Samstag, 28. März 2020

Honduras: "Das Land der Pandemien"

Steigende Infektionszahlen. Tränengas gegen Hungerrevolten. Mehrheit der Bevölkerung wegen Ausnahmezustand ohne Einkommen. Forderung nach Freilassung politischer Gefangener
Tegucigalpa. Am Donnerstag ist in Honduras der erste Tote, verursacht durch das Coronavirus SARS- CoV-2 in einem Krankenhaus in der nördlichen Handelsmetropole San Pedro Sula gemeldet worden. Bisher wurden 67 Menschen positiv auf das Virus getestet. Die meisten nachweislich Infizierten leben in der Hauptstadt Tegucigalpa und im Departamento Cortés.

Die Infektiologin und ehemalige Gesundheitsministerin Elsa Palou geht davon aus, dass bereits mehr als 5.000 Menschen infiziert sind. Es fehlten jedoch ausreichend Tests im Land. Im Gegensatz zum medizinischen Personal seien Polizei und Militärpolizei mit Schutzkleidung gegen die Ansteckung ausgerüstet.

Sonntag, 22. März 2020

Corona-Pandemie: Zentralamerika zwischen Leugnung und Abschottung

Staaten der Region unterschiedlich betroffen. Auch in Mittelamerika Debatten um Ausgangssperren. Massendemo gegen Virus in Managua

Sonntag, 8. März 2020

Berta se hizo millones…

Radiobeitrag von Daniela Dreißig, Giulia Fellin, Stephanie Wassermann,
NPLA, vom 5. März 2020




Internationales Treffen „Berta Vive“ 2016. Quelle: CADEHO


März 2016: Zwei Tage vor ihrem Geburtstag wurde die international bekannte Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres ermordet.
Doch sie war viel mehr: Sie war Feministin, kämpfte gegen patriarchale Strukturen und Rassismus, in ihren Reden verdammte sie den Kapitalismus und trat für die Solidarität unter den Marginalisierten dieser Welt ein. Was sie sagte begeisterte Viele.
Ziel ihrer Ermordung war nicht nur, sie zum Schweigen zu bringen, sondern die progressiven sozialen Bewegungen in Honduras zu zerschlagen. Gelungen ist es den Mördern nicht. Radio Onda sprach mit zwei honduranischen Aktivistinnen darüber, wie sie von Berta Cáceres in ihrer alltäglichen Arbeit inspiriert werden.

Dienstag, 3. März 2020

Warum in Honduras eine neue Allianz um Zugang zu Wasser kämpft

Von Bergbau und Wasserkraftprojekten betroffene Gemeinden leiden unter vielfältigen ökologischen Schäden und der Verschmutzung ihres Trinkwassers
 
"Das Wasser verteidigen ist kein Delikt": Solidarität mit den acht 
Tegucigalpa. In Honduras haben sich 17 Organisationen zu einer landesweiten "Front zur Verteidigung des Wassers" zusammengeschlossen, um gemeinsam mit Gruppen aus dem Nachbarland El Salvador den Widerstand gegen die zunehmende Privatisierung und die Verschmutzung natürlicher Wasservorkommen zu organisieren. In der vergangenen Woche hatten sich dafür in der Autonomen Universität von Honduras Aktivisten aus Regionen getroffen, die von Bergbau- und Wasserkraftprojekten betroffenen sind. Ziel war ein Austausch über die lokalen Probleme und eine Bündelung der Kräfte im Kampf gegen den Ausverkauf von Flüssen, Wäldern und Schutzgebieten.

Derzeit bestehen in Honduras Konzessionen für 371 Minen und 120 Wasserkraftprojekte, berichtete der Koordinator des Gemeindekomitees zum Schutz der öffentlichen Güter aus Tocoa, Juan López. Die betroffenen Gemeinden litten unter zahlreichen Umweltschäden, vor allem aber unter der Verschmutzung ihres Trinkwassers.

Montag, 17. Februar 2020

FrauenGedenken – FrauenWiderstand

Offenes Café für Frauen und LGTBIQ, um Marielle Franco und Berta Cáceres zu gedenken und Transparente für die Frauendemo am 8. März zu gestalten.

Samstag, 7. März 2020, 15-19 Uhr im Hausprojekt in der Malmöer Str. 29, 10439 Berlin

Foto: Cadeho

Das Menschenrechtskollektiv CADEHO und die Kolumbienkampagne laden euch ein, mit uns am Wandbild in der M29 (https://www.mural-berta-marielle.site/) den beiden ermordeten Frauen Marielle Franco und Berta Cáceres und weiteren für euch wichtigen Frauen mit einer Videobotschaft zu gedenken und den Internationalen Frauentag vorzubereiten.
Im März 2020 jährt sich die Ermordung von Berta Cáceres zum vierten Mal und die von Marielle Franco zum zweiten Mal. Beide Frauen setzten sich entschlossen gegen Raubbau an der Natur, Menschenrechtsverletzungen und Polizeigewalt ein. Deshalb wurden sie umgebracht. Doch die Kämpfe gehen weiter, viele Frauen in Lateinamerika verteidigen Menschenrechte, insbesondere Frauenrechte und prangern die neoliberale Politik des Raubbaus an der Natur und der damit einhergehenden Vertreibung von Menschen an. Diese Frauen riskieren damit ihr Leben.

Solidarisieren wir uns mit ihnen! Bringt Laken, Farben und andere Materialien mit! Bei Kaffee, Kuchen und guter Musik tauschen wir uns aus und malen Transparente für die Frauendemo. Beiträge zum Essen sind herzlich Willkommen.
Kontakt: cadeho@riseup.net <mailto:cadeho@riseup.net>

Freitag, 14. Februar 2020

Das Territorium ist wie ein Gemeinschaftshaus

Radiobeitrag von Jutta Blume und Rita Trautmann
aus der Radioreihe „Umkämpfte Natur in Lateinamerika“ - ein Kooperationsprojekt des Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile Lateinamerika e.V. (FDCL) mit dem Nachrichtenpool Lateinamerika e.V. (NPLA), vom 13. Januar 2020



 
Foto: Paola Reyes
Honduras liegt in Zentralamerika, einer Region die nur 0,5% der weltweiten Landmasse ausmacht, aber mehr als 7% des weltweiten Artenreichtums beherbergt. Doch die natürlichen Ressourcen und die Biodiversität sind stark gefährdet. In Honduras sind die Ursachen dafür einerseits der Klimawandel: Honduras gehört zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Ländern weltweit. Andererseits ist es die neoliberale Wirtschaftspolitik, die auf einen schonungslosen Abbau der natürlichen Ressourcen trotz des Klimawandels setzt. Die an der Nordküste lebenden Garífuna wehren sich dagegen und versuchen gleichzeitig, sich vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels zu schützen.

Zum Audiobeitrag

Kampf ums Überleben


Die Morde an Aktivist*innen der afro-indigenen Garífuna erreichten 2019 einen traurigen Höhepunkt

Im vergangenen Jahr wurden 17 Angehörige der afro-indigenen Garífuna in Honduras ermordet. Sechs von ihnen waren Frauen, die sich in ihren Gemeinden engagierten. Miriam Miranda, Koordinatorin der Garífuna-Organisation OFRANEH sieht darin einen „Plan, die Garífuna auszurotten“.

Miriam Miranda: Die Aktivistin kämpft seit Jahren für die Rechte der Garífuna
Mirna Teresa Suazo wurde am 8. Septem-ber 2019 von Unbekannten in ihrem Restaurant in Masca (Dpt. Cortés) erschossen. Die Täter flohen mit einem Motorrad. Suazo war Gemeinderats-präsidentin in Masca. Die Gemeinde hatte sich zweimal erfolgreich dem Bau von Wasserkraftwerken am gleichnamigen Fluss entgegengestellt.

María Digna Montero war Lehrerin und Mitglied des Komitees für interkulturelle zweisprachige (Spanisch und Garífuna) Bildung bei OFRANEH (Organización Fraternal Negra Hondureña). Am 12. Oktober 2019 saß sie vor ihrem Haus in der Gemeinde Cusuna (Dpt. Colón), als Unbekannte auf sie schossen und mit einem Motorrad flohen. Die Morde liefen nach ähnlichem Muster ab; genau wie bei den anderen 15 Opfern waren es Ortsfremde, die die Taten ausübten.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Welche Folgen hat die andauernde US-Unterstützung für Honduras?

Honduras ist ein wichtiger regionaler Verbündeter der USA. Dass die Regierungen dort sich kriminell verhalten, stört dabei nicht, meint Parker Asmann

Montag, 10. Februar 2020

Fall Caceres in Honduras: Forderung nach Ermittlung der Drahtzieher des Mordes


Die Hintergründe des Mordes an Berta Cáceres sind
Tegucigalpa. Fast vier Jahre nach dem Mord an Berta Cáceres fordern über 500 internationale
Organisationen die weitere Ermittlung und Strafverfolgung der Auftraggeber. Außerdem mahnen sie den honduranischen Staat an, die Konzession für die Nutzung des Flusses Gualcarque zurückzuziehen.

Einen Monat, bevor sich der Todestag der Menschenrechtsverteidigerin, Koordinatorin und Mitbegründerin des Zivilen Rates für indigene und Basisorganisationen in Honduras (Copinh) jährt, hat dieser der honduranischen Staatsanwaltschaft ein von 512 Organisationen und Hunderten von Einzelpersonen aus ganz Lateinamerika, den USA und Europa unterzeichnetes Dokument übergeben, in dem Gerechtigkeit für den Mord an Berta Cáceres in der Nacht vom 2. auf den 3. März 2016 gefordert wird. Am 2. Dezember 2019 waren sieben Auftragsmörder und Mittelsmänner für den Mord an Cáceres und den versuchten Mord an Gustavo Castro zu Gefängnisstrafen zwischen 30 und 50 Jahren verurteilt worden. Der Prozessauftakt gegen den Geschäftsführer des Wasserkraftunternehmens Desarrollos Energéticos S.A. (Desa), Roberto David Castillo Mejía, der beschuldigt ist, den Mord in Auftrag gegeben zu haben, wurde hingegen bereits drei Mal verschoben. Es liegen jedoch nicht nur Beweise gegen Castillo vor, sondern auch gegen den Finanzchef des Unternehmens sowie gegen Aufsichtsratsmitglieder und Mehrheitsanteilseigner aus der einflussreichen Unternehmerfamilie Atala.

Vier Jahre seien ausreichend Zeit, um gegen die kriminelle Organisation, die hinter dem Mordkomplott steht, vorzugehen, befindet der Copinh. "Der fehlende politische Wille kommt in der Nachlässigkeit und Ineffizienz zum Ausdruck, die wiederum zur Straflosigkeit für die Herren Daniel Atala Midence, José Eduardo Atala, Pedro Atala und Jacobo Atala geführt hat", schreibt die Organisation in einer Pressemitteilung.

Berta Cáceres wurde wegen ihres Widerstands gegen das Wasserkraftprojekt Agua Zarca ermordet. Der Mord erregte aber international derartiges Aufsehen, dass Agua Zarca zum Erliegen kam. Die Konzession über den Fluss Gualcarque besteht indessen weiter, obwohl ihre Vergabe mutmaßlich ein Fall von Korruption war. Die Internationale Unterstützungsmission gegen Korruption und Straflosigkeit in Honduras (MACCIH) hatte im März 2019 gemeinsam mit der honduranischen Sonderstaatsanwaltschaft für Korruptionsdelikte (UFECIC) einen Prozess wegen Betrugs bei der Erlangung von Konzessionen und Genehmigungen eröffnet. Einer der Angeklagten war ebenfalls Roberto David Castillo Mejía.

Das Mandat der MACCIH wurde mittlerweile von Seiten der honduranischen Regierung beendet, eine Fortführung des Betrugsprozesses um Agua Zarca soll dennoch geplant sein.