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Mittwoch, 15. Mai 2019

Pressemitteilung: Proteste kritisieren Wasserkraftunternehmen bei Weltkongress in Paris


Zivilgesellschaftliche Organisationen verweisen auf Menschen­rechts­verletzungen und Umweltschäden im Zusammenhang mit Wasserkraftwerken. 

Übersetzung: Daniela Dreißig

IHA Protest 2019 Paris, Foto: Todd Southgate
Paris [15.05.19]. Eine breite Koalition von Umwelt- und Menschen­rechts­or­ga­ni­sa­tionen protestierte friedlich gegen zerstörerische Staudammprojekte während der Eröffnung des Weltwasserkraftkongresses in Paris. Nach dem Protest versuchte ei­ne Delegation des Munduruku-Volkes aus dem brasilianischen Ama­zonas, einen Brief an die Zentrale des französischen Energieriesen EDF zu über­geben, da sie an zerstörerischen Staudammprojekten im Amazonasgebiet beteiligt waren, aber nicht von Unternehmensvertretern empfangen wurden.


Donnerstag, 14. März 2019

Die Frauen entscheiden

Aktuelle Landkonflikte in honduranischen Garífuna-Gemeinden erfordern neue Organisierungsformen. 

Von Rita Trautmann und Steffi Wassermann 
erschienen in Südlink Nr. 187

Garífuna-Siedlung Guadalupe, Foto: Rita Trautmann
Als Nachfahren der karibischen Arawak-Indigenen und afrikanischer Versklavter leben die Garífuna vor allem an der Karibikküste von Honduras. In vielen Gemeinden sind sie von Vertreibung bedroht, weil Investor*innen touristische Luxusressorts errichten oder Häfen ausbauen. Doch Aktivist*innen leisten Widerstand und eignen sich Land wieder an. So manches traditionelle Rollenbild wird dabei entsorgt.




Freitag, 21. Juli 2017

Honduras: Die Interamerikanische Entwicklungsbank und ihre unüberlegte Unterstützung des neokolonialen Projektes der ZEDES



Sambo Creek, 18. Juli 2017

Kürzlich erschien auf dem Internetportal der Interamerikanischen Entwicklungsbank (BID) eine Information über das Projekt HO-L1191, auch bezeichnet als Unterstützung zur Schaffung von Arbeits- und wirtschaftlichen Entwicklungszonen (ZEDES). Es wird beschrieben, wie „diese Operation die honduranische Regierung bei der Konzepterstellung und der Vorbereitung der technischen Studien und Entwürfe zur Einführung der ZEDES unterstützen wird. Ziele der ZEDES sind (i) der Anstieg der Investitionen in intensive Beschäftigungsbereiche, (ii) die Schaffung formaler Arbeitsplätze sowie (iii) die Reduzierung von Arbeitslosigkeit und informaler Beschäftigung sind.

Die Initiative der ZEDE, auch als Modellstädte bekannt, entstand unter der Regierung von Porfirio Lobo. Zur Schaffung eines Gesetzes für Spezielle Entwicklungsregionen (RED) trieb er eine Reihe von Verfassungsreformen voran. Die Idee der RED stammt ursprünglich von dem US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Paul Romer. Er verbündete sich mit dem Präsidenten von Madagaskar, Marc Ravalomana, um im Namen der Modellstädte 1,3 Millionen Hektar Land an die Firma DAEWOO abzutreten, Tochtergesellschaft des koreanischen Unternehmens POSCO. Die Bevölkerung von Madagaskar reagierte auf die Konzession, indem sie den Präsidenten Ravalomana im Februar 2009 stürzte und die Übergabe des Inselgebietes beendete. Ein Jahr danach taucht Romer in Honduras auf, das sich in den Nachwehen des Staatsstreiches befindet. Hier berät er den damaligen Präsidenten Lobo und sein Kabinett in Bezug auf die Schaffung von honduranischen Modellstädten und schlägt dafür die Küste der Garifunas vor, genauer gesagt, die Bucht von Trujillo und dem Fluss Sico, die 24 Gemeinden umfasst.

Freitag, 28. April 2017

EIN LIBERALER REFORMER UND EIN „FORTSCHRITTLICHER“ GENERAL - Wenig bekannte Aspekte der honduranischen Geschichte



Alison Acker ist eine „wütende Großmutter“ aus dem kanadischen Victoria. Als sie noch jünger war, hat sie 1988 ein Büchlein mit dem Titel „Honduras – das Entstehen einer Bananenrepublik“ veröffentlicht. Es ist auch nach fast 30 Jahren lesenswert, führt es uns doch von Kolumbus bis in die Neuzeit der zivilen Regierungen, die 1982 begann. Versteckt in dieser nicht enden wollenden Abfolge von Präsidenten von der Nationalen Partei (Partido Nacional de Honduras, PNH) oder der Liberalen Partei (Partido Liberal de Honduras, PLH), gab es in den 1970er Jahren einen liberalen Reformer und einen „fortschrittlichen“ General. Sie stehen im Mittelpunkt dieses Beitrages, eingerahmt von Ausschnitten aus der Vorgeschichte und der Zeit danach.

Von Eduard Fritsch, erschienen in ILA, Februar 2017, Ed. 402


Dienstag, 21. März 2017

Zwei Mordverdächtige waren Geheimdienstoffiziere. Training in berüchtigter Schule der US-Streitkräfte in Fort Benning

Zwei Mordverdächtige waren Geheimdienstoffiziere. Training in berüchtigter Schule der US-Streitkräfte in Fort Benning




Protest nach dem Mord von Berta Cáceres in Honduras
Quelle: cidh Lizenz: CC by 2.0
Ein Jahr nach dem Verbrechen an der honduranischen Aktivistin Berta Cáceres haben 1 Nachforschungern ergeben, dass zwei der für den Mord festgenommenen Personen Offiziere des Geheimdienstes waren. Sie wurden in der School of the Americas in Fort Benning im US-Bundesstaat Georgia, ausgebildet.

Grundlage dieser Information sind Aufzeichnungen der honduranischen Streitkräfte und juristische Dokumente, zu denen die Journalistin Nina Lakhani Zugang hatte. Sie veröffentlichte am Dienstag, den 28. Februar einen Artikel in der britischen Tageszeitung The Guardian.

Diesen Quellen zufolge wurden der Major Mariano Díaz Chávez und der ehemalige Leutnant Douglas Giovanny Bustillo 1997 in der School of the Americas ausgebildet, die traurige Berühmtheit erlangte. Hier wurden jahrzehntelang lateinamerikanische Militärs im Gebiet des Panamakanals trainiert, seit 1984 ist sie im Fort Benning in Georgia stationiert und trägt heute den Namen Western Hemisphere Institute for Security Cooperation.

Darüber hinaus wurde Díaz 2005 in der Inter-American Air Forces Academy (IAAFA) ausgebildet. Die IAAFA war bis 1989 in Panama stationiert, später dann in der Homestead Air Reserve Base in Florida, bis diese durch den Hurrikan Andrés zerstört wurde, und schließlich seit Anfang 1993 in der Lackland Air Force Base in Texas2. Dort nahm Mariano Díaz im Jahr 2005 an einem Kurs zum Thema "Antiterrorismus" teil.

Beide Militärs werden beschuldigt, das Verbrechen organisiert zu haben und wurden im Mai 2016 gemeinsam mit Sergio Ramón Rodríguez und Edilson Antonio Duarte festgenommen. Letzterer wurde als derjenige identifiziert, der bei dem Attentat, das Berta Cáceres am 2. März jenes Jahres das Leben kostete, die Schüsse auf sie abfeuerte. Duarte, der schon seit einiger Zeit als Auftragsmörder tätig war, sagte aus, dass er von Sergio Rodríguez engagiert worden war, dem Geschäftsführer des geplanten Wasserkraftwerkes Agua Zarca, das vom Konzern Desarrollos Energéticos SA (DESA) gebaut wird. Präsident dieses Unternehmens ist Robert David Castillo Mejía, ein weiterer Ex-Offizier des Militärgeheimdienstes.

Berta Cáceres trieb in ihrer Rolle als Anührerin des Zivilen Rates der Indigenen und Volksorganisationen von Honduras (COPINH) den Kampf gegen Agua Zarca voran und prangerte die Folgen an, die das Projekt für den Fluss Gualcarque und in den Gemeinschaften der Lenca in diesem Gebiet haben würde.

Leutnant Bustillo, der sich 2008 vom Militärdienst zurückgezogen hatte, war der Sicherheitschef von DESA und derjenige, der gemeinsam mit Díaz den Mord geplant hatte. Im Rahmen seiner Funktion in dem Unternehmen hetzte Bustillo wiederholt gegen Berta Cáceres, die bereits 2013 in einer Reportage die Bestechungsversuche und Drohungen öffentlich angeprangert hatte. "(Rodríguez) hat mir Bestechungsgelder angeboten, für mich und COPINH", berichtete. "Als das nicht funktionierte, folgten die ganzen Beschuldigungen, die schon allseits bekannt sind, und Todesdrohungen. Ich habe auch Nachrichten vom Sicherheitschef des Unternehmens (Bustillo) auf meinem Telefon, die sexuelle Belästigung beinhalten", hatte Berta im Interview mit dem Journalisten Dick Emmanuelson ausgeführt.

Die "Spezialeinheiten"

Neben Díaz und Bustillo war auch Henry Javier Hernández an der Operation beteiligt, ein ehemaliger Scharfschütze, der unter dem Kommando von Díaz im 15. Bataillon gedient hatte. Das 15. Bataillon ist eine der beiden Spezialeinheiten der honduranischen Armee, die in den 1980er Jahren von den USA mit dem Ziel gegründet und geschult wurden, ihre Strategie der Aufstandsbekämpfung (Counterinsurgency) zu entwickeln.

Es war die Zeit, als Honduras die "Contras“ unterstützte, die in Nicaragua die Sandinistische Revolution bekämpften. Auch gegen die Regierungen in El Salvador und Guatemala, die den USA vollständig untergeordnet waren, entwickelten sich Prozesse des bewaffneten Kampfes. Drei Jahrzehnte später besteht die Struktur der Spezialeinheiten, die durch das United States Southern Command (Südliches Kommando der USA)3 geschult werden, nach wie vor fort. Als Vorwand werden jetzt die "umfangreichen Bedrohungen" angeführt, insbesondere der Kampf gegen den Terrorismus und die Drogen.

Das 15. Bataillon sowie das Trainingszentrum der Spezialeinheiten haben ihren Sitz in Bajo Aguan, eine der Regionen mit den meisten sozialen Konflikten in Honduras. Die ländlichen Gemeinschaften in dieser Region klagen die Repression durch das Militär an. Hier wurde der größte Teil der insgesamt 124 Anführer und Aktivisten sozialer Bewegungen ermordet, die gegen die Monokulturen der Ölpalme in den Händen transnationaler Konzerne in Verbindung mit lokalen Unternehmen gekämpft hatten. Diese Firmen üben praktisch die Befehlsgewalt über die Militärkorps aus, die die Anti-Terror-Doktrin gegen die Bevölkerung anwenden, welche Widerstand gegen Projekte leistet, die sich auf ihrem Territorium niederlassen wollen.

Nach seinem offiziellen Rücktritt im Jahr 2013 wurde Hernández zu einem Informanten des militärischen Geheimdienstes, bis er im Januar 2017 verhaftet wurde. Der Veröffentlichung in The Guardian zufolge zeigen telefonische Aufzeichnungen, die Bestandteil des gerichtlichen Verfahrens sind, dass sich Bustillo und Hernández bereits einige Tage vor dem Mord in dem Dorf La Esperanza aufgehalten hatten, wo Berta Cáceres lebte.
Die Information belegt auch, dass gegen den Major im Dienst, Mariano Díaz, zum Zeitpunkt seiner Verhaftung wegen Entführungen und Drogenhandel ermittelt wurde. Dennoch stand er kurz vor einer Beförderung.

"In unserem Land gibt es eine Diktatur"

Olivia Zuñiga, die älteste Tochter von Berta Cáceres, ist der Auffassung, dass der honduranische Staat von einer "kriminellen Elite" regiert wird, "die auch aus Unternehmern besteht, die zugunsten des transnationalen Kapitals und nicht im Sinne der großen Mehrheiten unseres Volkes agiert." In einem Interview mit dem argentinischen Nachrichtenportal Notas wies sie darauf hin, dass dies ein Moment sei, "in dem sich die Diktatur in unserem Land mit Politiken des Terrors durchsetzt".

"Das Verbrechen an Berta Cáceres bestätigt all die Vermutungen darüber, dass viele Gefährtinnen und Gefährten von Todesschwadronen ermordet wurden, weil sie das Leben verteidigten. Wir haben es immer angeprangert und als soziale Bewegungen sind wir uns sicher gewesen: Wie in den 80er Jahren wird seit dem Staatsstreich in Honduras eine neue Operation Condor umgesetzt. Der Putsch im Jahr 2009 war entscheidend, um erneut all die paramilitärischen Gruppierungen, die Todesschwadronen zu reaktivieren."

"Obwohl sie eine auch international sehr bekannte Führungspersönlichkeit und weltweit anerkannt war, konnte dies die kriminellen Eliten nicht davon abhalten, sie durch Todesschwadronen und einen regelrechten Krieg gegen unsere Völker ermorden zu lassen, mit Elitetruppen, die in den USA, in Kolumbien und in Israel ausgebildet wurden“, fasste Zuñiga zusammen.

Fernando Vicente Prieto ist Journalist aus Argentinien, Korrespondent von Notas - Periodismo Popular in Caracas und Mitarbeiter in anderen Medien. Neben seiner Berichterstattung für Notas.org.ar, ist er Teil des Kommunikationsteams von ALBA movimientos und des Projektes Crónica de Comunas.
  • 1. Die 1946 gegründete School of the Americas stand wegen der Ausbildung rechts gerichteter Militärs und Paramilitärs auch in Foltertechniken und der massiven Unterstützung der Militärdiktaturen in Lateinamerika in der Kritik. Viele der Absolventen waren später maßgeblich an den schmutzigen Kriegen in ihren Ländern beteiligt. Im jahr 2000 wurde sie geschlossen, jedoch 2001 unter dem Namen Western Hemisphere Institute for Security Cooperation wieder eröffnet
  • 2. An der Inter-American Air Forces Academy auf der Lackland AFB werden über 160 Kurse in spanischer Sprache für Militärangehörige aus 19 Ländern Lateinamerikas durchgeführt
  • 3. Das United States Southern Command (SOUTHCOM) ist das für Lateinamerika und die Karibik zuständige Regionalkommandozentrum der US-Streitkräfte. Es ist verantwortlich für die Koordination und Führung aller militärischen Operationen der USA in der Region

Dienstag, 19. Januar 2016

Charter Cities - Honduras als Experimentierfeld neoliberaler Utopien

Von Carsten Lenz und Nicole Ruchlak, erschienen in den Blätter für deutsche und internationale Politik 11/2015

Versagende Staaten könnten bald ungeahnte Anlagemöglichkeiten bieten. Das jedenfalls erwarten die Visionäre der sogenannten Charter Cities: In speziellen Zonen sollen Unternehmen den Platz von Regierungen einnehmen und ihre eigenen Regeln schaffen. Dieser wirtschaftsliberalistische Traum von einer Welt des unbegrenzten Wettbewerbs scheint seiner Erfüllung nun näher denn je zu kommen. Zum Experimentierfeld wird dabei das lateinamerikanische Honduras. 1

Den Anstoß dazu gab eine TED-Konferenz in Oxford. Auf diesem Forum präsentieren Wissenschaftler, Intellektuelle und Künstler jährlich ihre Überlegungen unter dem Slogan „Ideas worth spreading“, Ideen, die es sich zu verbreiten lohnt. Im Jahr 2009 stellte der US-amerikanische Ökonom Paul Romer dort die Frage: „Warum braucht die Welt Charter Cities?“ Seine Antwort lautete: Damit die Entwicklungsländer der Armut entkommen. Romer skizzierte in einer perfekt inszenierten Präsentation eine Vision, die er in späteren Interviews und Artikeln konkretisierte: Entwicklungsländer sollen mehr oder weniger unbewohnte Regionen ausweisen, in denen ökonomisch prosperierende und sichere, kurz: perfekte Städte entstehen können – die Charter Cities. 2 Diese Zonen sollen staatlichem Einfluss weitgehend entzogen und stattdessen externen Experten unterstellt werden. Diese seien idealerweise Fachleute aus westlichen Demokratien, die aufgrund ihrer juristischen, administrativen oder ökonomischen Kompetenzen Rechtssicherheit garantieren und so Investoren anlocken. Sie sollen eigene Gesetze erlassen, eine Verwaltung errichten und Exekutivorgane etablieren.


Dienstag, 7. April 2015

Schattenblick - BERICHT/051: Investment Honduras - Ureinwohner wehren sich ...

Kampf gegen das Staudammprojekt am Rio Blanco

Dokumentarfilm und Vortrag am 19. März 2015 im Centro Sociale in Hamburg

aus: Schattenblick, 31.3. 2015


In Honduras werden die Menschenrechte geachtet, freie Wahlen abgehalten und die Lebensverhältnisse dank ausländischer Investoren stetig verbessert - das besagt zumindest die offizielle Lesart der Bundesregierung und deutscher Unternehmen, die in dem mittelamerikanischen Land Geschäfte machen. Die Berliner Politik attestiert der Regierung in Tegucigalpa die Wahrung demokratischer Prinzipien, deutsche Wahlbeobachtermissionen finden am Urnengang in Honduras nichts auszusetzen, und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) finanziert eine kartographische Bestandsaufnahme der dortigen Bergbauressourcen durch deutsche Ingenieure. Die leidigen Turbulenzen um den früheren Präsidenten Manuel Zelaya Rosales, der am 28. Juni 2009 vom Militär gestürzt wurde, sind Schnee von gestern.

Donnerstag, 8. Mai 2014

CO₂lonialismo - Green Grabbing und die Verteidigung indigener Territorien in Honduras

Diplomarbeit von Magdalena Heuwieser zu Green Grabbing und der Verteidigung indigener Territorien in Honduras.

PDF zum download 

Die Verteidigung der Territorien ist aktuell wichtigstes Anliegen der indigenen Bewegungen in Honduras. Vor allem seit dem Putsch 2009 stieg die Anzahl an nicht nur ‚braunen‘, extraktivistischen, sondern auch ‚grünen‘ Projekten dramatisch an, in welchen eine zunehmende Bedrohungen für die territoriale Souveränität und indigene Lebensweisen erkannt wird. Diese Arbeit analysiert aus einer polit-ökologischen und dekolonialen Perspektive die Durchsetzung von ‚Green Grabbing‘ – der Land- und Ressourcenaneignung im Namen des Klima- und Umweltschutzes – anhand von drei Beispielen in Honduras: dem Bau zweier Wasserkraftwerke zur Erzeugung ‚grüner‘ Energie im indigenen Lenca-Territorium und der nationalen Strategie zur Einführung des Waldschutzprogramms REDD+. Diese stehen in Zusammenhang mit den ‚Offsets‘ (Kompensationsmechanismen) des Emissionshandels sowie teilweise mit Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen (PES) und Biodiversitäts-Offsets. Die drei Projekte werden als ‚Akkumulation durch Enteignung‘, als Inwertsetzung und teilweise auch Finanzialisierung der natürlichen Gemeingüter gefasst. Der Einhegung der Territorien bzw. Commons stellt sich die indigene Lenca-Organisation COPINH aktiv entgegen. Sie kritisiert die Strategien zur Durchsetzung als undemokratisch und gewaltsam und verdeutlicht deren (neo-)kolonialen und extraktivistischen Charakter der Green Grabs. Die dargestellten marktbasierten Klimaschutzstrategien im Zeichen der Green Economy werden als falsche Lösungen und als ‚CO₂lonialismo‘ dechiffriert.

Montag, 27. Januar 2014

Studie über das Wasserkraftwerk Agua Zarca und die Verteidigung des Lenca-Territoriums Río Blanco

Ausführliche Studie über den Konflikt um das Wasserkraftwerk Agua Zarca in der honduranischen Region Rio Blanco.

Downloadlink zum Dokument


Die Studie ist ein leicht veränderter Auszug aus der Diplomarbeit von Magdalena Heuwieser an der Universität Wien mit dem Titel "CO₂lonialismo - Green Grabbing und die Verteidigung indigener Territorien in Honduras"

INHALT:
1. Das Wasserkraftwerk Agua Zarca
2. Beteiligte Firmen und Banken
3. Strategien zur Durchsetzung von Agua Zarca
3.1 Fehlender Free Prior and Informed Consent (FPIC) der indigenen Bevölkerung
3.2 Entwicklungsversprechen
3.3 Illegale Landaneignung
3.4 Delegitimierung des Protests
3.5 Spaltung der Gemeinden
3.6 Einschüchterung, Militarisierung und gewaltsame Unterdrückung
3.7 Kriminalisierung des Protests
4.Fazit
ABKÜRZUNGS-VERZEICHNIS
INTERVIEW-VERZEICHNIS
QUELLEN-VERZEICHNIS

Donnerstag, 14. November 2013

Informe sobre Mineria en Choluteca y Valle,Honduras 2013

Der Bericht wurde von internationalen Menschenrechtsbeobachter_innen im Zeitraum von Juli bis Oktober 2013 erstellt. Anstosß dafür waren die Anfragen verschiedener Dorfgemeinschaften im Zuge der Demonstration gegen Bergbau am 30. Juli 2013 in Nacaome - Jícaro Galán im Departement de Valle.

Während unseres Aufenhaltes im Süden von Honduras stießen wir auf die Problematik des Bergbaus, als ein mittel- oder langfristiger Risikofaktor für den Großteil der Bevölkerung der Departements de Valle und Choluteca. In diesem Kontext standen wir in Verbindung mit Organisationen, lokalen Räten der Wasserversorgung, Dorfräten und Umweltkomitees. Die gesammelten informationen in Treffen und persönlichen Gespräche in den Dörfern dienen als Grundlage für diesen Bericht. Die Daen über die Bergbaukonzessionen kommen von der Organisation CEHPRODEC

Der Bericht umfasst 59 Seiten und ist in Spanisch.

Bericht ansehen oder downloaden


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El informe fue realizado por Observadores/as de Derechos Humanos voluntarios/as en el periodo julio-octubre del 2013, a raíz de las demandas manifestadas por varias comunidades en el marco de la marcha contra la minería del 30 de Junio de 2013 Nacaome - Jícaro Galán en el departamento de Valle.

Durante nuestra Observación en el sur de Honduras descubrimos la problemática minera, como un factor de riesgo a mediano y largo plazo para gran parte de la población de los departamentos de Valle y Choluteca. En este contexto, contactamos personas vinculadas a organizaciones, juntas de agua, patronatos y comités de defensa ambiental, usando las reuniones y entrevistas personales en las comunidades como medio para recopilar los testimonios, elemento base de este informe. Los datos sobre las concesiones mineras provienen de CEHPRODEC.

ver el informe

Mittwoch, 24. Oktober 2012


Infoblatt Community Radios HondurasNPLA Infoblatt Community Radio:  Honduras erschienen

Community Radio als Sprachrohr sozialer Bewegungen

Schon in den 1990er Jahren entstanden in Honduras Community Radios vereinzelt aus den indigenen und afro-honduranischen Bewegungen heraus. Seit dem zivil-militärischen Putsch im Jahre 2009 sind diese gemeinschaftlich organisierten radios comunitarias für viele weitere zivilgesellschaftliche Organisationen zu einem wichtigen Sprachrohr geworden.

Doch partizipative Radios zu organisieren, war und ist keine leichte Aufgabe. Auch wenn die Meinungs- und Pressefreiheit in der honduranischen Verfassung festgeschrieben ist, verhindern die starke Konzentration kommerzieller Medien und die restriktive staatliche Regulierung für nicht-kommerzielle Radios die praktische Einlösung dieser Garantie. Stattdessen sind Repression und Bedrohung an der Tagesordnung...

Text & Fotos von Kathrin Zeiske für NPLA

Download des PDF auf der Seite des Nachrichtenpool Lateinamerika (NPLA)

Dienstag, 14. Dezember 2010

Konflikt und Widerstand in Honduras - ein kurzer Überblick

Die Delegationsreise zur Lage der Menschenrechte und der Demokratiebewegung nach dem Putsch, ist am 5.12. von Deutschland und Österreich aus nach Honduras aufgebrochen. Sie bereist zwei Wochen lang das Land, das am 28.06.2009 durch einen zivil-militärischen Putsch gegen den links-orientierten Präsidenten Manuel Zelaya international Schlagzeilen machte. In zahlreichen Treffen mit ProtagonistInnen des Widerstandes aber auch Organen der Putschregierung werden Informationen zur aktuellen Lage gesammelt. Diese werden der europäischen Öffentlichkeit durch Medien- und Projektarbeit zur Verfügung gestellt.