Samstag, 14. September 2013

Eilaktion von Amnesty: Konstruierte Anklagen gegen Indigene

IndigenensprecherInnen:
Frau BERTHA CÁCERES Herr TOMÁS GÓMEZ Herr AURELIANO MOLINA


Drei honduranische IndigenensprecherInnen müssen sich aufgrund ihrer Menschenrechtsarbeit wegen unbegründeter Anklagen vor Gericht verantworten. Die erste Anhörung ist für den 12. September angesetzt. Sollten sie inhaftiert werden, wären sie als gewaltlose politische Gefangene zu betrachten.

Bertha Cáceres, Tomás Gómez und Aureliano Molina sind auf der Grundlage unbegründeter Vorwürfe wegen Vereinnahmung, Nötigung und anhaltender Schädigung (usurpación, coacción y daños continuados) eines Unternehmens angeklagt, das ein Wasserkraftwerk auf dem Land der indigenen Gemeinschaft betreibt. Ihnen wird zudem vorgeworfen, andere Personen zu diesen Straftaten angestiftet zu haben. Ausgehend von ihren Zeugenaussagen und Informationen aus zahlreichen anderen Quellen, auch von den Behörden, ist Amnesty International der Ansicht, dass Bertha Cáceres, Tomás Gómez und Aureliano Molina nur deshalb strafrechtlich verfolgt werden, weil sie eine führende Rolle bei den Menschenrechtsaktivitäten für die Rechte der indigenen Gemeinschaft der Lenca spielen.

Bertha Cáceres ist die Koordinatorin des Bürgerrats der indigenen Organisationen Consejo Civico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras (COPINH) und bekannt dafür, dass sie sich für die Menschenrechte der indigenen Gemeinschaft der Lenca im Nordwesten von Honduras einsetzt. Tomás Gómez und Aureliano Molina sind ebenfalls Mitglieder des COPINH und darüber hinaus Gemeindesprecher, Menschenrechtler und Mitarbeiter der Radiosender La Voz Lenca und Guarajanbala ... 

Zur Eilaktion von Amnesty

Freitag, 13. September 2013

Die Angst als ständiger Begleiter - Journalistischer Alltag in Honduras und die Notwendigkeit internationaler Präsenz

Diskussion und Gesang mit Karla Lara
Mittwoch, 2.10., 19:30  Heinrich-Böll-Stiftung Berlin


Honduras wird oft mit Schlagwörtern wie Korruption, mordenden Sicherheitskräften und Straflosigkeit in Zusammenhang gebracht, es gilt als Drogenkorridor und hat die höchste Mordrate weltweit. Unter den Opfern sind engagierte Anwält/innen, Gewerkschafter/innen, Menschenrechtsvertreter/innen und andere Aktivist/innen aus indigenen oder sozialpolitischen Bündnissen. 

Auch Medienschaffende gehören immer wieder zu den Opfern der Gewalt. Allein seit dem Militärputsch von 2009 wurden 26 Journalist/innen getötet, die meisten von ihnen erklärte Gegner des Coups. Hinzu kommen Einschüchterungen und Durchsuchungen, immer wieder werden oppositionelle Medien geschlossen. 

Die Organisation Reporter ohne Grenzen zählt Honduras seit Jahren zu den weltweit gefährlichsten Ländern für Journalist/innen. Auch in den vergangenen Monaten sind mehrere Journalist/innen nur knapp Mordanschlägen entgangen. 

Kritische Journalist/innen und Radiomacher/innen aus den sozialen Bewegungen lassen sich ihr Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung jedoch nicht nehmen. Eine von ihnen ist Karla Lara, die die Blogger der Menschenrechtsbewegung in Honduras unterstützt und in ihrer Radiosendung „sin café no hay mañana“, kritisch über das Geschehen im Land berichtet. Die Feministin ist eine der bekanntesten Künstlerinnen des Landes. Unmittelbar nach dem Putsch schloss sich die Sängerin der Gruppe artistas en resistencia (Künstler/innen im Widerstand) an. Ihre musikalischen Auftritte nutzt sie auch, um darüber zu informieren, wie wenig in ihrem Land Menschenrechte respektiert werden ...


Mehr Infos


Garífuna-Organisation OFRANEH kritisiert die Arbeit der GIZ in Honduras


Eine Übersetzung der Erklärung der Organisation OFRANEH über die Einmischung der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in der Moskitia. Die Originalerklärung ist auf dem Blog von OFRANEH zu finden

Honduras – Neokoloniale Einmischung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in der Moskitia?

In den vergangenen Monaten führte die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (GIZ) eine Reihe von „Diagnose-Workshops“ in Garífuna-Gemeinden der Verwaltungsbezirke Colón und Gracias a Dios (Moskitia/Honduranische Karibikküste) durch.
Eines der Themen dieser Veranstaltungen war die Vorbereitung der vorherigen, freien und informierten Konsultation des binationalen Programmes der GIZ der zentralen Zone des Mesoamerikanischen Biokorridors.

Donnerstag, 12. September 2013

Blutiger Landkonflikt im Bajo Aguán Honduras


Informationsveranstaltung am Montag, 30. September 2013 
19 Uhr im EineWeltHaus München 

Palmöl ist überall – in Nahrungsmitteln, Kosmetika und Agrosprit. Wo immer die riesigen Plantagen der „afrikanischen Ölpalme“ sich ausbreiten, wie im fruchtbaren Aguán-Tal im Norden von Honduras, bleiben die Rechte der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen auf der Strecke. Dort eigneten sich einflussreiche Großgrundbesitzer Land an, das für die Agrarreform bestimmt war. Ihre bewaffneten privaten Sicherheitskräfte gehen gemeinsam mit Militär und Polizei gegen diejenigen vor, die friedlich ihr Recht auf Land und Nahrung verteidigen. Seit dem Putsch 2009 wurden im Aguán-Tal mindestens 60 Kleinbauern und Kleinbäuerinnen ermordet. Keiner der Fälle wurde aufgeklärt. Stattdessen werden die Bauern und Bäuerinnen, ihre Anwälte und kritische Journalist/innen permanent bedroht und mit Klagen überzogen. Unlängst versuchte gar eine Internationale Palmölkonferenz die Verbrechen im Namen der „Green Economy“ zu legitimieren.
Über die aktuelle Situation im Aguán-Tal, die Situation der Frauen in Honduras und den zivilen Widerstand berichten und diskutieren:
Gilda Maria Rivera Sierra, Zentrum für Frauenrechte CDM, Honduras
Heriberto Alemán Rodriguez, Koordinator Menschenrechtszentrum von Aguán, Honduras
Special Guest: Die Sängerin Karla Lara ist international bekannt als „die Stimme des Widerstandes“ in Honduras.
Veranstaltungsort: EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80, 80336 München
Raum: Großer Saal E01
Veranstalter: FIAN (Gruppe München), Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit 

Eintritt: frei 

Donnerstag, 29. August 2013

La Nueva Esperanza: bisher komplette Straflosigkeit

erschienen auf Tortilladigital

Trotz der nationalen und internationalen Aufruhr durch Entführung von zwei PROAH-MitgliederInnen am 25. Juli 2013 von bewaffneten Männer der Bergbaufirma Minerales Victoria[1], terrorisieren die Bewaffneten weiterhin die Bevölkerung von La Nueva Esperanza, im vollem Bewusstsein der staatlichen Autoritäten von Honduras, inkl. dem Ministerium für Sicherheit.

Obwohl die Polizei für die Aufsuche der internationalen MenschenrechtsbeobachterInnen mobilisiert wurde und die Staatsanwalt aktiv den Fall untersucht, gab es bis anhin keinen Versuch die bewaffneten Männer festzunehmen. Diese bedrohen seit Anfang Juni die Bewohner, welche sich widersetzten ihr Land an die Firma zu verkaufen.

Wahlkampfauftakt in Honduras

Von Johannes Schwäbl, amerika21.de

Tegucigalpa. In Honduras hat am vergangenen Montag offiziell die Wahlkampfphase für die Präsidentschaftswahlen im November begonnen. Damit dürfen die politischen Parteien in Fernsehen und Radio werben und öffentliche Veranstaltungen und politische Aktivitäten in Bezug auf die Abstimmung abhalten.

Am 21. August hatten zuvor die Präsidentschaftskandidaten, Vertreter des Hohen Wahltribunals und Verantwortliche des nationalen Personenregisters ein gemeinsames Abkommen unterzeichnet. Die “Verpflichtung für Ethik und Transparenz bei den Wahlen” wurde im Sitz des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), welches als Vermittler des Abkommens agierte, unterzeichnet. Durch den politisch-ethischen Pakt sichern die Präsidentschaftskandidaten zu, "saubere" und gewaltfreie Wahlkampagnen auf der Grundlage ethischer Prinzipien, der Transparenz, der Verfassung und der Wahlgesetzgebung zu führen. Der Einsatz von öffentlichen Mitteln und der staatlichen Sozialprogramme zum Vorteil bestimmter politischen Organisationen oder Kandidaten soll unterbleiben. Zudem erklärten die Kandidaten, die Wahlergebnisse zu respektieren. Das hohe Wahltribunal und das nationale Personenregister verpflichteten sich zur Durchführung von unparteiischen und transparenten Wahlen.

Samstag, 24. August 2013

Mikro ist das neue Mega


In Honduras boomt „grüne“ Energie, stößt aber auch auf viel Widerstand


Von Magdalena Heuwieser
Erschienen in der August-Ausgabe der Analyse&Kritik



Eine Szene am 1. April 2013, in Río Blanco, im westlichen Honduras: Steine und Äste werden über die Straße gelegt, Zelte aufgebaut, die Barrikade gegen den Staudamm steht. Und zwar bis zum heutigen Tag, sechs Räumungsversuchen zum Trotz. Abgeholzt und gebaut wird dennoch schon, die Maschinen warten unter Aufsicht von Militär, Polizei und Privat-Security darauf, so richtig mit dem „kleinen“ Wasserkraftwerk Agua Zarca zur Erzeugung von 22 Megawatt „grüner“ Energie starten zu können – gegen den Willen der dort ansässigen indigenen Lenca-Bevölkerung.

Mittwoch, 14. August 2013

„Für uns waren es zwei Stunden Terror. Für die Leute hier hört das nie auf“

von Giorgio Trucchi, LINyM

(Berlin, 26. Juli 2013, LINyM-poonal).- „Der Terror, den wir ein paar Stunden durchlebten, ist für dieses Volk tragischer Alltag“, erklärte die französische Menschenrechtsbeobachterin Orlane Vidal nach ihrer Entführung in Nueva Esperanza am 25. Juli. Zum Zeitpunkt des Interviews mit Orlane Vidal sind noch nicht einmal 24 Stunden vergangen, seit sie und ihr Kollege,, der Schweizer Daniel Langmeier, von Bewaffneten im Dienst eines Minenbetreibers umstellt worden waren.
Sie wurden bedroht und mit vorgehaltener Waffe gezwungen worden, auf ein Fahrzeug zu steigen, das sie schließlich in einer anderen Gemeinde wieder absetzte. Vidal und Langmeier sind als internationale MenschenrechtsbeobachterInnen des Begleitprojekts Proah1 (Proyecto de acompañamiento en Honduras) in Honduras. Am 24. Juli hatten sie sich in die Gemeinde Nueva Esperanza im Department Atlántida aufgemacht, um dort in ihrer Mission als MenschenrechtsbeobachterInnen tätig zu werden. In der dortigen Region gibt es einen schweren Konflikt um ein Bergbauprojekt2.

Sonntag, 4. August 2013

Bodenlose Frechheit: Internationale "nachhaltige" Palmöl-Konferenz in Honduras

Trotz blutigem Agrarkonflikt findet die 4. Konferenz des „Runden Tischs für Nachhaltiges Palmöl“ in Honduras statt

Von Magdalena Heuwieser

Der Roundtable on Sustainable Palm Oil RSPO wurde 2002 von der internationalen Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund WWF als industrieller Tisch ins Leben gerufen, um offiziell „den Markt zu transformieren, um nachhaltiges Palmöl die Norm zu machen“ (1). Von 6. bis 8. August soll die 4. Konferenz des RSPO im industriellen Club Arabe in San Pedro Sula, Honduras stattfinden. Sie wird vom Landwirtschaftsministerium (SAG), der Palmölkette der Nationalen Lebensmittelindustrie (PRONAGRO) und dem Wissenschafts- und Landwirtschaftstechnologieamt (DICTA) organisiert und richtet sich hauptsächlich an Investoren und Palmölkonzerne (2). 

Dienstag, 30. Juli 2013

Eilaktion: 2 Menschenrechtsverteidiger von bewaffneten Minenarbeitern bedroht

Nach der jüngsten Gewaltwelle gegen Personen, die sich gegen zerstörerische Bergbauprojekte im Norden des Landes wehren, insbesondere nach den jüngsten Übergriffen gegen 2 Menschenrechtsbegleiter, sind eure Protestmails gefragt, in denen ihr eure Besorgnis ausdrückt (einfach Text kopieren, eure Namen einfügen und an die folgenden Adressen senden!) Weitere Informationen zu den Vorfällen weiter unten. Text auf deutsch


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weiter zur UA von Amnesty International