Dienstag, 10. Juli 2012

Von der JournalistInnen-Delegation 2012 - Bericht 3


La Esperanza
„Muuuuuoh, muuuuoh“ - das ist das erste, was ich höre, als ich am ersten Morgen nach unserer Ankunft in La Esperanza aufwache. Wir sind zu dritt in „Utopia“ untergebracht, einem Bildungszentrum der indigenen Organisation COPINH, wenige Kilometer von La Esperanza entfernt. Ringsherum liegen saftig grüne Wiesen, die von hübschen schwarzweißen oder braunen Milchkühen beweidet werden. Mittendrin ein Sendemast: das Signal des Radios La Voz Lenca wird hier verstärkt und weitergeleitet, so dass es bis zur Grenze von El Salvador zu hören ist. 

Von der JournalistInnen-Delegation 2012 - Bericht 2


Pressekonferenz


                                                                 Foto: Pressekonferenz, Deutsche Botschaft, Tegucigalpa, © NK

Zu Beginn der Reise der JournalistInnen-Delegation in Honduras fand im Haus des deutschen Botschafters Karl-Heinz Rode am 6.7.2012 in Tegucigalpa eine Pressekonferenz zur aktuellen Lage der Menschenrechte statt.

Montag, 9. Juli 2012

EU und Mittelamerika beschließen Freihandel

Assoziierungsabkommen unterzeichnet. Gipfeltreffen von Protesten begleitet. Starke Kritik an Vorgehensweise der Europäischen Union

Von Johannes Schwäbl, amerika21.de
Begleitet wurde das Gipfeltreffen von Protesten sozialer Organisationen, die das Abkommen kritisieren und ablehnen. Nach Ansicht der Kritiker dient das Abkommen nur den Interessen der Unternehmer und den transnationalen Konzernen, zum Nachteil der Mehrheit der Bevölkerung Mittelamerikas. Das Abkommen werde den Raub der natürlichen Ressourcen Zentralamerikas, wie der Flüsse, der Ländereien, der Wälder und der Luft durch die europäischen Länder erlauben, kritisierte Porfirio Ponce, Vizepräsident der Gewerkschaft STIBYS.

Samstag, 7. Juli 2012

Von der JournalistInnen-Delegation 2012 - Bericht 1

Das Recht auf Information

Das erste Erstaunliche an Tegucigalpa war der morgendliche Wandel seiner Straßen. Wo bei unserer Ankunft Dunkelheit und Menschenleere geherrscht hatte, schoben sich morgens hupend eine Unmenge von Autos um enge Kurven. Doch abgesehen von der Straße vor unserem Hotel blieb uns in den letzten vier Tagen kaum Zeit, die Stadt zu entdecken. Dafür hatten wir die Gelegenheit, erstaunlich positive und politisch kämpferische Menschen kennen zu lernen. Zwei Tage verbrachten wir in einem Seminar bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in einem intensiven Austausch mit unseren honduranischen KollegInnen – den MenschenrechtsverteidigerInnen vom Komitee der Familienangehörigen Verschwundener und Verhafteter in Honduras (Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos en Honduras – COFADEH) , den KollegInnen der kommunitären Radios und anderer alternativer Medien und einigen „Agentes de Cambio“, jungen Leuten, die sich für einen sozialen Wandel in Honduras einsetzen.

Dienstag, 3. Juli 2012

Reportage COPINH

Vertreibung aus den Wäldern

Das indigene Volk der Lenca in Honduras ist Opfer von Konzernen und kapitalistisch konzipiertem Umweltschutz

Umweltschutzideen aus dem Norden gehen mitunter auf Kosten des Lebensraumes indigener Völker im Süden. Das zeigt das Beispiel der Lenca in Honduras. Die setzen sich gegen die Vertreibung zur Wehr.

Doña Pasqualita beugt sich über ein tönernes Schälchen und zündet das darin enthaltene Baumharz an. Wie Weihrauch steigt eine dünne Rauchsäule in den Himmel. Die kleine Frau, deren Augen im faltigen Gesicht verschwinden, legt Maiskolben und Bohnen auf einen Altar aus Piniennadeln. Die versammelten Menschen frösteln in der Frische der Morgenstunde. Als Doña Pasqualita schließlich ihre klare hohe Stimme erhebt, bittet sie Göttervater Itanipuca und Göttermutter Ilanguipuca um Beistand. Gegen das REDD+, das internationale Umweltschutzorganisationen anpreisen und die Lenca-Gemeinden aus ihren Wäldern vertreibt.

Hinter dem Wortungetüm REDD+ verbirgt sich ein Instrument der sogenannten Grünen Ökonomie: Eine Reduktion von Treibhausgasen durch Erhalt und Nutzung von Primärwäldern sowie ihre Einbeziehung in den Emissionshandel. Indigene Organisationen bemängeln hingegen, dass REDD+ die Rechte und die enge Bindung der ursprünglichen Bevölkerung an die Wälder einschränke.

Gesamte Reportage bei Neues Deutschland lesen ...

Samstag, 23. Juni 2012

Eilaktion zum Mordversuch gegen Mitglieder der indigenen Organisation COPINH in Honduras.

Seit mehreren Wochen nehmen die Aggressionen durch staatliche
Sicherheitskräfte und bezahlte Mitarbeiter nationaler und
internationaler Unternehmen gegen die indigene Organisation COPINH
(Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras)
erneut zu. Zuletzt versuchten Unbekannte am 13. Juni zwei Mitglieder des
COPINH zu ermorden.
(http://amerika21.de/meldung/2012/06/52730/attentat-copinh

Sonntag, 17. Juni 2012

Video: öffentlicher Aufruf von berta cáceres aufgrund der jüngsten Aggressionen gegen den COPINH


Mit Autonomie gegen aufgezwungene Projekte

Interview mit der Aktivistin Bertha Cáceres über die aktuelle Situation der Indigenen in Honduras
Interview erscheint in der aktuellen Ausgabe der Lateinamerika Nachrichten Nr. 456.  
Text: // Interview: Johannes Schwäbl

Im Juni 2009 wurde Honduras durch einen zivil-militärischen Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Manuel Zelaya erschüttert. Unter der anschließenden Regierung von Präsident Porfirio Lobo wurden mehrere Gesetze zugunsten nationaler und internationaler Unternehmen verabschiedet, die unter anderem die Privatisierung natürlicher Ressourcen, Vertreibungen und die Enteignung von Land nach sich zogen. Davon besonders betroffen ist die marginalisierte indigene und schwarze Bevölkerung, die gleichzeitig einen wichtigen Teil der Widerstandsbewegung in Honduras bildet. Die Lateinamerika Nachrichten sprachen mit Bertha Cáceres vom Zivilen Rat der Basis- und Indigenenorganisationen in Honduras (COPINH) über die Situation nach dem Putsch, die geplanten Megaprojekte und die Kämpfe der Indigenen.

Mittwoch, 13. Juni 2012

JournalistInnen-Aufenthalt in Honduras




Aktueller Stand

Im Juli und August 2012 wird eine Gruppe deutscher und österreichischer  JournalistInnen die Organisationen COPINH in La Esperanza und OFRANEH in Triunfo de la Cruz besuchen und u. a. mit den Radios Voz Lenca und Coco Dulce zusammen arbeiten …

Dienstag, 12. Juni 2012

Veranstaltung mit Bertha Cáceres in München

CO²LONIZACIÓN
Was die Grüne Ökonomie für Indigene bedeutet

Montag 18. Juni 2012, 19.30 Uhr
EineWeltHaus, Raum 211/212
Referentin: Bertha Cáceres, COPINH (Honduras)

Grüne Ökonomie heißt die neue Wunderwaffe, mit der der Klimawandel und das Artensterben gestoppt werden und nebenbei Millionen neue Arbeitsplätze entstehen sollen. In Honduras wehren sich hunderte betroffene Gemeinden gegen den Bau von Staudämmen und Projekte des internationalen Klimaschutzes wie REDD (Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung) und CDM (Mechanismen für umweltverträgliche Entwicklung). Denn diese Projekte aus dem internationalen CO2-Handel bedeuten für sie vor allen Dingen: Vertreibung, Repression und Verlust ihrer Lebensgrundlagen.