörden bei Grenzübertritt verlangt. Darüber hinaus hätten einige keine Ausweispapiere, so Ferrufino weiter.

Donnerstag, 10. Dezember 2020

UN-Bericht zu Zentralamerika: Eine Million Zwangsmigranten bis Ende 2020

 Von amerika21

Menschen wollen den Grenzfluss Suchiate zwischen Guatemala und 

San Salvador. Laut dem jährlichen Bericht des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) werden bis zum Ende des Jahres 2020 etwa eine Million Menschen aus Zentralamerika zwangsweise migriert sein. Diese Zahl schließt Personen ein, die aus ihrem sowie innerhalb ihres Landes fliehen.

Die Menschen siedeln weiterhin vor allem vor der anhaltend hohen Gewalt in ihren Heimatländern um. Laut UNHCR flohen bereits 800.000 aufgrund der Bedrohung durch kriminelle Organisationen und Jugendbanden. Weitere 108.000 Menschen sahen sich wegen der politischen Krise in Nicaragua seit 2018 gezwungen zu migrieren.

Weiterhin wurde die Situation der Bevölkerungen in den Ländern Zentralamerikas durch die Corona-Pandemie verschärft. Hinzu kamen die beiden Tropenstürme Eta und Iota und die darauffolgenden Überschwemmungen im November, die viele Tote forderten und eine starke Verwüstung hinterließen. Tausende Menschen mussten evakuiert werden.

Laut einer Mitteilung der regionalen UNHCR-Organisation für Schutz und Lösungen für Zwangsumsiedlungen in Zentralamerika (MIRPS), "hat die Pandemie die Fortschritte beim Schutz und bei den Lösungen für die Zwangsvertreibung in der Region beeinträchtigt".

Angesichts dieser Situation trafen die sieben Mitgliedstaaten des MIRPS am Dienstag virtuell zu ihrer dritten Jahrestagung zusammen, um politische Maßnahmen zur Bewältigung der Zwangsmigration zu bestimmen. Diese sollen auf nationaler und regionaler Ebene in den Bereichen Schutz, Bildung, Gesundheit, Arbeitsplätze und Lebensunterhalt in den Mitgliedsstaaten Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko und Panama wirken. Mit dem Abschluss dieser Tagung übergab El Salvador den Vorsitz des MIRPS an Guatemala, das die Organisation 2021 für ein Jahr leiten wird.

Dienstag, 8. Dezember 2020

Politisch Verfolgter aus Honduras klagt vor dem EU-Gerichtshof gegen Schweden

 Von amerika21

Mejía bei einer Demonstration im Jahr 2015 in Tegucigalpa 
Stockholm/Straßburg. Der honduranische Menschenrechtsaktivist und politisch Verfolgte, Erlin Mejía Andino, hat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg Beschwerde gegen den schwedischen Staat eingereicht, da seine drei bisherigen Asylanträge abgelehnt wurden. Er und sechs weitere Familienangehörige wurden nach der dritten Ablehnung aufgefordert, das Land innerhalb der nächsten vier Wochen zu verlassen.

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Vom Pflanzensammeln zu Biopiraterie

Der Umgang mit indigenem Wissen von der Kolonialzeit bis heute

online am 15.12.2020 / 18:00 - 19:30

 



Foto: Regenwald in Costa Rica_Quelle m.prinke_CC BY SA 2.0

In vielen indigenen Gemeinschaften wird Wissen wie Pflanzenwissen, medizinisches Wissen und Kunsthandwerkswissen als Allgemeingut angesehen. Aus diesem Grund haben Indigene seit der Kolonialzeit ihr Wissen geteilt: mit Forschungsreisenden, Botaniker*innen und Pflanzensammler*innen. Was mit dem Wissen gemacht wurde, geriet Indigenen oft zum Nachteil, während ihr Wissen Anderen – vorrangig Menschen und Unternehmen aus dem globalen Norden – zu Reichtum verhalf. Auch heute noch strömen Forscher*innen und Unternehmen in indigene Gebiete, um für sich verwertbares Wissen zu suchen, trotz internationaler Vereinbarungen. Wie gehen indigene Gemeinschaften mit dem Widerspruch von Allgemeingut und der kapitalistischen Logik der Eigentumsrechte als Grundlage für kommerzielle Nutzung um?

In der Veranstaltung werden Biopiraterie und der Umgang mit indigenem Wissen aus historischer Perspektive beleuchtet und es werden die aktuellen Herausforderungen zum Schutz, Erhalt und der Weitergabe von indigenem Wissen am Beispiel der afro-indigenen Garífuna in Honduras diskutiert.

Referentinnen: Rita Trautmann (FDCL) und Jessica Fernández (OFRANEH / Honduras)

Die Veranstaltung findet online und mit spanisch / deutscher Übersetzung statt. Der Link wird nach Anmeldung versandt.

Anmeldung und Informationen: steffi.wassermann@fdcl.org
 

Samstag, 28. November 2020

Mit allen Mitteln gegen Landrechte - Wie Staat und Unternehmen in Honduras die afro-indigenen Garífuna-Gemeinden an der Karibikküste verfolgen

aus: ila Nr. 440, November 2020

18. Juli 2020: Fünf Männer werden in Triunfo de la Cruz um 6 Uhr morgens von bewaffneten Männern mit Westen der Ermittlungspolizei DPI gewaltsam aus ihren Häusern gezerrt. Seitdem sind Albert Snaider Centeno, Milton Joel Martínez Álvarez, Suami Aparicio Mejía García, Gerardo Misael Trochez Calix verschwunden. Das gewaltsame Verschwindenlassen steht im Zusammenhang mit Bedrohungen, Einschüchterungen und Morden an den afro-indigenen Garífuna, die in Honduras ihr Territorium verteidigen.


 

Donnerstag, 19. November 2020

Auch Hurrikan Iota zieht verheerend über Zentralamerika

Hurrikan der Kategorie fünf. Schäden und Überflutungen wieder enorm. Honduras und Nicaragua stark getroffen. Über 20 Tote

Von amerika21

 

Wohnviertel in San Pedro Sula, Honduras, unter Wasser

Tegucigalpa. Knapp zwei Wochen nach Hurrikan Eta wurde Zentralamerika in den letzten Tagen erneut getroffen, nun von Iota. Wieder kam es zu heftigen Zerstörungen, Überflutungen sowie Toten. Iota zog in den vergangenen Tagen entlang der Ostküste Zentralamerikas. Er traf vor allem Nicaragua und Honduras wieder sehr hart und zog vergangene Nacht über Guatemala und El Salvador, wo er sich dann deutlich abschwächte.

Samstag, 14. November 2020

Honduras unter Wasser

Kritiker machen Regierung für die gegenwärtige Tragödie und die Menschenleben, die sie kosten wird, verantwortlich: "Die staatliche Untätigkeit ist der Hauptverbündete des Hurrikans Eta."                                                            

        Von Übersetzung: amerika21

Überflutung in Villanueva im honduranischen
Am 29. und 30. Oktober hat das Nationale Hurrikanzentrum in Miami Nicaragua und die Länder des Nördlichen Dreiecks alarmiert, dass der Tropensturm Eta auf die Region zusteuert und möglicherweise als Hurrikan in der nördlichen Karibik Nicaraguas auf Festland träfe und dann nach Norden Richtung Honduras und Guatemala drehen würde.

Am Sonntag, dem 1. November, riefen die nicaraguanischen Behörden für die Autonome Region Nordkaribik (RACN) und das Bergbaudreieck Alarmstufe gelb aus. Sofort wurden Notfallpläne und Präventivmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung aktiviert, darüber hinaus wurden Hilfsgüter in die Region gesendet.

Freitag, 13. November 2020

BUKO-Seminar: ZEDE – Inseln des Wohlstands im Chaos von Armut, Gewalt und organisiertem Verbrechen?

In der honduranischen Karibik entsteht derzeit die weltweit erste extraterritoriale Modellstadt – indigene Gemeinden kämpfen indes um ihre Landrechte und ihre Existenz

 

Quelle: OFRANEH

Samstag, 28. November 2020, 14 bis 18 Uhr - Online (Zoom-Konferenz)

Dienstag, 10. November 2020

Dringender Spendenaufruf: Honduras nach dem Tropesturm Eta

Liebe Freunde, Unterstützer*innen und Interessierte,

der Tropensturm Eta hat auch in Honduras ein unbeschreibliches Ausmaß an Verwüstung vor allem durch Überschwemmungen hinterlassen. 1,6 Millionen Menschen sind betroffen, Tausende haben alles verloren: Ihr Dach über dem Kopf, Tiere, Ernte, Saatgut…

Bildquelle: MADJ/OFRANEH

Auch in den widerständigen Gemeinden und Organisationen im Norden des Landes, mit denen wir als Ökubüro und mit unseren Netzwerken HondurasDelegation und Red Europea de Solidaridad con Honduras (RESH) eng verbunden sind, ist die Situation katastrophal.

Wir möchten deshalb die Asamblea de luchadoras (Versammlung kämpferischer Frauen) unterstützen, in der sich Vertreterinnen nahezu aller Organisationen, mit denen wir zusammenarbeiten, engagieren.
https://www.oeku-buero.de/nachricht-506/rebellisches-manifest-der-frauen-von-honduras.html
Die Frauen leisten mit ihren Netzwerken solidarische Nothilfe in ganz Honduras, besonders aber entlang der Nordküste, im Valle de Sula und im Aguán-Tal (Guapinol und weitere Gemeinden).

Wir senden Eure/Ihre Spenden zu diesem Zweck direkt an das landesweite Netzwerk von Menschenrechtsverteidiger*innen (Red Nacional de Defensoras de Derechos Humanos) in Honduras. Wir sind überzeugt, dass die Frauen, die wir gut kennen, die Unterstützung vor Ort am besten dorthin verteilen können, wo sie gerade gebraucht wird.


Spendenkonto:

Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V.
Stadtsparkasse München
IBAN: DE65 7015 0000 0056 1762 58
SWIFT: SSKMDEMM
Zweck: Eta Honduras

Sofern wir Eure/Ihre Namen und Adresse haben, stellen wir Spendenquittungen aus. Unter 200 Euro genügt dem Finanzamt auch der Kontoauszug.

Crowdfunding für OFRANEH

Wer keine Spendenbescheinigung benötigt und gerne direkt an die afroindigene Organisation OFRANEH spenden möchte, dem/der empfehlen wir herzlichst die Crowdfunding-Aktion von OFRANEH Europa:

https://www.gofundme.com/f/solidarity-with-victims-of-etastorm-in-honduras