Donnerstag, 23. Juni 2016

Berta Cáceres stand auf der Todesliste des honduranischen Militärs, sagt ein früherer Soldat


Verfasst von Nina Lakhan, veröffentlicht am 21.06.2016 TheGuardian y ElDiario

Eine vom US Spezialkräften trainierte Einheit war mit dem Mord an der Umweltaktivistin, die im März umgebracht wurde, beauftragt, so ein ehemaliger Soldat, der nun um sein Leben fürchtet
Berta Cáceres, Mitbegründerin von COPINH © Goldman Environmental Prize
Berta Cáceres, die ermordete Umweltaktivistin, erschien auf einer Todesliste, die an eine von US-Spezialkräften trainierte Einheit des honduranischen Militärs verteilt wurde; Monate vor ihrem Tod, behauptet ein ehemaliger Soldat.

Nach Oberfeldwebel Rodrigo Cruz, 20, wurden Listen mit Namen und Fotos Dutzender von Aktivist*innen sozialer und Umweltbewegungen, an zwei Eliteeinheiten gegeben mit dem Befehl jeden von der Liste zu eliminieren.

Dienstag, 7. Juni 2016

Doku über COPINH



Doku-Video über die Organisation COPINH

Audio: Die Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres aus Honduras

Berta Cáceres erhielt seit Jahren Morddrohungen, weil sie in Honduras für die Rechte des indigenen Volkes und für Umweltschutz kämpfte. Anfang März wurde sie ermordet.

zum Audiobeitrag auf SWR2

Sonntag, 29. Mai 2016

Aufruf: HondurasDelegation 2016


Hintergrund
Die Menschenrechtslage in Honduras hat sich seit dem Putsch 2009 kontinuierlich verschlechtert. Eingeschränkte Pressefreiheit, Verfolgung und Bedrohung von Menschenrechtsverteidiger*innen, Journalist*innen, Anwält*innen, LGTBI-Aktivist*innen und Umweltaktivist*innen gehören zum Alltag. Verletzungen der Menschenrechte werden durch strukturelle Schwächen und Korruption im Justiz- und Sicherheitsapparat sowie strukturelle Diskriminierung und Marginalisierung insbesondere von indigenen Bevölkerungsgruppen gefördert. Eines der größten Probleme in Honduras ist die Straflosigkeit, die sich sowohl auf die allgemeine schlechte Sicherheitslage auswirkt, aber besonders im Hinblick auf die Menschenrechtslage im Land fatal ist. Seit dem Putsch wird eine neoliberale Politik des Ausverkaufs der Ressourcen des Landes vorangetrieben, die vor allem die Landrechtsfrage in den Mittelpunkt stellt und zu permanenten Vertreibungen der ländlichen und indigenen Bevölkerung im ganzen Land führt. In Folge des Putsches haben Gesetzesänderungen dazu geführt, dass über 500 Konzessionen für Bergbauprojekte und Wasserkraftwerke vergeben wurden. Die Vergabe der Konzessionen findet ohne Zustimmung der betroffenen Bevölkerung statt und die von Honduras 1995 ratifizierte ILO-Konvention 169 zum Schutz der indigenen Bevölkerung wird nicht eingehalten. Indigene und ländliche Gemeinden kämpfen um den Erhalt ihrer Lebensgrundlage, d.h. um Land und Zugang zu Wasser. Dabei sind sie der Willkür von Unternehmen und staatlicher Repression ausgesetzt. Ein Beispiel der extremen Kriminalisierung und Repression ist der Widerstand der indigenen Organisation COPINH gegen das Staudammprojekt Agua Zarca, infolge dessen im März dieses Jahres die Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres von COPINH ermordet wurde. Indigene Bewegungen und Menschenrechtsaktivist*innen in Honduras benötigen heute mehr denn je zuvor eine internationale Öffentlichkeit und internationale Solidarität, um einen Mindestschutz vor der Willkür des Staates zu bekommen.

Die Lernreise:
Mit der Lernreise soll eine freundschaftliche und persönliche Basis zwischen journalistischen und gesellschaftlichen Multiplikator*innen in Deutschland und unterschiedlichen Akteur*innen der sozialen Bewegungen in Honduras geschaffen bzw. vertieft werden.  Eine langfristige solidarische Zusammenarbeit soll gefestigt werden, um sich gemeinsam für eine gerechte Welt im Süden wie im Norden einzusetzen.
Die Reise soll dazu beitragen, in Deutschland über die Menschenrechtslage zu informieren. Als Ergebnis der Reise sollen Artikel, Publikationen und eine Fotoausstellung entstehen. Die Teilnehmenden werden auf öffentlichen Veranstaltungen über die Situation berichten und das Recherchematerial bearbeiten und veröffentlichen.

Wir suchen:
-        Menschenrechtsaktivist*innen, Umweltaktivist*innen, Anwält*innen, die an Themen der indigenen Bewegungen, Landrechte, Großprojekte interessiert sind und nach der Reise öffentliche Veranstaltungen mit uns durchführen
-        Journalist*innen (Print, Radio, TV), die Beiträge der Reise veröffentlichen
-        Gruppen in ganz Deutschland, die Diskussionsveranstaltungen, Seminare und Workshops zur Menschenrechtssituation in Honduras organisieren
Voraussetzungen:
-        Interesse an Menschenrechtsarbeit
-        Interesse an politischer Berichtserstattung
-        Gute Spanischkenntnisse
-        Teilnahme an Vor- und Nachbereitungsseminaren (2 zweitägige Vorbereitungsseminare im Sommer und September 2016, 1 Nachbereitungsseminar im Februar 2017)
Kosten:
  • Flugkosten (evtl. gibt es einen Zuschuss für die Flugkosten)
  • ca. 700 EUR (Vor- und Nachbereitung, Aufenthalt im Land)

Mehr Informationen / Kontakt:
Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e. V.
Ansprechpartnerinnen: Andrea Lammers (Ökumenisches Büro, elsal@oeku-buero.de), Rita Trautmann (HondurasDelegation, rita-ded@gmx.net)

Mittwoch, 25. Mai 2016

Berta Cáceres in Koordination mit der Gemeinde San Antonio gegen das Wasserkraftwerk El Tigre

Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm "Land unter Strom - Staudämme - Millionengewinne auf Kosten von Menschen und Natur" von Zwischenzeit-Münster. 2006

Freitag, 13. Mai 2016

Audio: Menschenrechtsverbrechen in Honduras: Wer steht dahinter?


von Jutta Blume

zum Audiobeitrag bei Radio onda

Am 3.März 2016 wurde in Honduras Berta Cáceres, eine der bekanntesten Menschenrechtsaktivistinnen ermordet. Die Ermittlungen verliefen bislang schleppend, nun hat die Staatsanwaltschaft vier Tatverdächtige festnehmen lassen. Mitglieder der Indigenenorganisationen COPINH, deren Koordinatorin Berta Cáceres war, sind aber der Meinung, dass es sich bei den Festgenommenen allenfalls um die materiellen Täter, nicht aber um die Auftraggeber des Mordes handelt.

Foto: HondurasDelegation

Mittwoch, 11. Mai 2016

Erneut Repression friedlicher Proteste in Honduras

von Daniela Dreißig veröffentlicht in amerika21
Tegucigalpa. Mit Tränengas und Wasserwerfern sind in den frühen Morgenstunden des 9. Mai Polizei und Militär gegen circa 150 unbewaffnete und friedlich Demonstrierende des Zivilen Rates der Basis- und indigenen Organisationen von Honduras (COPINH) vorgegangen.

"Wir fordern den sofortigen Stopp des Agua Zarca-Projekts"
Bei Protesten vor dem Präsidentensitz in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa wurden sechs COPINH-Aktivisten vorübergehend festgenommen. Die bewaffneten Kräfte schlugen mit Schlagstöcken auf die Demonstrierenden ein. Mehrere Verletzte mussten im Krankenhaus behandelt werden. Auf Häusern rund um das Geschehen hatten sich nach Aussagen einer internationalen Menschenrechtsorganisation Scharfschützen postiert. Im Zuge des weiteren Vorgehens gegen die Protestierenden wurden auch zwei Minderjährige festgenommen. In einer Pressekonferenz erklärte der Koordinationsminister der Regierung von Präsident Juan Orlando Hernández, Jorge Hernández Alcerro: "Wir werden weder gewalttätige Proteste noch Ausländer, die zur Gewalt aufhetzen, dulden."
 

Montag, 9. Mai 2016

Seminar: Honduras: Imperiale Lebensweise vs. Verteidigung der Gemeingüter

11.06. Berlin 
Eintägiges Seminar zu Green Economy, Modellstädten, Extraktivismus und dem Widerstand dagegen 
 
In der zentralamerikanischen ehemaligen "Bananenrepublik" Honduras verdichten sich seit dem zivil-militärischen Putsch 2009 wie unter einem Brennglas extreme Regierungs- bzw. Staatskrisen und extreme, privatwirtschaftliche "Lösungsvorschläge":