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Donnerstag, 18. August 2022

Vallecito, 15. August

Delegationsbericht 5

Heute brechen wir zu einem kleinen Wochenendausflug ans Meer auf. Die Ladefläche des Pick-Ups wird mit dem Motor fürs Boot und einer Menge Kinder beladen, auch in der Fahrerkabine sitzen wir dicht gedrängt, zwei Motorräder ergänzen die kleine Reisegruppe. Wir fahren durch zwei unscheinbare Betonpfosten hindurch. Diese markieren die Grenze des Gebiets, das 2012 von den Garífuna mit einem Camp wieder in Besitz genommen werden konnte. Dahinter liegt das Gebiet, das sich Drogenhändler angeeignet hatten. Hier stehen die Schule und ein großer, offener Versammlungsraum. Der Weg führt an einer ehemaligen Start- und Landebahn der Drogenhändler entlang, auf der nun junge Kokospalmen wachsen. Drei Krater mit einem Durchmesser von etwa fünf bis sechs Metern sind die Hinterlassenschaft einer Bombardierung dieser Piste durch die Regierung im Jahr 2014. Eigentlich war die Zerstörung im Sinne der Garífuna, nur wurden die im Camp Anwesenden an dem Tag von der Aktion der Regierung überrascht, niemand hatte sie zuvor informiert, wird uns berichtet. Schließlich erreichen wir die Lagune, die hinter dichter Vegetation versteckt liegt. Dort, wo das Boot von Vallecito liegt, wird gerade ein neues Haus gebaut. Dort wird bald eine Familie einziehen, die sich dem Fischfang widmen wird.


Überreste einer Eisenbahnbrücke
aus der Zeit der Bananengesellschaften

Mittwoch, 17. August 2022

Vallecito, 12. und 13. August

Delegationsbericht 4

Nach 13 Stunden Fahrt in klapprigen gelben Bussen und auf einem Pick-up erreichen wir Vallecito, das „gelobte Land“ der Garífuna. Faya heißt es in deren Sprache, ein Wort, das unsere Mitreisenden mit dem Terminus „navegantes“ verbinden, Seefahrer, die von überall her Reisen auf Lagunen und Meer unternehmen. Das passt gut, denn Faya ist eine Gemeinde mit noch wenigen ständigen Bewohner*innen – bisher leben nur 52 Personen das ganze Jahr über hier. Die meisten, die hier temporär mit anpacken, kommen aus verschiedenen Garífuna- und gelegentlich auch Miskito-Gemeinden entlang der honduranischen Atlantikküste. Wir fühlen uns an diesem Spätnachmittag nicht so ganz wie elegant übers Wasser herbeigleitende navegantes, eher wie ordentlich durchgeschüttelte naufragados, Schiffbrüchige, die nach dem Weg durch ein endloses Meer dunkelgrüner Ölpalmen, die Orientierung verloren haben und endlich auf einer lichten Insel landen. Als ein bewaffneter Soldat uns das Eisentor öffnet, tut sich eine andere Welt auf: Eingerahmt von dichtem Mischwald eine riesige freie Fläche, darauf hunderte Kokospalmen in den verschiedensten Größen, schließlich ein Feld mit Yucca-Pflanzen und die ersten Häuser: Gemeinschaftsküche mit Gemüsegarten, Lagerhaus mit Solarpanel auf dem Dach, eine Reihe Latrinen und die pila, das Wasserreservoir mit Schrubbbrettern zum Wäschewaschen. Wer nach Vallecito kommt, erhält alles Nötige von der Gemeinschaft. Es gibt hier keinen Laden, also auch kein Anschreiben von Schulden, keinen Alkoholverkauf, keine Softdrinks und schon gar keine fettigen Snacks in kleinen Plastiktüten, mit denen die Palmöl-Produzenten mächtig Umsatz machen. Solange mensch nicht nach draußen muss, spielt Geld in Faya keine allzu große Rolle. Die meisten, die hier herkommen, arbeiten unentgeltlich mit, Fachpersonal und einige wenige Arbeiter, die zum Beispiel helfen, die Flächen mit den Kokospflanzungen frei zu halten, werden von OFRANEH bezahlt.

 
'Herzlich Willkommen in Faya'


Einen der ganz großen Faya-Enthusiasten lernen wir gleich am nächsten Morgen kennen: Idner Gutierrez, Agraringenieur und Garifuna-Traditionalist aus dem Nachbardorf Punta Piedra zeigt uns die Anzucht von Gemüsepflanzen, die Produktion von biologischen Insektiziden und von Flüssigdünger in großen blauen Plastiktonnen und vor allem sein Spezialgebiet, den Yucca-Anbau. Auf einer großen Expertimentierfläche baut Idner mit Hilfe der Schulkinder, die hier praktischen Unterricht bekommen und von Helfer*innen, die Unmengen Beikräuter zu jäten haben, dreißig Sorten der nahrhaften Wurzeln an. Wir testen zuerst die bittere Variante, die wir wir wegen des hohen Zyanidgehaltes sofort wieder ausspucken. „Keinesfalls runterschlucken!“ warnt uns Idner. Diese Sorte dient ausschließlich der Produktion von Cassaba, einer Art Knäckebrot aus dem Mehl der Yucca-Wurzeln. Cassaba wird sehr aufwendig hergestellt und ist auch im hiesigen Klima mit etwa 32 Gras Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit lange haltbar. Als nächstes zieht Idner ein großes Knollenbündel der süßen Yucca-Variante aus dem Boden. „Die hier ist noch nicht ganz ausgereift“, sagt er stolz, „aber sie hat schon mehr als die vier Pfund Ertrag, die im Durchschnitt von einer Yucca-Pflanze erwartet werden.“ Im September werden die Knollen von 1.500 Pflanzen für die Cassaba-Herstellung geerntet werden. Idners Ehrgeiz ist, alte Sorten für die nachkommenden Generationen zu erhalten. Vielleicht entstehe durch Kreuzungen auch mal eine neue Sorte, die Yucca Faya. „Das wäre auch ein schönes Projekt für eine Doktorarbeit.“

Sonntag, 7. August 2022

Delegationsreise an die Nordküste von Honduras auf Einladung von OFRANEH


„Der Reichtum der Garífuna ist das Land, das Meer, das Wasser. Wir haben nie irgendwelche Unternehmen gebraucht, um uns selbst zu erhalten.“ (Aurelia Arzú)

Delegationsreise an die Nordküste von Honduras auf Einladung von OFRANEH


Berichterstattung ist ein wichtiger
Bestandteil jeder unserer Delegaionsreisen


Jetzt werden wir an dieser Stelle „Buiti binafi“ (Buenos días, guten Tag) sagen, denn im August reist eine kleine Gruppe von Menschenrechtsbeobachter*innen und Journalist*innen an die Atlantikküste des zentralamerikanischen Landes. Drei Wochen lang dürfen wir dort bei der afro-indigenen Organisation OFRANEH (Organización Fraternal Negra de Honduras) in verschiedenen Garífuna-Gemeinden verbringen. 

Dienstag, 13. Oktober 2020

Globales Klima – lokale Kämpfe

Wie können lokale Strategien für Klimagerechtigkeit global verknüpft werden?



Klimagerechtigkeit ist ein globales Konzept, aber was bedeutet es konkret? Welche Herausforderungen bringt es für Deutschland und für den globalen Süden mit sich? Wie können wir uns gegenseitig unterstützen?

Nach einführenden Inputs aus Süd- und Nordperspektive lernen wir konkrete Strategien des Widerstandes und Alternativen zum neoliberalen klimaschädlichen Wirtschaftsmodell am Beispiel der afro-indigenen Garífuna in Honduras kennen.

Als eine Strategie der Solidarität möchten wir unsere Solidaritätsreisen vorstellen und mit Euch diskutieren, wie wir durch Menschenrechtsbegleitung vor Ort und anschließende Öffentlichkeitsarbeit, lokale Umweltaktivist*innen vor Ort unterstützen können.

Das Seminar richtet sich zum einen an Menschen, die sich zu lokalen Klimakämpfen informieren und austauschen möchten.

Zum anderen richtet es sich an Personen, die Interesse an einer Solidaritätsreise nach Honduras im Sommer 2021 haben.

Zeit
30.10.2020, 16.30 -20.00 Uhr
31.10.2020, 10:00 – 18:00 Uhr
01.11.2020, 10:00 – 15:00 Uhr

Es können auch ausgewählte Teile als Online – Veranstaltung besucht werden.

Teilnahmegebühr für das gesamte Seminar inkl. Vollverpflegung: 10 EUR

Anmeldung bis: 23.10.2020 / steffi.wassermann@fdcl.org

Veranstalter: 
Hondurasdelegation

Dienstag, 9. Juni 2020

Online-Seminar der HondurasDelegation


Vallecito – Ort des Kampfes und der Hoffnung

Miriam Miranda (OFRANEH) berichtet über die aktuellen Kämpfe der afro-indigenen Garífuna

Dienstag, 16. Juni 2020, 19 – 20:30 Uhr 

Miriam Miranda, Koordinatorin OFRANEH
Die afro-indigenen Garífuna in Honduras sind seit 1978 organisiert. Ihre Organisation OFRANEH unterstützt die Gemeinden unermüdlich im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen, Landraub, Rassismus und Korruption. Denn das Gebiet, das die Garífuna bewohnen, ist von Staat und Unternehmen heiß begehrt. Die Atlantikküste von Honduras ist attraktiv für Tourismusprojekte, Sonderentwicklungszonen (sogenannte Modellstädte) und für die Agrarindustrie.

Miriam Miranda ist Koordinatorin von OFRANEH und setzt sich mit ihrer Organisation seit 30 Jahren für die Rechte der Garífuna ein. Und sie arbeitet gemeinsam mit ihren Mitstreiter*innen an der Verwirklichung einer Vision vieler Garífuna: Inmitten von Ölpalmplantagen bauen sie die autonome und selbst verwaltete Gemeinde Vallecito auf und pflanzen dort Kokospalmen. „Die Arbeit in Vallecito ist eine konkrete Strategie, unser Territorium zu verteidigen und zum Erhalt der Kultur der Garífuna beizutragen“, sagt Miriam Miranda.

Samstag, 21. Dezember 2019

Solidaritätsreise Honduras 2020


Verteidigen wir Vallecito: Kampagne für Solidarität und internationale Unterstützung für die Garífunagemeinde Vallecito in Honduras
Unsere Solidaritätsreise 2020 nach Honduras findet auf Einladung und in Kooperation mit der Organización Fraternal Negra Hondureña, OFRANEH, statt. OFRANEH tritt seit über 40 Jahren für kulturelle und Landrechte der indigenen Garífuna-Bevölkerung ein, deren traditionellen Territorien an der Nordküste von Honduras liegen. Die Garífuna sind Nachfahren afrikanischer Versklavter und Arawak-Indigener, die Ende des 18. Jahrhunderts von der Karibikinsel St. Vincent an die zentralamerikanische Küste deportiert wurden. Sprache, Tänze und Musik der Garífuna wurden im Jahr 2001 von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. In Honduras werden die Landrechte der Garífuna jedoch durch korrupte staatliche Behörden und externe wirtschaftliche Interessen bedroht. Tourismusprojekte, der Anbau von Ölpalmen, Viehwirtschaft, Wasserkraft- und andere Energieprojekte werden illegal durchgesetzt. Zudem sind Drogenkartelle in der Region aktiv. Für sie stellt die honduranische Küste einen wichtigen Handelsweg dar.

OFRANEH organisiert und verteidigt die Gemeinden gegen diese Interessen. Radiostationen in verschiedenen Garífuna-Gemeinden leisten dabei wichtige Informationsarbeit. Weitere Schwerpunkte der Arbeit von OFRANEH sind die Auseinandersetzung mit Genderfragen sowie mit der Klimakrise, von der die Menschen an der honduranischen Küste besonders betroffen sind.

Donnerstag, 28. November 2019

Menschenrechtspreis der Friedrich-Ebert-Stiftung an Miriam Miranda

Preisverleihung am 27.11.2019 in Berlin

Foto/Grafik: https://www.fes.de/menschenrechtspreis

Die Friedrich-Ebert Stiftung würdigt mit der Verleihung des Menschenrechtspreises 2019 Miriam Mirandas Lebenswerk sowie ihr anhaltendes Engagement für die Rechte des Volkes der Garífuna und des Umweltschutzes ... weiterlesen

Videoporträt

Audiomitschnitt zur Festrede (Original)

Audiomitschnitt zur Festrede (deutsch)

Miriam Miranda - Die Rebellin der Karibikküste

Herzlichen Glückwunsch!!!



Samstag, 6. Juli 2019

Rebellisches Manifest der Frauen von Honduras

Im rebellischen Territorium der Garifuna in Vallecito, Iriona, Colón, Honduras, umgeben von Elementen der Natur, die Leben und Hoffnung derjenigen nähren, die wir hier zusammengekommen sind, haben sich mehr als 1200 Frauen und 350 Kinder getroffen und erfahren, dass das Leben und die Worte nicht aufzuhalten sind. Sie kamen aus Choluteca, El Paraíso, Copan, Olancho, Valle, Francisco Morazán, Gracias a Dios, Colón, Yoro, Cortes, Atlántida, Intibucá, Lempira, La Paz, Comayagua und Santa Bárbara.

Donnerstag, 11. September 2014

Die Macht der Kartelle

Seit dem Putsch im Jahr 2009 hat der Drogenhandel zwischen den Anbaugebieten in Südamerika und dem Markt in den USA in Honduras an Bedeutung gewonnen. Die Drogenkartelle konnten sich zwischen korrumpierten Staatsinstitutionen und einer Wirtschaftsoligarchie, die über Leichen geht, etablieren.

von Kathrin Zeiske, erschienen in der jungle world

Fast drei Jahre nach dem Mord an ihrem Mann hat Hilda Caldera nachgefragt, welche Ermittlungsergebnisse die Staatsanwaltschaft inzwischen vorweisen könne. Alfredo Landaverde, Chef der Nationalen Antidrogenbehörde (DNL) von Honduras und unermüdlicher Kämpfer gegen die Korruption, war im Dezember 2011 ermordet worden. Seine Witwe, Hilda Caldera, überlebte schwerverletzt die Schüsse der Auftragsmörder auf den Wagen ihres Mannes. Es gebe keine Ermittlungsergebnisse, so die lakonische Antwort der Behörden. Kurz vor seinem Tod hatte Landaverde öffentlich die enge Zusammenarbeit zwischen Politikern, Polizei und Drogenbossen in Honduras angeprangert. »Mit dem Mord an Landaverde setzte der Drogenhandel in Honduras eindeutige Zeichen«, sagt Edgar Soriano, ein honduranischer Analytiker, mit blick auf die historischen wie aktuellen Fakten. »Es war eine klare Ansage: Mischt euch nicht ein.«

Freitag, 25. Juli 2014

Eilaktion von Amnesty: Afro-honduranische Gemeinschaft in Gefahr

Am 17. Juli wurden Angehörige der afro-honduranischen Gemeinschaft der Garífuna im Nordosten von Honduras von bewaffneten Männern entführt und mehrere Stunden lang festgehalten. Unter ihnen befand sich auch die Menschenrechtlerin Miriam Miranda. Zuvor hatten sie eine illegale Landebahn auf dem Territorium der Garífuna entdeckt, die zum Drogenschmuggel benutzt wird. Es besteht nach wie vor große Sorge um ihre Sicherheit.

Am frühen Morgen des 17. Juli begaben sich mehrere Angehörige der afro-honduranischen Gemeinschaft der Garífuna, darunter auch die Menschenrechtlerin Miriam Miranda, in ein entlegenes Gebiet auf dem Territorium der Garífuna in Vallecito im Departamento Colón. Dort wurde die Gruppe von vier schwerbewaffneten Männern gefangengenommen. Bei einem vorhergehenden Ausflug in dieses Gebiet war der Gemeinschaft aufgefallen, dass eine illegale Landebahn, die früher zum Drogenschmuggel genutzt und von der Armee im Januar 2014 zerstört worden war, gerade wieder aufgebaut wird. Miriam Miranda sagte gegenüber Amnesty International, dass die Angreifer sie durchsuchten, ihre Mobiltelefone an sich nahmen und drohten, sie zu töten. Als die Angreifer erfuhren, dass sich in der Gegend noch weitere Angehörige der Gemeinschaft aufhielten, die die Entführung bemerken und Hilfe holen könnten, riefen sie ihren Anführer an. Kurz darauf erschien ein Wagen mit weiteren Männern. Nach längeren Verhandlungen kamen alle Entführten vier Stunden später frei.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Eilaktion von Amnesty zu der Entführung von Garifuna-Aktivisten in Vallecito

Am 17. Juli wurden mehrere Angehörige der Garifuna-Organisation OFRANEH in Vallecito im Norden von Honduras für mehrere Stunden entführt und bedroht. Die schwerbewaffneten und vermummten Entführer arbeiten laut OFRANEH für das organisierte Verbrechen. Unter den am 17. Juli Entführten befand sich auch die Generalkoordinatorin der Organisation, Miriam Miranda.

Text der Eilaktion von Amnesty International auf Englisch

Meldung über die Ereignisse in Vallecito auf deutsch

Freitag, 14. September 2012

FÜNFTES UPDATE Eilaktion: Durchbruch bei Landvermessungsaktion in Vallecito, Honduras

Durchbruch bei Landvermessungsaktion in Vallecito, Honduras
Die Direktorin der Garífuna-Organisation OFRANEH Miriam Miranda schrieb gestern Abend:

"In diesem Moment sind wir mit unserem Kampf vorangekommen. Wir haben die Neuvermessung des Landes der fünf landwirtschaftlichen Kooperativen der Garífuna in Vallecito fast abgeschlossen - Land, dass die Witwe des Großgrundbesitzers Reynaldo Villalobo besetzt hielt.

Der Kampf geht aber weiter, weil wir nun gegen diese Person einen Räumungsbefehl vor Gericht erwirken müssen.

Auf diesem Land planen wir, die erste Garífuna-Universität von Honduras zu errichten.

Der Landvermessungsprozess ist noch nicht ganz beendet, da bekommen die Garífuna schon Morddrohungen! Der Sicherheitsdienst von Villalobos Witwe sagte, dass ab morgen (Freitag) alle Garífuna, die die Stadt Icotea betreten, umgebracht würden. (Icotea ist die Nachbarstadt und Wohnort der Witwe. Es ist eine Nicht-Garífuna Stadt, die die BewohnerInnen von Vallecito  auf Reisen durchqueren müssen, wo sie Lebensmittel kaufen und die sie in Notfällen aufsuchen).

OFRANEH schickt tief empfundenen Dank an alle Personen und Organisationen, in Honduras und international, die geholfen haben, diesen ersten Schritt zu erreichen."

Natürlich hängt es nun wieder von den Behörden ab, wie schnell der Räumungsbefehl gegen die Witwe erwirkt wird, was wiederum davon abhängt, wie gut OFRANEH den Druck auf die zuständigen Stellen aufrechterhalten kann.

Wir danken an dieser Stelle ebenfalls für die Beteiligung und melden uns zu gegebener Zeit wieder.

Mittwoch, 5. September 2012

DRITTES UPDATE Eilaktion: Paramilitärs bedrohen Landvermessungsaktion in Vallecito, Honduras


Nachdem in der letzten Woche, die geplante Landvermessung in Vallecito nicht durchgeführt wurde (Hintergundbericht der JournalistInnendelgation), haben sich Delegierte der Garífuna-Organisation OFRANEH (Organización Fraternal Negra Hondureña) am Montagabend (03.09.) mit Präsident Porfirio Lobo in Tegucigalpa getroffen. Es wurde vereinbart, dass die Vermessung der Ländereien in Vallecito noch in dieser Woche stattfinden soll. Das Landstück, welches, den lokalen Garífuna-Kooperativen tituliert wurde, wird weiterhin von der Familie des Viehzüchter Reynaldo Villalobo besetzt und von schwerbewaffneten Sicherheitsleuten bewacht. Auf benachbarten Grundstücken sind ebenfalls die privaten Sicherheitskräfte von dem Palmölmagnaten Miguel präsent. Daher ist OFRANEH sehr besorgt um die körperliche Unversehrtheit ihrer Führungsmitglieder und die der AktivistInnen und BeobachterInnen, welche den Vermessungsprozess begleiten wollen.

Wir bitten weiter um Anrufe und Emails an die in der Eilaktion genannten Stellen. Der vorgeschlagene spanische Text ist auch weiterhin gültig.


Donnerstag, 30. August 2012

ZWEITES UPDATE Eilaktion: Paramilitärs bedrohen Landvermessungsaktion in Vallecito, Honduras

Die Lage im Camp neben dem zu vermessenden Gelände ist weiter angespannt. Schwerbewaffnete haben am Mittwoch Nachmittag noch einmal starke Präsenz gezeigt, sind allerdings nicht nochmals in das Camp eingedrungen. Am frühen Abend waren vom von Paramilitärs besetzten Nachbargelände her wieder Schüsse zu hören, wie ein Teilnehmer der Journalistendelegation des Ökumenischen Büros, der sich noch dort befindet, berichtete.  In der Provinzstadt Tocoa (etwa auf halbem Weg zwischen La Ceiba und Vallecito) sind, wie bereits berichtet, die Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei eingetroffen, inzwischen auch ein Kontingent Militärs. Dem Vernehmen nach liegt die Entscheidung über das weitere Vorgehen beim Militär. Die Organisatoren der Vermessungsaktion von der Garifuna-Organisation OFRANEH haben den Eindruck, dass man auf Zeit spielt. Ihnen wurde gesagt, man warte auf einen "Befehl von oben". Sie bitten daher weiter DRINGEND darum, bei den honduranischen Autoritäten darauf hinzuwirken, dass die Landvermessungsaktion gemeinsam mit dem staatlichen Agrarinstitut wie geplant durchgeführt werden kann und die physische Integrität der Organisationsmitglieder, UnterstützerInnen und BeobachterInnen vor Ort in Vallecito gewährleistet wird.

Wir bitten weiter um Anrufe und Emails an die in der Eilaktion genannten Stellen. Der vorgeschlagene spanische Text ist auch weiterhin gültig. Gut wäre auch, vorhandene Medienkontakte zu nutzen um das Thema bekannt zu machen. Es hängt u.a. vom erzeugten Druck ab, ob die Vermessungsaktion noch am heutigen Donnerstag oder Freitag durchgeführt wird. 

Zur Eilaktion

Mittwoch, 29. August 2012

UPDATE Eilaktion: Paramilitärs bedrohen Landvermessungsaktion in Vallecito, Honduras

Letzte Nachrichten aus Vallecito - "Bitte den Druck aufrecht erhalten!"

Die Telefone der angegebenen Stellen sind offensichtlich derzeit alle nicht aktiv, Anrufbeantworter können aber besprochen werden.
Bitte auch weiter Emails senden, der vorgeschlagene Text ist weiterhin gültig.
Zur Eilaktion

Nachrichten von vor Ort:
„Die Vermessungsaktion mit dem Agrarinstitut INA heute (28.8.) verlief problemlos, für morgen frueh um 8 Uhr haben sich Staatsanwaltschaft plus eine Sondereinsatztruppe der Polizei (vom departamento de investigacion criminal) angekündigt, momentan scheint es also zu klappen, den nötigen Druck aufzubauen - bitte noch nicht nachlassen - die Leute im Camp sind deswegen derzeit ganz guter Dinge, aber natürlich auch immer noch besorgt, wegen der Bewaffneten, die weiterhin rundum sind."

Sollte die Vermessung erfolgreich durchgeführt werden, ist weiterhin Aufmerksamkeit erforderlich, damit die Kooperativen das wiedergewonnene Land auch real bewirtschaften können.

Dienstag, 28. August 2012

EILAKTION Paramilitärs bedrohen Landvermessungsaktion in Vallecito


Zweites Update zur Eilaktion
Update zur Eilaktion

Paramilitärs bedrohen Landvermessungsaktion in Vallecito
(Gemeinde Limón, Departement Colón)

Seit Sonntag, dem 26.8.2012 abends bedrohen schwerbewaffnete paramilitärische Gruppen die gut 200 honduranischen und internationalen TeilnehmerInnen und BeobachterInnen einer Aktion des Garífuna-Dachverbandes OFRANEH (Organizacion Fraternal Negra Hondureña) in dem Ort Vallecito (Gemeinde Limón, Departement Colón). OFRANEH plant für die nächsten Tage gemeinsam mit dem staatlichen Agrarinstitut INA die Begehung und Neuvermessung eines Grundstücks, das Großgrundbesitzer für sich beanspruchen. AugenzeugInnen berichteten in den vergangenen Tagen vom Nachbargrundstück des neuzuvermessenden Terrains aus, dass die Schwerbewaffeten, die es besetzt halten, mit Maschinengewehren in die Luft schossen und dass beständig Pick-ups an ihrem provisorischen Camp vorbeifuhren, auf denen ebenfalls Zivilisten demonstrativ ihre schweren Waffen zeigten.
Staatsanwaltschaft und Polizeieinheiten welche die Vermessungsaktion begleiten sollen um die Sicherheit der Organisationsmitglieder, UnterstützerInnen und BeobachterInnen vor Ort zu gewährleisten, halten sich in der Privinzstadt Tocoa auf, inzwischen sind auch Militärseinheiten in Tocoa eingetroffen. Dem Vernehmen nach liegt die Entscheidung über das weitere Vorgehen beim Militär. Die Organisatoren der Vermessungsaktion von der Garifuna-Organisation OFRANEH haben den Eindruck, dass man auf Zeit spielt. Ihnen wurde gesagt, man warte auf einen "Befehl von oben".

OFRANEH fürchtet um die Sicherheit der AktionsteilnehmerInnen und –beobachterInnen und bittet dringend um sofortige Anrufe bei den folgenden Stellen:

Ministro del Instituto Nacional Agrario, Sr. Cesar Ham: +(504)96-69-15-29; 94-55-04-77.
Ministro de la Secretaria de Seguridad, Sr. Pompello Bonilla: +(504)99-90-17-73.
Director General de Policia, Juan Carlos Bonilla: +(504)97-58-17-30.
Vocero de la Policia, Héctor Iván Mejía: +(504)94-62-47-29.


Wahlweise sind auch rasche e-mails an die folgenden Adressen hilfreich:


!!!Dringend!!! Verhinderung eines möglichen Massakers in dem Dorf Vallecito

Die Situation in Vallecito, wo Anhänger der Garifunaorganisation OFRANEH seit gestern ein ihnen rechtmässig zugesprochenes Grundstück besetzt halten, ist weiterhin stark angespannt.
OFRANEH bittet dringend um internationale Solidarität!!!!
Es sind weiterhin schwerbewaffnete Paramilitärische Gruppen in der Gegend unterwegs. Laut berichten von Leuten vor Ort haben Mitglieder des privaten Sicherheitsdienstes von Miguel Facusse, die sich auf dem Nachbargrundstück befinden, heute Nachmittag begonnen mit Maschinengewehren in die Luft zu schießen. Weiterhin sind keine staatlichen Autoritäten vor Ort um mögliche paramilitärische Übergriffe zu verhindern.
Es wird dringend um Anrufe und mails bei den zuständigen staatlichen Stellen in Honduras gebeten um ein mögliches Blutvergießen zu verhindern!!!




Ministro del Instituto Nacional Agrario, Sr. Cesar Ham: cham@ina.hn, hrodriguez@ina.hn; +(504)96-69-15-29; 94-55-04-77.

Ministro de la Secretaria de Seguridad, Sr. Pompello Bonilla: 99-90-17-73.

Director General de Policia, Juan Carlos Bonilla: 97-58-17-30.

Vocero de la Policia, Héctor Iván Mejía:94-62-47-29.


Ministra de Justicia y Derechos Humanos, Sra. Ana Pineda: info@sjdh.gob.hn, i.quintanilla@sjth.gob.hn

Presidente de la Corte Suprema, Sr. Jorge Rivera Avilés: presidencia@poderjudicial.gob.hn

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