Von Giorgio Trucchi – Rel-UITA
Übersetzung: Oskar Schmid
Nachdem er seinen Entführern entkommen war und noch immer physisch und
psychisch erschöpft von der Grenzerfahrung der letzten 48 Stunden, ist es
Juan Ramón Chinchilla, einem der Anführer der Vereinigten Bauernbewegung
von Aguán (MUCA) und der Nationalen Widerstandsfront (FNRP) gelungen, von
einem geheimen Ort in Honduras mit Sirel zu sprechen.
Freitag, 14. Januar 2011
Dienstag, 11. Januar 2011
Veranstaltung in München am 14.01.2011
Bericht zur Lage nach dem Putsch in HondurasAm 14.01.2011 um 20:00 Uhr im Kulturladen Westend, Ligsalzstraße 44
Entführter Aktivist in Bajo Aguàn wieder frei.
Der in Bajo Aguán entführte Juan Chinchilla ist im Laufe des heutigen Montags wieder freigelassen worden.
Am Samstag Abend wurde Juan Chinchilla in Bajo Aguàn von Unbekannten entführt als er sich gerade mit seinem Motorrad auf dem Weg nach Hause befand. Kurz vor seinem Verschwinden telefonierte er mit seiner Familie und informierte diese über ein Auto und ein Motorrad, welche ihn verfolgten. Als sich mehrere Personen zum Ort des Geschehens begaben, fanden diese nur das Motorrad von Juan Chinchilla, auf welches mehrere Schüsse abgefeuert wurden.
Montag, 3. Januar 2011
Die Delegationsreise ist beendet und nun beginnt die Nachbereitung.
Auf diesem Blog wird es auch weiterhin Informationen zu Honduras geben.
Außerdem werden wir über die verschiedenen Nachbereitungsprojekte informieren und Termine und Veranstaltungen ankündigen.
Danke an alle die in den zwei Wochen fleißig mitgelesen haben und die informationen weiterverbreitet haben.
Wir sind weiterhin unter der email hondurasblog2010@gmail.com erreichbar.
Das Spendenkonto besteht auch weiterhin und es wäre natürlich super, wenn noch ein bisschen mehr Geld für Nachbereitungsprojekte zusammen kommt.
Ökumenisches Büro
Konto-Nr. 5617 62 58
Stadtsparkasse München
BLZ: 701 500 00
Verwendungszweck: Honduras-Delegation
IBAN: DE65 7015 000 056 1762 58
SWIFT-BIC: SSKMDEMM
Auf diesem Blog wird es auch weiterhin Informationen zu Honduras geben.
Außerdem werden wir über die verschiedenen Nachbereitungsprojekte informieren und Termine und Veranstaltungen ankündigen.
Danke an alle die in den zwei Wochen fleißig mitgelesen haben und die informationen weiterverbreitet haben.
Wir sind weiterhin unter der email hondurasblog2010@gmail.com erreichbar.
Das Spendenkonto besteht auch weiterhin und es wäre natürlich super, wenn noch ein bisschen mehr Geld für Nachbereitungsprojekte zusammen kommt.
Ökumenisches Büro
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Montag, 20. Dezember 2010
3. Pressemitteilung der Menschenrechtsdelegation Honduras
Kritik an EU-Unterstützung für Regime Lobo in Honduras
Tegucigalpa, 20.12.2010
Die deutsch-österreichische Menschenrechtsdelegation nach Honduras beschließt heute ihre Reise mit einer Pressekonferenz in Tegucigalpa. Das Resumé über die de facto-Regierung Porfirio Lobo fällt negativ aus; die politische und finanzielle Unterstützung Deutschlands und der Europäischen Union werden scharf kritisiert; speziell das PASS-Programm zur Stärkung des honduranischen Sicherheitssektors.
Samstag, 18. Dezember 2010
12. Tag - Offizielle Wahrheitskomission, Sängerin Karla Lara, Doku Transsexuelle in Honduras
Offizielle Wahrheitskommission
Im Büro der „Comisión de la Verdad y Reconciliación” (Wahrheits- und Versöhnungskommission) werden Teilnehmende der Delegation von Kommissions-Exekutivsekretär Sergio Menbreno und den MitarbeiterInnen Martha Savillón, Antonio Delgado, Veronica Puentes und Judi Mora empfangen. Diese offizielle Kommission wurde beim Amtsantritt Pepe Lobos einberufen und ist Teil seiner sog. Regierung der Versöhnung. Spannend ist, dass dieses Jahr somit zwei Wahrheitskommissionen in Honduras eingerichtet wurden: Die „Comisión de la Verdad“ und die alternative „Comisión de Verdad“.
Donnerstag, 16. Dezember 2010
11. Tag - Deutsche Botschaft, EU-Vertretung, COFADEH, Liberale im Widerstand
Deutsche Botschaft: Der Putsch muss aufgearbeitet werden, Lobo aber ist zu unterstützen
Am Morgen traf sich die Delegation zu einem Gespräch mit Karl-Heinz Rode, dem deutschen Botschafter in Honduras. Dieser trat sein Amt wegen dem Putsch nicht wie vorgesehen im Juli 2009 an, ist aber seit dem Amtsantritt Lobos Ende Januar 2010 als offizieller Vertreter der Bundesregierung in Tegucigalpa. Als solcher "unterstützt er die Regierung Lobo", obwohl er die Wahlen für kritisierungswürdig hält; aber letztendlich wäre "die Regierung trotzdem eine Chance des Übergangs zur Demokratie". Er rechtfertigt die Wiederaufnahme der Beziehungen vor allem mit der krassen Armut in Honduras und damit, dass man als großer Geldgeber des von finanzieller Entwicklungshilfe abhängigen Landes nicht mehr als ein halbes Jahr die Finanzen einfrieren könne. Berichte über die fatale Situation der Menschenrechte schickt Rode regelmässig nach Berlin. Im Juni wird eine Regierungsdelegation aus Deutschland erwartet, um die Entwicklungszusammenarbeit ab 2011 zu planen (Bildung, Unterstützung von Klein- und Mittelindustrie & Ressourcenschutz).
Am Morgen traf sich die Delegation zu einem Gespräch mit Karl-Heinz Rode, dem deutschen Botschafter in Honduras. Dieser trat sein Amt wegen dem Putsch nicht wie vorgesehen im Juli 2009 an, ist aber seit dem Amtsantritt Lobos Ende Januar 2010 als offizieller Vertreter der Bundesregierung in Tegucigalpa. Als solcher "unterstützt er die Regierung Lobo", obwohl er die Wahlen für kritisierungswürdig hält; aber letztendlich wäre "die Regierung trotzdem eine Chance des Übergangs zur Demokratie". Er rechtfertigt die Wiederaufnahme der Beziehungen vor allem mit der krassen Armut in Honduras und damit, dass man als großer Geldgeber des von finanzieller Entwicklungshilfe abhängigen Landes nicht mehr als ein halbes Jahr die Finanzen einfrieren könne. Berichte über die fatale Situation der Menschenrechte schickt Rode regelmässig nach Berlin. Im Juni wird eine Regierungsdelegation aus Deutschland erwartet, um die Entwicklungszusammenarbeit ab 2011 zu planen (Bildung, Unterstützung von Klein- und Mittelindustrie & Ressourcenschutz).
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10. Tag - COPINH, La Esperanza
Heute fuhren wir nach La Esperanza im Westen von Honduras, um dort die Indígena-Organisation COPINH zu besuchen. Diese 1993 gegründete Organisation ist Teil der nach dem Putsch entstandenen Widerstandsbewegung. Die Kämpfe der Organisation drehten sich von Anfang an um die Verteidigung der natürlichen Ressourcen und die Gemeingüter in der Region. So wurden kommunitäre Landtitel erkämpft, der Bau von Staudamm- und Minenprojekten verhindert. Durch eine Besetzung des Nationalkongresses wurde 1994 erzwungen, dass Honduras die Konvention 169 der ILO unterzeichnete, die bislang einzige internationale Norm, die Indigenen rechtsverbindlichen Schutz und Anspruch auf eine Vielzahl von Grundrechten garantiert.
Mittwoch, 15. Dezember 2010
9. Tag - Zacate Grande
Heute fuhr die Delegation nach Zacate Grande, einer Halbinsel im Süden des Landes. Dort gibt es einen Konflikt zwischen der einheimischen Bevölkerung und verschiedenen einflussreichen GroßgrundbesitzerInnen, unter anderem Miguel Facussé, welcher auch für die Räumungen und Morde in Bajo Aguán verantwortlich gemacht wird. Im Gegenteil zum Konflikt in Bajo Aguán geht es in Zacate Grande allerdings nicht um agrarökonomische Interessen sondern um eine Landnutzung für den Tourismus.
Auf dem Weg nach Puerto Grande, einem Dorf in der Region, in dem die Delegation das kommunale Radio "Voz de Zacate Grande" (Stimme von Zacate Grande) besuchen wollte, erreichte sie die Meldung, dass es in Coyolito, einem nahe gelegenem Dorf, auf Grund eines Räumungsbefehls zu einer Festnahme durch Polizeieinheiten kam und die TeilnehmerInnen der Delegation wurden gebeten, direkt dort hin zu fahren.
Dienstag, 14. Dezember 2010
Konflikt und Widerstand in Honduras - ein kurzer Überblick
Die Delegationsreise zur Lage der Menschenrechte und der Demokratiebewegung nach dem Putsch, ist am 5.12. von Deutschland und Österreich aus nach Honduras aufgebrochen. Sie bereist zwei Wochen lang das Land, das am 28.06.2009 durch einen zivil-militärischen Putsch gegen den links-orientierten Präsidenten Manuel Zelaya international Schlagzeilen machte. In zahlreichen Treffen mit ProtagonistInnen des Widerstandes aber auch Organen der Putschregierung werden Informationen zur aktuellen Lage gesammelt. Diese werden der europäischen Öffentlichkeit durch Medien- und Projektarbeit zur Verfügung gestellt.
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