Donnerstag, 24. Oktober 2019

Chef von Energiefirma Desa soll Mord an Aktivistin Cáceres finanziert haben

Die Familie von Berta Caceres und Copinh machen das Unternehmen
Tegucigalpa. Einer der Angeklagten im Mordfall Berta Cáceres in Honduras hat in seiner Aussage den Präsidenten des Energie-unternehmens Desarrollos Energéticos Sociedad Anónima (Desa), Roberto David Castillo Mejía, schwer belastet: Castillo Mejía habe für den Mord an der indigenen Umwelt- und Menschenrechts-aktivistin Berta Cáceres Geld bezahlt. Dies gab die Generalstaatsanwaltschaft von Honduras im Rahmen der Voruntersuchung gegen Castillo Mejía bekannt, der von der Anklagebehörde als Anstifter des Verbrechens beschuldigt wird. Der Elektroingenieur war Leiter der Desa, als die Koordinatorin des Zivilen Rates für indigene und Basisorganisationen in Honduras (Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras, Copinh) am 3. März 2016 in ihrem Haus im Schlaf erschossen wurde.

Sonntag, 20. Oktober 2019

Bruder von Präsident Hernández in den USA wegen Drogenhandels verurteilt

Daniela Dreißig amerika21
Nach dem Urteilsspruch kam es zu spontanen Protesten in Tegucigalpa 
New York/ Tegucigalpa. Am Freitag ist Juan Antonio "Tony" Hernández, Bruder des amtierenden Präsidenten von Honduras, Juan Orlando Hernández, einstimmig durch ein New Yorker Gericht wegen Drogenhandels in großem Stil für schuldig gesprochen worden. Ihm droht eine Haftstrafe von 30 Jahren und lebenslange Haft. Präsident Hernández wurde in dem zwei Wochen dauernden Prozess mehrmals als "Mitverschwörer" erwähnt.

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Erhielt Präsident von Honduras Gelder aus Drogengeschäft?

Prozess gegen Bruder des Präsidenten in New York fortgesetzt. Belastende Zeugenaussagen. Drogengelder in Wahlkampagne. Juan Orlando Hernández dementiert

Die Brüder Hernández: Juan Antonio "Tony" (links) und Juan Orlando (Kollage)
New York/Tegucigalpa. Der Prozess gegen Juan Antonio "Tony" Hernández, Bruder des honduranischen Präsident Juan Orlando Hernández, ist am Dienstag vor einem New Yorker Bundesgericht
fortgesetzt worden. Ein ehemaliger Beamter der US-Drogenbehörde (DEA), sagte aus, dass er bei einer Befragung im Jahr 2016 bestritten hatte, den Anführer des Kartells "Los Cachiros", Devis Leonel Rivera Maradiaga, getroffen zu haben. Die Zusammenkunft wurde jedoch mit einer versteckten Kamera gefilmt, deren Aufnahmen der DEA übergeben wurden. Dabei wurde über Verträge einer Scheinfirma gesprochen, die zur Geldwäsche genutzt wurde.

Donnerstag, 3. Oktober 2019

Ist Honduras' Präsident in Drogengeschäfte verstrickt?

Podcast SRF vom 2.10.2019

Heute beginnt in New York der Prozess gegen den Honduraner Juan Antonio Hernandez - genannt Tony Hernandez - wegen Drogenschmuggels und Mord. Brisant ist: Tony Hernandez war bis vor kurzem Parlamentsabgeordneter – und er ist der Bruder des Staatspräsidenten Juan Orlando Hernandez.




Zum Beitrag

Du hast die Kugel, wir das Wort

Einweihung Wandbild in Gedenken an Berta Cáceres und Marielle Franco

Freitag, 18.10.2019 ab 19.00 Uhr, Malmöer Str. 29

Foto: Kollektiv CADEHO

Lateinamerika gilt als die gefährlichste Region für Aktivist*innen, die sich für Menschen- und Umweltrechte einsetzen. Jährlich werden hunderte Menschen kriminalisiert, verfolgt oder ermordet, weil sie sich für Landrechte, Umweltschutz oder die Rechte von Minderheiten einsetzen. Die Konflikte finden dort statt, wo Unternehmen Rohstoffe abbauen, Staudämme errichten oder Wälder roden. Auch deutsche Unternehmen und Banken sind häufig daran beteiligt. Aber auch in den Städten Lateinamerikas ist das Engagement gegen Polizeigewalt und Rassismus sowie für Frauen- und Minderheitenrechte oftmals lebensgefährlich. Die Tatbeteiligten und Verantwortlichen bleiben meist straffrei.
Dennoch nehmen zahlreiche Menschen dieses Risiko in Kauf und setzen sich gegen Unterdrückung und Ausbeutung der Gemeingüter zur Wehr, engagieren sich für ihr Recht auf Selbstbestimmung. Oft sind es Frauen, die ganz vorne stehen und dafür ihr Leben riskieren.
Wir laden ein zur Eröffnung des Wandbildes, das Berta Cáceres (1971-2016) und Marielle Franco (1979-2018) gedenkt. Beide waren Aktivistinnen, die aufgrund ihres Engagements ermordet wurden. Beide stehen stellvertretend für die fortdauernde Gewalt, aber auch den Widerstand, der in vielen Teilen Lateinamerikas lebt.
Neben der Vorstellung des Wandbildes gibt es eine Infoveranstaltung mit Llanquiray Painemal (Mapuche-Aktivistin) und Unidos por la Paz (Kolumbien), Essen, Trinken und Musik!
Die Veranstaltung ist Teil des Antikolonialen Monats in Berlin. Weitere Informationen und Veranstaltungen gibt es hier


Am Freitag, 18.10.2019 ab 19.00 Uhr, Malmöer Str. 29, 10439 Berlin veranstalten wir die offizielle Einweihung des Wandbildes mit Informationen, Essen und Musik.


Dienstag, 1. Oktober 2019

Milgen Soto wollte den Wald in Honduras schützen. Dafür musste er sterben

 von Thomas Raabe in amerika21
San Francisco de Locomapa. Der seit dem 23. September vermisste honduranische Umweltaktivist Milgen Idán Soto Ávila ist am vergangenen Samstag tot aufgefunden worden. Soto gehörte zur indigenen Gruppe der Tolupanes und war Mitglied der Umwelt- und Menschen-rechtsorganisation "Breite Bewegung für Würde und Gerechtigkeit" (Movimiento Amplio por la Dignidad y la Justicia, MADJ).

Die Bewegung und die Gemeinden wehren sich gegen den Raubbau an Pinienwäldern sowie die Ausbeutung des Halbmetalls Antimon auf ihrem Territorium in San Francisco de Locomapa im Department Yoro im Norden von Honduras. Mitglieder der Gemeinde fanden Sotos Leichnam genau an der Stelle in einem Erdloch begraben, an der das Unternehmen Inmare bis zum vergangenen Montag den Wald abgeholzt hatte.

Freitag, 27. September 2019

Verzögerungen im Mordprozess Berta Cáceres in Honduras

von Andrea Lammers in amerika21

Die Hintergründe des Mordes an Berta Cáceres sind juristisch noch 
Tegucigalpa. Die für den gestrigen Mittwoch in Honduras angesetzte Vorverhandlung gegen Roberto David Castillo Mejía, einen der mutmaßlichen Anstifter des Mordes an Berta Cáceres, wurde auf den 10. Oktober verschoben. Die indigene Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin war am 2. März 2016 in ihrem Haus erschossen worden.

Die Verteidiger des ehemaligen Geheimdienstoffiziers und CEO des Unternehmens Desarrollos Energeticos S.A. (Desa) hatten kurzfristig die Verschiebung beantragt und die zuständige Richterin gab dem Antrag am angesetzten Verhandlungstag statt. Der Prozess war schon seit fünf Monaten gestoppt gewesen. In dieser Zeit starteten die Verteidiger Castillos eine Medienkampagne, um Berta Cáceres postum zu diskreditieren und Castillo von jeglichem Verdacht reinzuwaschen.

Die Anwälte der Familie von Cáceres vermuten auch jetzt wieder eine bewusste Verzögerungstaktik der Verteidiger.

Mittwoch, 18. September 2019

Kriminalisierung von Umwelt-Protesten in Honduras

Illegaler Tagebau in Guapinol. Ermordung zweier Umweltschützer. Gerichtsprozess gegen weitere Aktivisten

Gegner des illegalen Bergbaus in Honduras bleiben beharrlich
Tegucigalpa. Nur zwei Tage nach dem Besuch einer Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen zu Unternehmen und Menschenrechten in Honduras sind im Departamento Colón die beiden Umweltaktivisten Roberto Antonio Argueta Tejada und José Mario Rivera ermordet worden. Die Mission hatte die Empfehlung ausgesprochen, Verteidiger von Umwelt- und Landrechten besonders zu schützen. Diese seien aufgrund ihrer Opposition gegen ökonomische Projekte zur Ausbeutung ihrer Territorien massiv bedroht. Die beiden Ermordeten waren aktiv im Widerstand gegen das Tagebauprojekt Guapinol der Bergbaufirma Inversiones los Pinares, das von Anfang an starke Konflikte in der Region ausgelöst hatte, weil es ökologische Schäden anrichtet sowie nach Aussage der Anwohner die Flüsse Guapinol und San Pedro verschmutzt und ihre Trindwasserversorgung gefährdet. Bereits 32 Personen wurden aufgrund ihres Widerstands bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, darunter der jetzt ermordete Argueta Tejada.

Montag, 9. September 2019

Die Gewalt gegen Gewerkschafter in Honduras nimmt kein Ende


Honduras steht bei Angriffen auf Gewerkschafter in Lateinamerika an dritter Stelle

Jorge Hernández (stehend) beim Forum "Folgen des Putsches
Am 2. September fand in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa das Forum "Folgen des Putsches für die Menschenrechte"1 mit Schwerpunkt auf die Verletzung der Arbeitsrechte und die Rechte der LGBTI-Gemeinschaft statt. Bei dieser Gelegenheit sprach Georgio Trucci vom lateinamerikanischen Sekretariat der Internationalen Gewerkschaft der Nahrungsmittelarbeiter (Rel-Uita) mit Jorge Hernández über die schwierige Situation.

Jorge Hernández arbeitet im Netzwerk gegen die Gewalt gegen Gewerkschaften (Red contra la Violencia Antisindical), das 2015 gegründet wurde. Auslöser waren die massive Gewalt gegen organisierte Arbeiter und die Straflosigkeit im Land. Seitdem hat das Netzwerk viele Fälle dokumentiert, begleitet und zur Anzeige gebracht.

Dienstag, 3. September 2019

Gewalt, Korruption und Straflosigkeit beherrschen Energieindustrie in Honduras


Bericht über mutmaßlichen Drahtzieher des Mordes an Berta Cáceres wirft Fragen über Rolle von Entwicklungsbanken und Investoren auf
Copinh fordert die Bestrafung der Anstifter des Mordes an 
Washington/Genf. In Honduras hat ein neuer Untersuchungsbericht US-amerikanischer Menschenrechts-organisationen massive Gewalt und Korruption in der Energiewirtschaft von Honduras beklagt. Straftaten bis hin zu Morden an Kritikern blieben weitgehend straffrei, heißt es in dem 28-seitigen Bericht, der sich vor allem mit dem Fall Roberto David Castillo Mejía befasst.


Der Geschäftsmann, Absolvent der US-Militärakademie Westpoint, Ex-Geheimdienstoffizier der honduranischen Armee sowie Ex-Angestellter der staatlichen Energiegesellschaft Enee gilt als einer der Drahtzieher des Mordes an der honduranischen Menschenrechtsverteidigerin und Leiterin der indigenen Organisation Copinh, Berta Cáceres. Castillo war Geschäftsführer des Unternehmens Desarrollos Energéticos S.A. (Desa) und ist offenbar bis heute dessen Aufsichtsratsvorsitzender.