Von Johannes Schwäbl, amerika21

Die Anzeige gegen Lanza war von Juan Carlos Reyes, dem Direktor der Stiftung für die Entwicklung des sozialen, urbanen und ländlichen Wohnungswesens (Fundevi) eingereicht worden. "Las Chonas" unterstützten und begleiteten die Chefin der Personalabteilung der Stiftung, die Reyes der sexuellen Belästigung beschuldigt.
Zahlreiche feministische und Menschenrechtsorganisationen solidarisierten sich in den vergangenen Wochen mit Lanza. So wurden unter anderem regelmäßige Kundgebungen vor dem Obersten Gerichtshof durchgeführt. Die Verletzung der Rechte von Menschenrechtsverteidigern wiederholten sich auf gefährliche Art und Weise alltäglich und dienten der Absicht, Gladys Lanza sowie alle Menschenrechtsorganisationen im Land zum Schweigen zu bringen, erklärte die Allianz gegen die Straflosigkeit in einer Stellungnahme.
In Honduras kam es in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Fällen von Kriminalisierung, Aggressionen und Morden an Menschenrechtsverteidigern. Am 25. Februar stellten 22 soziale und Menschenrechtsorganisationen mit Unterstützung der Europäischen Union und der Gruppe der Agenturen für internationale Zusammenarbeit (ACI) die Kampagne Alto al Riesgo, (Stopp dem Risiko) der Öffentlichkeit vor. Die Kampagne soll auf die gravierende Situation von Menschenrechtsverteidigern in Honduras aufmerksam machen und deren Arbeit stärken.
Unabhängigen Untersuchungen zufolge sind zwischen 2010 und 2014 mehr als 4.000 Personen aufgrund von Landkonflikten kriminalisiert worden, 120 Kleinbauern wurden allein in der nordhonduranischen Region von Bajo Aguán ermordet. In den vergangenen zehn Jahren wurden 37 Journalisten und 186 LGBT-Aktivisten ermordet, und allein im Jahr 2014 belief sich die Zahl der Frauenmorde auf 2.851.