Posts mit dem Label Tourismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tourismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 8. August 2022

Tornabe, 8. August

Delegationsbericht 2

Dritter Tag. Wir stapfen zwischen Plastikmüll und einigen Holzstücken am weißen Sandstrand der Gemeinde Tornabe entlang. Der Name Tornabe soll aus den Zeiten der Invasion in der Gegend durch das US-Bananenunternehmen Tela Railroad Company stammen und von Turn About, den Scheitelpunkt der Bucht von Tela abgeleitet sein, erzählt uns später der Präsident der indigenen Vertretung, des Patronato von Tornabe. 

Jetzt zeigen sich hier erst mal die Zeichen einer neueren Invasion: Links taucht ein verfallenes Wachhäuschen des Immobilien- und Tourismuskomplexes Indura Ressort auf, in der Ferne quert ein großer Anlegesteg den Strand und ragt weit in die gerade sanften blauen Wellen der Karibik. Wir sind mit Vertretern der Garífuna-Organisation OFRANEH und lokalen Mitgliedern des Landverteidigungskomitees und des Patronato unterwegs.

Wir gehen an einem Schild „Betreten Verboten. Privatgelände“ vorbei. Aus der Entfernung sehen wir angestammtes Gebiet der Garífuna, das eigentlich gar nicht verkauft hätte werden dürfen.
Einige frühere Gemeindeanführer*innen vertrauten dem Staat, der über das Tourismusministerium knapp die Hälfte der Anteile an dieser Private Public Partnership hält. Sie hofften auf tausende neuer Arbeitsplätze. Die kamen nicht, dafür ist das Gelände zur No-go-Area für die Garífuna geworden. 

'Propiedad Privada';
©HondurasDelegation


Indura Beach
©HondurasDelegation










Donnerstag, 31. März 2022

Urlaub machen, wo Einheimische vertrieben werden

Über den Widerstand der afro-indigenen Garífuna in Honduras gegen Tourismusprojekte


Online-Veranstaltung 
am 26. April 2022, 18:30-20:00 Uhr

© HondurasDelegation

(en español más abajo)

Das stetige Wachstum der Tourismusbranche bis 2020 sorgte dafür, dass viele Länder im globalen Süden in der Tourismusförderung einen Weg für die wirtschaftliche Entwicklung sahen  so auch in Honduras. Insbesondere die honduranische Karibikküste schien für die Regierungen von Honduras und die Wirtschaftseliten attraktiv.

Doch ob Kreuzfahrtschiffe, Ferienwohnungen für Wohlhabende und große Hotelanlagen – von all diesen Projekten profitiert die lokale Bevölkerung wenig oder gar nicht. Ganz im Gegenteil: die Gemeinden der afro-indigenen Garífuna sind durch Tourismusprojekte in Gefahr. Seit Jahrzehnten verteidigen sie ihr Land gegen den Zugriff von Unternehmen, denn sie möchten selbstbestimmt leben und nicht in schlecht bezahlte Jobs in Hotels gezwungen werden oder auf folkloristische Kulisse für Reisende reduziert werden.

Jessica Fernández von der Organisation OFRANEH berichtet von den Konflikten beim Tourismusprojekt in der Bucht von Tela und wird den Fragen nachgehen, welche Folgen der Bau der Hotelanlagen für die Bevölkerung der angrenzenden Gemeinden hat. Sie wird auch einen Ausblick geben, unter welchen Bedingungen die Gemeinden vom Tourismus profitieren könnten.

Referentin: Jessica Fernández, OFRANEH Europa

Die Veranstaltung findet online und mit spanisch/deutscher Übersetzung statt.

Die Zugangsdaten werden nach Anmeldung versendet: trautmann@naturfreunde.de
https://www.naturfreunde.de/termin/urlaub-machen-wo-einheimische-vertrieben-werden
Anmeldeschluss: 25.04.2022

Veranstalter: NaturFreunde Deutschlands, FDCL e. V., HondurasDelegation, CADEHO

******

ESTAR DE VACACIONES DONDE LA POBLACIÓN LOCAL ES DESPLAZADA 

Sobre la resistencia de los Garínagu en Honduras contra los proyectos turísticos. 

Evento en línea, 26 de abril de 2022, 18:30-20:00 

El crecimiento constante de la industria turística hasta 2020 hizo que muchos países del Sur Global vieran la promoción del turismo como una vía de desarrollo económico, y Honduras no fue una excepción. La costa caribeña hondureña, en particular, parecía atractiva para los gobiernos de Honduras y las élites empresariales. 

Pero ya sean cruceros, casas de vacaciones para los ricos y grandes complejos hoteleros, la población local se beneficia poco o nada de todos estos proyectos. Todo lo contrario: las comunidades de los afroindígenas garífunas están en peligro por los proyectos turísticos. Las comunidades garífunas llevan muchas décadas defendiendo sus territorios contra inversionistas; porque la población quiere llevar una vida autodeterminada y no verse obligados a realizar trabajos mal pagados en hoteles o ser reducido a un telón de fondo folclórico para los viajeres. 

Jessica Fernández, de la organización OFRANEH, informa sobre los conflictos del proyecto turístico en la bahía de Tela y responde a la preguntas: qué consecuencias tiene la construcción de los complejos hoteleros para la población de las comunidades vecinas en la Bahía de Tela? Cuales serían las condiciones en las que las comunidades podrían beneficiarse del turismo? 

Ponentes: Jessica Fernández, OFRANEH Europa 

El enlace será enviado después de la registración: trautmann@naturfreunde.de 

Organizadores: NaturFreunde Deutschlands, FDCL e. V., HondurasDelegation, CADEHO

Montag, 21. September 2020

Staat schweigt weiter über Verbleib der entführten Garífuna

 Von amerika21

"Lebend haben sie sie uns genommen, lebend wollen 
wir sie  wieder": Protest für die Rückkehr der 

Triunfo de la Cruz. Acht Wochen nach ihrem



gewaltsamen Verschwindenlassen durch Schwerbewaffnete, die Westen der Ermittlungspolizei DPI trugen, gibt es weiterhin keine Hinweise darauf, was mit drei Landrechts-Aktivisten und zwei weiteren Einwohnern der afroindigenen Garífuna-Gemeinde Triunfo de la Cruz in Honduras geschehen ist.

Nach zwei Monaten habe noch keine staatliche Institution Auskunft darüber geben können was passiert sei, sagte der Jesuitenpater Ismael Moreno, genannt Melo. "Sie sind nicht in der Lage irgendwie mitzuteilen, welche Ermittlungen angestellt wurden, um herauszufinden, wo die Garífuna sind. Nach zwei Monaten bewahren sie immer noch Stillschweigen über die abscheuliche Tat. Daraus schließen wir, dass der Staat selbst in hohem Maße dafür verantwortlich ist, was passiert ist, was daraus wurde und dass bisher alles straflos bleibt."

Familienangehörige, Gemeinden, Garífuna- und Menschenrechtsorganisationen weltweit fordern weiter Aufklärung des Verbrechens, Bestrafung der Täter und Schutz für die afroindigenen Garifuna-Gemeinden an der honduranischen Karibikküste.

Miriam Miranda, Koordinatorin von Ofraneh, betonte zuletzt immer wieder, dass das gewaltsame Verschwindenlassen, ebenso wie mehrere Morde an Garifuna-Menschenrechtsverteidigern, die vorausgingen, in einer Situation passiert seien, in der die traditionellen Garífuna-Gemeinden verschiedenen Projekten einheimischer und ausländischer Investoren im Wege stünden. Dazu gehörten "normale" Tourismusprojekte ebenso wie die Zede (Sonderzonen für Beschäftigung und ökonomische Entwicklung), für die sich der Staat besondere Rechte zur Enteignung gesichert hat, um die Gebiete dann Investoren zu überlassen, die extraterritoriale Privatstädte aus ihnen machen.

Der Kontext der Gewalttaten, so Miranda gegenüber dem Solidaritäts-Netzwerk HondurasDelegation, ist "eine Auseinandersetzung darüber, wer die Territorien kontrolliert." Die Gemeinden Triunfo de la Cruz und Punta Piedra fordern ihre vom interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof (CIDH) bestätigten Landrechte ein und verlangen eine rechtsstaatliche Antwort auf das gewaltsame Verschwindenlassen der fünf Männer aus Triunfo de la Cruz.

Polizeisprecher Jair Meza hatte am 9. September betont, es gebe Fortschritte bei den Ermittlungen und man warte auf Haftbefehle gegen die mutmaßlichen Täter. Bei dem Fall handle es sich nicht um eine Geiselnahme, so Meza, sondern um eine Entführung und es sei "bis dato keinerlei Rettungsaktion angefordert" worden.

Sowohl der CIDH als auch der UN-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen hatten den honduranischen Staat mit großer Dringlichkeit aufgefordert, nach Albert Snaider Centeno, Milton Joel Martínez Álvarez, Suami Aparicio Mejía García, Gerardo Misael Trochez Calix zu suchen, das Verbrechen aufzuklären und die betroffenen Gemeinden zu schützen.

Die staatlichen Berichte zu den gesetzten Fristen Ende August und Anfang September sind nicht öffentlich bekannt; dem Vernehmen nach fielen sie dürftig und unbefriedigend aus. Aus einer Resolution des Gerichtshofes vom 2. September ging hervor, dass der honduranische Staat in seiner Antwort jede eigene Beteiligung an der Tat von sich wies und keinerlei Hinweise auf den Verbleib der Verschleppten gab.

Die nächste Frist dafür wurde nun für den 28. September 2020 festgesetzt.

 

Sonntag, 23. August 2020

Keine Spur der entführten Menschenrechtsverteidiger

 Von amerika21

Mitglieder der Garífunaorganisation Ofraneh protestierten 
vor dem Sitz der ermittelnden Polizei in San Pedro Sula

Triunfo de la Cruz. Nach mehr als einem Monat des gewaltsamen Verschwindens der fünf Garífuna-Aktivisten Alberth Sneider Centeno, Milton Martínez Álvarez, Suami Mejía García, Gerardo Róchez Cálix und Junior Rafael Juárez Mejía ist noch kein brauchbarer Hinweis auf deren Verbleib gefunden worden.

Mitglieder der Garífunaorganisation Ofraneh protestierten am Freitag vor dem Sitz der ermittelnden Polizei (DPI) in San Pedro Sula. Sie fordern die Entführten lebend zurück, drängen auf Ermittlungen und den Respekt ihrer angestammten Territorien.

Gegenüber den honduranischen Medien äußerte der Polizeisprecher Rommel Martínez, dass es in dem Fall "ermutigende" Entwicklungen gebe, die jedoch noch nicht veröffentlicht werden können. Eine Ermittlungseinheit bestehend aus verschiedenen honduranischen Polizeikräften und der internationalen Polizei (Interpol) werde in dem Fall von der US-Bundespolizei FBI beraten.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Garífuna-Gemeinden klagen gegen den Staat

Bereits vor 13 Jahren hatten Bewohner von Triunfo de la Cruz und die Garífuna-Organisation OFRANEH ihre Situation vor der interamerikanischen Menschenrechtskommission angezeigt. Diese gab schließlich im April vergangenen Jahres bekannt, den Fall an den Gerichtshof weitergeleitet zu haben, da der honduranische Staat auf die von der Kommission ausgesprochenen Empfehlungen nicht reagiert hatte.

Donnerstag, 18. April 2013

Crowd-Funding für "Honduras - Stimmen gegen den Ausverkauf des Landes"

Ein Foto-Interview-Buch im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2013


Liebe FreundInnen, KollegInnen und Honduras-Interessierte,

für unser Foto-Interview-Buch Honduras: Stimmen gegen den Ausverkauf des Landes suchen wir noch finanzielle Unterstützung.

Zur Crowd-Funding-Kampagne

2012 hat ein Teil von uns zwei Monate in Honduras mit den Radios der zwei großen indigenen Organisationen COPINH (http://www.copinh.org/inicio) und OFRANEH
(http://www.ofraneh.org/ofraneh/index.html) zusammen gearbeitet.

Entstanden ist eine Sammlung von zahlreichen Interviews und Fotos, die eine hierzulande weitgehend unbekannte Perspektive auf die Geschehnisse in Honduras widerspiegeln und ein Bild über eine Gesellschaft wiedergeben, die von Todesdrohungen, Morden und dem Zusammenbruch von  Demokratie und Rechtsstaat geprägt ist. 
Die Interviewten stehen für eine Bevölkerung, die sich seit 2009 im Widerstand befindet. Landkonflikte um die natürlichen Ressourcen und Privatisierungen in allen Bereichen stehen im Vordergrund der geführten Gespräche und Recherchen.

Montag, 30. Juli 2012

Von der JournalistInnen-Delegation 2012 - Bericht 11

Eine seltsame Versammlung

Der Lenca Walldfahrtsort "La Gruta" soll zubetoniert und als Tourismusziel vermarktet werden. (C) NK

In La Esperanza treffen sich GegnerInnen und BefürworterInnen des Tourismusprojektes „La Gruta" zur Gemeindeversammlung. Die UNESCO hat sich offensichtlich inzwischen aus dem umstrittenen Umbau des traditionellen heiligen Hains der Lenca und der bekannten Wallfahrtstätte auf einem Hügel über der Stadt zurückgezogen, die honduranischen Behörden haben einen Baustopp verhängt.

Sonntag, 29. Juli 2012

Von der JournalistInnen-Delegation 2012 - Bericht 10

-->

Bohrmaschinen statt Wildvögel – Bau des touristischen Großprojekts „Los Micos“ schreitet voran


Unser Blick schweift über die weite trockene Sandebene, die von zahlreichen Hügeln durchzogen wird. Hier und da gibt es noch kleine Pfützen, in denen vertrocknete Bäume stehen. Der üppige Wald am Horizont lässt erahnen, wie es hier einmal ausgesehen haben könnte. Doch der für Tropenwälder typische Mix aus Insekten- und Vögelrufen wird hier von Sägen, Bohrern und Betonmischern übertönt. Die Bauarbeiten für das Großtourismusprojekt „Los Micos Beach and Golf Ressort“ sind bereits in vollem Gange und mittlerweile ist es schwer vorstellbar, dass der trockene Boden, auf dem wir stehen, einmal ein geschütztes Sumpfgebiet war. Nur vereinzelt verirren sich noch Wildvögel und Eidechsen hierher, Baufahrzeuge und Menschen in roten Sicherheitswesten dominieren das Bild. Zahlreiche Schilder mit Aufschriften wie „Hotel Boutique“, „Beach Club“ oder „Golf Bar“ lassen erahnen, was aus den Stahlträgern und Sandhügeln werden soll: Sie zeigen einen 18-löchrigen Golfplatz und luxuriöse Gebäude, die von Menschen mit auffallend heller Haut genutzt werden.